Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Klar, gelb, pink, schwarz: Was die Farbe des Urins über Ihre Gesundheit aussagt

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 23.05.2019 ksta
Aha-Momente auf dem stillen Örtchen: Farbe und Geruch von Urin können erste Hinweise auf Krankheiten sein. © Franziska Gabbert/dpa-tmn Aha-Momente auf dem stillen Örtchen: Farbe und Geruch von Urin können erste Hinweise auf Krankheiten sein.

Bis zu zwei Liter Urin scheidet ein Erwachsener jeden Tag aus - und manchmal sogar noch mehr. „Wie viel genau es ist, hängt nicht zuletzt von der Trinkmenge ab“, sagt Prof. Daniela Schultz-Lampel. Die Direktorin des Kontinenzzentrums Südwest am Schwarzwald-Baar-Klinikum ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU).

Sämtliche Flüssigkeiten, die man seinem Körper zuführt, muss dieser entweder verwerten oder wieder ausscheiden. Das passiert in Form von Schweiß oder Urin beziehungsweise Harn. Der wird in den Nieren produziert - ein Organ, durch das alles Blut eines Menschen fließt. Giftige Substanzen und andere Stoffe, die der Körper nicht verwerten kann, werden dort gefiltert und mit dem Harn wieder ausgeschieden.

Das interessiert MSN-Leser heute auch: 

Wohlbefinden: Mehr Grün, weniger Stress

Tee, Kaffee, Kakao: Wie Heißgetränke das Krebsrisiko steigern

Hassobjekt: Nebenhöhlenentzündung

Urin sollte am besten wie Champagner aussehen

Ist der Urin gesund, besteht er zu 95 Prozent aus Wasser. Beim Rest handelt es sich um Abbauprodukte - Harnstoff, Säuren und Salze etwa. Die reguläre Farbe ist hell- bis dunkelgelb. „Je weniger jemand trinkt, desto tiefgelber ist der Urin“, erklärt Schultz-Lampel. Doch manchmal nimmt er auch andere Farben an. Das kann harmlos sein - oder ein Anlass, zum Arzt zu gehen. So kann anhaltend dunkelgelber Urin zum Beispiel ein Hinweis auf eine Leber- oder Gallenerkrankung sein. Orange färbt sich der Urin eventuell durch die Einnahme bestimmter Medikamente.

„Im Idealfall hat Urin eine Farbe wie Champagner“, sagt der Heilpraktiker René Gräber aus Preetz in Schleswig-Holstein. Hinter trübem Urin kann sich ein Harnwegsinfekt verbergen. „Eher selten ist ein grünlich gefärbter Urin“, sagt Schultz-Lampel. Dann liegt eventuell eine Infektion mit Bakterien vor. Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva können diese Färbung aber ebenfalls verursachen.

Rot muss kein Alarmsignal sein

Schaumiger Urin ist womöglich ein Anzeichen dafür, dass mit den Nieren etwas nicht in Ordnung ist - oder dafür, dass noch Reinigungsmittel in der Toilette ist.

Lebensmittel sind eine weitere mögliche Ursache für nicht-gelben Urin: Blaubeeren zum Beispiel färben ihn pink. Bei vielen schrillen alle Alarmglocken, wenn der Urin rötlich ist. Das kann aber mitunter auch harmlos sein. „Wer Rote Bete oder etwa Unmengen Himbeeren gegessen hat, bei dem ist eine vorübergehend rötliche Färbung des Urins normal“, so Gräber.

Lässt sich spontan keine Erklärung für die rötliche Farbe des Urins finden und dauert die Rotfärbung an, sollte man aber zügig zum Arzt gehen. Denn Blut im Harn kann ein Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung sein. Gleiches gilt für schwarzen Urin: Der kann sogar ein Hinweis auf einen Tumor sein.

Blut im Urin – bei Frauen meist eine Harnwegsinfektion

„Bei Frauen ist die häufigste Ursache von Blut im Urin ein Harnwegsinfekt“, sagt Matthias Orth. Der Chefarzt des Instituts für Laboratoriumsmedizin am Marienhospital in Stuttgart ist Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Laborärzte. Auch eine Nierenentzündung und Verletzungen der Nieren oder der Blase können hinter Blut im Urin stecken. Blut im Harn kann auch ein Indiz für einen Tumor oder für Nierensteine sein. „Ein solcher Fall muss zwingend urologisch abgeklärt werden“, so Orth.

Neben der Farbe verrät auch der Geruch von Urin einiges über den Gesundheitszustand. „Normalerweise hat frischer Urin gar keinen Geruch“, erklärt Schultz-Lampel. Der dem Harn eigene Geruch entsteht erst nachträglich, wenn der Urin mit Bakterien zersetzt ist. Vorübergehende Geruchsveränderungen können aber vorkommen, meist sind sie harmlos. „Sie sind ernährungsbedingt und treten zum Beispiel nach dem Verzehr von Spargel, B-Vitaminen, Zwiebeln und Medikamenten auf“, so Gräber.

Süßlicher Geruch kann auf Diabetes hinweisen

Riecht der Urin nach Ammoniak, kann dies aber ein Hinweis auf eine Harnwegsinfektion sein. Ein süßlicher Geruch deutet vielleicht auf Diabetes mellitus hin. Riecht der Urin fischig, dann liegt vor allem bei Frauen oft eine Infektion im Genitalbereich vor. Das kann neben einer Harnwegsinfektion oder Blasenentzündung auch eine Geschlechtskrankheit sein. Ein Geruch von faulen Eiern wird eventuell durch einen Tumor im Harnwegsbereich verursacht.

Grundsätzlich gilt: Sobald beim Urin über zwei bis drei Toilettengänge hinaus Farbe wie Geruch verändert sind, sollte dies ärztlich untersucht werden. „Dies gilt vor allem dann, wenn Schmerzen, Fieber und Unwohlsein hinzukommen“, so Schultz-Lampel.

Arzt warnt vor Urintests für zu Hause

Um zu einer sicheren Diagnose zu kommen, werden unter anderem Urintests gemacht. Solche Tests sind zwar auch für Verbraucher in der Apotheke erhältlich. „Allerdings besteht die Gefahr, dass Laien die Ergebnisse eines Urintests, den sie selbst zu Hause durchführen, falsch interpretieren“, warnt Orth.

Allerdings kann es auch passieren, dass beim Arzt vorgenommene und im Labor untersuchte Urin-Proben zu falschen Befunden führen, erklärt Orth. „So kann etwa Blut im Urin von Frauen auch auf Menstruationsblut zurückzuführen sein.“ Auch könnten Reinigungsmittel in die Urinprobe geraten und so zu einem verfälschten Labor-Ergebnis führen. „Ärzte müssen Patienten hierüber mehr aufklären.“ (dpa)

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger
Kölner Stadt-Anzeiger
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon