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Wie künstliche Intelligenz das Marketing revolutioniert

LEAD-Logo LEAD 16.11.2019 Julian Riedlbauer

Der Markt um marketingbezogene künstliche Intelligenz (KI) ist auf rasantem Wachstumskurs, wie aktuelle Investitionszahlen zeigen. Marketingverantwortliche profitieren vor allem in den Bereichen Hyperpersonalisierung, Branding und B2B Sales. Ein Überblick.

Fortschritte in der Datenverarbeitungsleistung bedeuten, dass sich KI zu einer tragfähigen und erschwinglichen Technologie für Marketingspezialisten entwickelt © Bild: AdobeStock/Sompong Tom Fortschritte in der Datenverarbeitungsleistung bedeuten, dass sich KI zu einer tragfähigen und erschwinglichen Technologie für Marketingspezialisten entwickelt

Riesige Datenmengen sind für Unternehmen ein wertvolles Kapital. Digitales Marketing ist eines der Bereiche, die sowohl erhebliche Datenmengen erzeugen als auch stark von den Erkenntnissen profitieren können, die diese Daten liefern. Die Menge der zur Verfügung stehenden Informationen wächst exponentiell. Gepaart mit einem enormen Fortschritt im Feld der Künstlichen Intelligenz (KI) verändern sie derzeit die Marketing-Dienstleistungsbranche. Der Beginn einer neuen Marketing-Ära ist dabei von der Notwendigkeit getrieben, Mengen an unterschiedlichen Daten zu verbinden, Muster aufzudecken und daraus Vorhersagen treffen zu können. Fortschritte in der Datenverarbeitungsleistung bedeuten, dass sich KI zu einer tragfähigen und erschwinglichen Technologie für Marketingspezialisten entwickelt. So können Daten zur Vorhersage und Beeinflussung zukünftigen Kundenverhaltens verwendet werden.

Ein Markt auf Wachstumskurs

Obwohl sich der Markt um KI-Marketing aktuell noch im Entstehen befindet, wächst er dennoch rasant. Investitionen in marketingbezogene Künstliche Intelligenz nehmen stetig zu. Allein im zweiten Quartal 2019 wurde rund eine Milliarde US-Dollar in aufstrebende KI-bezogene Marketing-Unternehmen investiert. Im Vergleich dazu waren es im gesamten Jahr 2018 2,5 Milliarden. Das zeigen aktuelle Zahlen aus dem kürzlich veröffentlichten GP Bullhound Report "AI and the Services Revolution". Seit 2014 flossen insgesamt satte 11 Milliarden US-Dollar an Kapital in diesen Bereich. Während Nordamerika mit einem Jahresvolumen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar in den Jahren 2014 bis 2018 den größten Anteil der Finanzierung von KI-Marketing-Unternehmen bereitstellte, weist Europa die höchste Wachstumsrate auf. Im ersten Halbjahr 2019 wurden 30 Prozent aller Transaktionen auf dem europäischen Markt getätigt. Gleichzeitig sind asiatische Transaktionen im gleichen Zeitraum auf nur noch 5 Prozent zurückgegangen. Die Zahlen zeigen, dass nordamerikanische Unternehmen, die sich mit KI-Marketing befassen, den Bereich nach wie vor dominieren, Europa aber nach und nach aufholt.

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Effiziente Einsatzgebiete der KI: Hyperpersonalisierung, Branding und B2B Sales

Doch auch wenn der Markt und Investitionen wachsen, steckt die Anwendung von KI im Marketing noch in den Kinderschuhen. Vor allem in den Bereichen Hyperpersonalisierung, Branding sowie B2B Sales kann KI Marketingverantwortliche unterstützen.

