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Warnstreik bei der BVG : Berlin droht am Freitag ein Verkehrsinfarkt

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 11.02.2019 Silvia Perdoni

Die Gewerkschaft Verdi ruft die 14.500 Mitarbeiter der BVG zum Streik auf. Bis zum Mittag ist mit massiven Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr zu rechnen.

Eine U-Bahn fährt unter einem Schild mit der Aufschrift "BVG" vorbei. © Foto: dpa Eine U-Bahn fährt unter einem Schild mit der Aufschrift "BVG" vorbei.

Vom Betriebsbeginn bis um 12 Uhr mittags rollt an diesem Freitag nichts bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Fahrer von Bussen, U-Bahnen und Straßenbahnen sind zum Streik aufgerufen. Das teilte die Gewerkschaft Verdi am Montagnachmittag mit. Es ist daher mit massiven Behinderungen im gesamten öffentlichen Nahverkehr zu rechnen.

Um 9 Uhr werde es eine zentrale Streikkundgebung vor der BVG-Zentrale in der Holzmarktstraße geben, sagt ein Verdi-Sprecher. Die Gewerkschaft erwartet mindestens 3000 Teilnehmer vor dem Gebäude.

Kein Ergebnis in zweieinhalbstündigen Gesprächen

Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen. Die zweieinhalbstündigen Gespräche am Montag seien laut Verdi ergebnislos verlaufen.

"Die Arbeitgeber haben kein Angebot vorgelegt, vor allem bei der gewerkschaftlichen Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich gibt es kein erkennbares Entgegenkommen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Kern geht es der Gewerkschaft darum, für alle Mitarbeiter eine einheitliche Arbeitszeit von 36,5 Stunden bei gleichem Gehalt zu erreichen. Bisher gilt diese nur für Beschäftigte, die vor September 2005 eingestellt wurden. Für alle anderen Mitarbeiter gilt eine 39-Stunden-Woche. Außerdem soll es eine Anpassung und Aufwertung bei den Entgeltgruppen geben. 

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Arbeitgeber: Forderungen sind nicht umsetzbar

Die BVG kämpft schon länger mit dem Problem, dass ihre Arbeitsbedingungen kaum wettbewerbsfähig sind. Etwa die S-Bahn bezahlt Fahrer deutlich besser, so dass die BVG Schwierigkeiten hat, Personal zu halten.

Auch die Arbeitgeberseite räumt ein, dass sich die Attraktivität der BVG verbessern müsse, um auf "hart umkämpften Berliner Arbeitsmarkt neue Mitarbeiter zu finden", heißt es in einer Mitteilung des Arbeitgeberverband KAV Berlin, der die Tarifverhandlungen führt. Doch die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht akzeptabel.

"Die von Verdi geforderte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich bedeutet einen zusätzlichen Personalmehrbedarf von 500 Arbeitnehmern", sagt Verhandlungsführerin Claudia Pfeiffer. Dies sei zusätzlich zu den in 2019 benötigten 1350 neuen Mitarbeitern für die Arbeitgeberseite nicht umsetzbar.

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