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Wie viel Bandbreite braucht man eigentlich?

bbx.de-Logo bbx.de 24.11.2022 Thomas Schulz
Welche Bandbreite ist die Richtige? Es gibt heute eine Vielzahl an Internet-Tarifen. Wer technische Probleme umgehen möchte, sollte seine Bandbreite passend wählen. © Compare Fibre / Unsplash.com Welche Bandbreite ist die Richtige? Es gibt heute eine Vielzahl an Internet-Tarifen. Wer technische Probleme umgehen möchte, sollte seine Bandbreite passend wählen.

Ein gebannter Blick auf den eigenen Fernseher: Der Held ist gerade dabei, sich dem Schurken im Endkampf zu stellen, und plötzlich steht das Bild still und das Ladesymbol des Streaming-Dienstes erscheint – mehr Frust geht kaum. Viele Internetnutzer kennen das Problem und nicht selten steckt die Performance der eigenen Internetleitung dahinter. Damit stellt sich fast schon automatisch die Frage: Wie viel Bandbreite benötige ich eigentlich? Worauf kommt es dabei an und was können Nutzer tun, wenn die tatsächliche Bandbreite von der bestellten Leistung abweicht?

Bei Internet-Frust: Bandbreite messen

Langsames Internet kann hin und wieder einfach vorkommen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn gerade besonders viele Nutzer entsprechende Knotenpunkte nutzen oder wenn es technische Probleme gibt. Richtig nervig wird es, wenn solche Probleme immer wieder auftreten. In diesem Fall gibt es verschiedene Ansatzpunkte. So können Nutzer beispielsweise ihre Bandbreite per Internet Speed Test ermitteln. Entsprechende Tests geben folgende Daten raus:

  • Download-Geschwindigkeit: Diese zeigt an, wie schnell Daten aus dem Internet heruntergeladen werden können.
  • Upload-Geschwindigkeit: Hierbei geht es um die Geschwindigkeit, mit der Daten vom Nutzer hochgeladen werden können.
  • Ping: Der Ping zeigt die Reaktionsgeschwindigkeit an. Je kleiner der Ping, desto schneller werden bei einem Klick neue Inhalte geladen. Auch flüssiges Streaming ist bei einem kleinen Ping deutlich einfacher.
  • Jitter: Dieser Wert zeigt die Zeitspanne zwischen dem Empfang von zwei Datenpaketen an.

Liegt die dort gemessene Geschwindigkeit deutlich unter den eigentlich vereinbarten Werten, lohnt sich eine Nachfrage beim jeweiligen Anbieter. Dieser ist nämlich verpflichtet, die bestellte und bezahlte Bandbreite zu liefern. Funktioniert dies über einen längeren Zeitraum hinweg nicht, dürfen Nutzer dies beim Provider anmahnen. Folgt daraufhin keine Ausbesserung, ist eventuell eine Minderung der Grundgebühr möglich.

Welche Bandbreite ist sinnvoll?

Wer heute einen neuen Internet-Tarif wählt, steht immer auch vor der Frage, welche Bandbreite es sein soll. Diese hängt mitunter auch an der gewählten Technik. Folgende technische Ansätze sind heute gängig:

1. DSL: Der alte Klassiker

Der DSL-Anschluss läuft komplett über Kupferkabel und gehört damit zu den Klassikern. Er bietet heute oft Leitungen mit 16 Mbit/s oder 32 Mbit/s (DSL 16.000 oder 32.000). Darüber hinaus werden in Ballungsgebieten zudem VDSL-Anschlüsse mit bis zu 250 Mbit/s angeboten – das Ganze funktioniert per Super Vectoring.

2. Glasfaser: Die Zukunftstechnologie in Sachen Internet

Glasfaser-Anschlüsse sind die Weiterentwicklung von DSL. Ein solcher Anschluss ermöglicht problemlos Bandbreiten im Gigabit-Bereich und stellt die Zukunft der Internetversorgung dar. Damit ein Anschluss realisiert werden kann, muss die eigene Region jedoch schon mit Glasfaserkabel ausgestattet sein. Hierbei existieren zudem noch zwei unterschiedliche Varianten:

  • FTTC (Fiber to the curb): Diese Anschlüsse nutzen auf der Hauptstrecke Glasfaser, jedoch endet diese im Verteilerkasten der Straße. Die letzten Meter zum Haus werden doch wieder über das bisherige Kupferkabel überbrückt. Dies drosselt die mögliche Leistung deutlich.
  • FTTH (Fiber to the home): Bei dieser Variante läuft der komplette Transfer über Glasfaserkabel. Dies ermöglicht besonders hohe Bandbreiten.