  • Die Hyperpersonalisierung legt den Fokus auf den Konsumenten, der mit individualisierten Inhalten zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort und über das richtige Medium angesprochen werden soll. Die Personalisierung von Customer Journeys ist laut dem Report von GP Bullhound der häufigste Weg für Marketer, auf die Vorteile der KI zurückzugreifen. Ein Viertel der Marketer (24 Prozent) setzt KI bereits ein und fast zwei Drittel (59 Prozent) planen, dies in den nächsten zwei Jahren zu tun. Mit sprachbasierter und visueller Suche verspricht die KI ein optimiertes Omni-Channel-Marketing und erweitert die Möglichkeiten des Programmatic Advertising. Ein besonders erfolgreiches Beispiel im Bereich der Hyperpersonalisierung ist Searchmetrics, ein deutsches Unternehmen, das eine Enterprise Search- und Content-Marketing-Plattform anbietet. 220 Mitarbeiter kümmern sich darum, Daten und Analysen an 100.000 Nutzer weltweit zu liefern, um Unternehmen bei der Verbesserung ihres Rankings in Suchmaschinenergebnissen zu unterstützen. Das Konzept kommt bei Investoren gut an: So sammelte das in Berlin ansässige Unternehmen bereits 46 Millionen US-Dollar in sieben Finanzierungsrunden ein.
  • Beim Branding steht die Marke im Mittelpunkt. Zusätzlich zum One-to-One-Marketing hilft KI Marketingspezialisten dabei, stärkere Marken aufzubauen, die sich besser von der Konkurrenz abheben. Die KI-gestützte Segmentierung nach einer Vielzahl von demographischen und psychographischen Variablen ermöglicht es Marketingverantwortlichen, die eigene Zielgruppe besser verstehen zu können. Beispielsweise werden im Influencer Marketing heute schon Kampagnen mit KI besser messbar gemacht. Künftig sollen KI-Technologien auch bei der Skalierbarkeit und dem genaueren Targeting zum Einsatz kommen.
  • Die KI verspricht auch das B2B-Marketing zu revolutionieren, indem sie Muster im Kundenverhalten offenlegt, die besten “Next Steps” voraussagt sowie relevante Neukunden aufzeigt. KI treibt den B2B-Bereich weg vom vorprogrammierten, regelbasierten Marketing hin zu personalisierten, kontextbezogenen und prädiktiven Marketingaktivitäten. Während und nach dem Verkaufsprozess sind KI-gesteuerte Bots in der Lage, Kundenanfragen effizient zu beantworten, wodurch personelle Ressourcen im Kundenservice für komplexere Aufgaben freigesetzt werden. Laut dem Report von GP Bullhound ergänzen rund 22 Prozent der B2B-Marketer ihren Pool an Tools jeden Monat um KI-Software in Bereichen wie Marketing Automation oder Search Marketing, mehr als ein Drittel tun dies vierteljährlich.

Künstliche versus menschliche Intelligenz

Es wird deutlich: KI ist im Marketing auf dem Vormarsch. Die Investitionen in marketingbezogene Künstliche Intelligenz wachsen kontinuierlich. KI im Sinne eines autonomen, selbstlernenden Systems ist zwar noch immer keine Realität, aber KI-Ansätze können das Marketing nachhaltig unterstützen und tiefgreifend revolutionieren – das belegen die Zahlen. Durch KI-Einsatz können Brands von einer besseren Kommunikation mit Bestandskunden auf unterschiedlichen Kanälen sowie von einem Wachstum im Neukundengeschäft profitieren. Nichtsdestotrotz werden menschliche Intelligenz und Intuition weiterhin eine entscheidende Rolle spielen, um Ergebnisse zu interpretieren und strategische sowie kreative Pläne auszuarbeiten und entsprechend umzusetzen.

Mehr zum Thema: Künstliche Intelligenz in der PR – ein Status Quo

Julian Riedlbauer ist Partner und Leiter des deutschen Büros von GP Bullhound. Das weltweit agierende M&A-Beratungs- und Tech-Investitionsunternehmen GP Bullhound berät sowohl Unternehmen als auch Gründer und Investoren in den Bereichen Mergers & Acquisitions (M&A) und Wachstumsfinanzierungen.

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