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Viele Deutsche sind in Geldsachen völlig ahnungslos

DIE WELT-Logo DIE WELT 28.01.2017

Wer nicht weiß, was Rendite ist, dürfte auch sonst nicht viel Ahnung von der Geldanlage haben. Das trifft leider auf viele Deutsche zu. Andere Länder sind in dieser Hinsicht besser aufgestellt.

portrait of female student in front of blackboard scratching her head | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer., Royalty free: Bei werblicher Verwendung Preis auf Anfrage. © picture-alliance / beyond/beyond portrait of female student in front of blackboard scratching her head | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer., Royalty free: Bei werblicher Verwendung Preis auf Anfrage.

Die Deutschen fühlen sich in Finanzdingen erstaunlich unsicher: Gerade einmal 53 Prozent geben an, sie kämen mit Banken und Versicherungen nur halbwegs gut zurecht. 13 Prozent meinen, sie hätten überhaupt keine Kenntnisse über die Finanzwelt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forderungsmanagers KRUK, der in sieben europäischen Ländern jeweils 1000 Verbraucher befragte, und die dieser Zeitung exklusiv vorliegt.

Mit ihrer Einschätzung hinken die Deutschen im europäischen Vergleich hinterher. Nur bei den Italienern ist der Anteil derer, die sich in Finanzdingen fit fühlen, mit 52 Prozent noch geringer. In der Slowakei oder Tschechien sind es dagegen 57 beziehungsweise 60 Prozent, selbst in Rumänien sind es 62 Prozent. Damit liegt Deutschland beim Finanzwissen nicht einmal im Mittelfeld: Im Schnitt über alle Länder, die die Studie erfasst, liegt der Wert bei 57 Prozent.

Bedenklich ist auch die vergleichsweise große Zahl der Befragten in Deutschland, die ihr Finanzwissen sogar noch schlechter einschätzen: Nur sieben Prozent der Verbraucher aus Tschechien geben an, nichts zu wissen. In Rumänien sind es sechs Prozent und in der Slowakei vier Prozent.

Knapp befriedigend für das Finanzwissen

Nur bei den Spaniern und den Italienern gibt es mit 14 beziehungsweise 18 Prozent deutlich mehr Unbedarfte. Die Unsicherheit ist vor allem bei jungen Deutschen sehr groß, zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Online-Meinungsforschungsinstituts Toluna im Auftrag der Internetbank Comdirect.

Nur jeder vierte Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren fühlt sich "sehr gut" oder zumindest "gut" gerüstet für den Finanzalltag. Im Durchschnitt geben sich die jungen Menschen lediglich die Schulnote 3,4 – also knapp befriedigend – für ihr Wissen rund um Bankprodukte und Geldanlage. Befragt wurden bundesweit 1600 Personen.

Auffallend ist, wie weit Männer und Frauen in ihrer Selbsteinschätzung auseinanderliegen. Bei den zwölf abgefragten Finanzbegriffen geben die Männer ein größeres Finanzwissen vor als die Frauen. Besonders eklatant ist der Unterschied bei dem Begriff "Dax". Hier fühlen sich 68 Prozent der Männer sicher, aber nur 45 Prozent der Frauen.

Auch beim Tagesgeld scheiden sich die Geister bei den Geschlechtern. Während sich hier 63 Prozent der Männer fit fühlen, sind es bei den Frauen nur 45 Prozent. Beim Begriff Anleihe sind es 52 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen.

Grund für diese Selbsteinschätzung ist aber wohl nicht Überforderung, sondern womöglich fehlendes Interesse: So erklärten in einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Finanzvermittlers AVL 44 Prozent der Befragten, sie hätten generell kein Interesse an Finanzen. Und auch hier ist das Desinteresse der 14- bis 19-Jährigen mit 87 Prozent besonders groß.

Altersvorsorge lässt die Jungen kalt

Allerdings ist es nicht so, dass junge Menschen vollkommen unwissend sind, wenn es um das Thema Geld geht. Mehr als 90 Prozent sehen sich laut Comdirect-Studie immerhin in der Lage, die Begriffe Zinsen, Kreditkarte und Girokonto ihrem Freund oder ihrer Freundin zu erklären.

Auch von Aktien haben immerhin 81 Prozent schon so viel gehört, dass sie dieses Wissen weitergeben könnten. Doch es zeigen sich auch große Lücken. Einige Kernbegriffe der privaten Altersvorsorge, um die allen Prognosen zufolge gerade die junge Generation nicht umhinkommt, sagen vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wenig: Fonds oder Rendite können weit weniger als die Hälfte erklären.

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