3. Kabel: Unkomplizierter Ersatz

Der Internetanschluss über Kabel ist eine unkomplizierte Alternative, die heute in sehr vielen Regionen zur Verfügung steht. Auch hier sind Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s möglich. Ein Manko hat diese Lösung jedoch: Es gibt in einer Region oft nur einen Kabelanbieter, sodass Nutzer nicht aus verschiedenen Alternativen wählen oder Preisvergleiche anstellen können.

4. LTE: Wenn nichts anderes funktioniert

Der LTE-Standard wurde eigentlich für den Mobilfunk entwickelt. Trotzdem erweist sich die Technologie auch in Regionen als hilfreich, die vom herkömmlichen Netz nicht erschlossen sind. In diesem Fall erhalten Nutzer einen LTE-Router und können so zu Hause mobil online gehen. Bandbreiten von 50 bis 100 Mbit/s sind mit LTE kein Problem. Die Anbieter stellen in diesem Fall auch deutlich größere Datenvolumen zur Verfügung als bei normalen Mobilfunk-Verträgen.

Wie viel Bandbreite brauche ich wann?

Welche Bandbreite benötigt wird, hängt letztlich auch immer von der Art der Online-Nutzung ab. So sind auch geringste Bandbreiten für E-Mails und ein bisschen Surfen im Netz vollkommen ausreichend. Soll es etwas mehr sein, können diese Abgrenzungen hilfreich sein:

1. Internet-Nutzung ohne Streaming oder Gaming

Wer auf das Streaming weitgehend verzichtet und auch keine Passion für das Gaming besitzt, kommt mit Bandbreiten ab 16 Mbit/s (DSL 16.000) oft problemlos aus. Dabei handelt es sich heute meistens um den Mindeststandard, wobei in ländlichen Regionen auch noch 6.000er-Tarife verkauft werden. Mit 16 Mbit/s lassen sich alle alltäglichen Aufgaben im Netz ohne Störungen erledigen. Dazu gehören:

  • E-Mails schreiben
  • Kleinere Up- und Downloads von Bilddateien
  • Besuch von Internetseiten
  • Online-Shopping
  • Gelegentlich YouTube-Videos

2. Bandbreiten für Streaming

Eine 16.000er-Leitung ist auch für einfaches Streaming (sogar in HD) kein großes Problem. Sollten jedoch mehrere Personen im Haushalt gleichzeitig streamen wollen, kommt es mitunter zu unangenehmen Unterbrechungen und ruckelndem Bild. In diesem Fall sind Bandbreiten von 50 Mbit/s definitiv das Mittel der Wahl. Das Gleiche gilt auch für Gamer, die sich so viel Frust ersparen.

3. Bandbreiten für IPTV

IPTV wird immer mehr zum Ersatz für herkömmliches Fernsehen. Doch auch hier sind Nutzer auf eine entsprechende Bandbreite angewiesen. Deshalb sollten auch hier Leitungen mit mindestens 32 Mbit/s bis 50 Mbit/s gewählt werden. Möchten sogar mehrere Personen parallel auf unterschiedlichen Geräten IPTV nutzen, sind 50 Mbit/s eher als Untergrenze anzusehen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Personen in einem Haushalt leben und das Netz nutzen, desto höher fällt die benötigte Bandbreite aus. Dies gilt umso mehr, wenn parallel Streaming-Dienste genutzt werden oder Online-Gaming zu den Hobbys gehört.

Hinweis: Wer häufig Cloud-Dienste nutzt, sollte ebenfalls eine etwas höhere Bandbreite nutzen. Zwar reichen 16.000er Leitungen für den Download ohne Probleme, aber diese bieten oft nur eine Upload-Geschwindigkeit von 2,4 Mbit/s. Bei höheren Bandbreiten steigt auch die Upload-Geschwindigkeit.

Mit der richtigen Bandbreite ohne Probleme ins Internet

Die Dimensionierung der Bandbreite ist bei der Wahl eines Internet-Tarifs heute durchaus wichtig. Zwar werden auch Tarife mit sehr großen Bandbreiten immer günstiger, aber zu große Tarife kosten immer noch unnötig Geld. Andererseits ist es ärgerlich, wenn gewünschte Nutzungen plötzlich nicht funktionieren. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, immer einen gewissen Puffer einzuplanen. Wer also eigentlich mit einer 32 Mbit-Leitung auskommt, sollte zum Beispiel eher einen 50.000er-Tarif wählen, um auch für die Zukunft noch gut gerüstet zu sein. Mit diesem Vorgehen lassen sich viele potenzielle Probleme umgehen und die Zeit im Netz letztlich stressfreier gestalten.

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