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Coronavirus: Ist das Virus für junge Leute doch gefährlicher als gedacht?

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 01.04.2020 BUNTE.de Redaktion
Coronavirus © iStock/Bertrand Blay Coronavirus

Senioren ab 65 und Menschen mit Vorerkrankungen gelten bislang als die Hauptrisikogruppe für einen schwerer oder sogar tödlicher Krankheitsverlauf im Fall einer Covid-19-Infektion. Mit der explosionsartigen Ausbreitung der Epidemie werden aber auch immer mehr schwere Erkrankungen bei relativ jungen Menschen bekannt. Hat man die Gefahr eventuell nicht richtig eingeschätzt? Zu dieser Frage äußert sich nun der Arzt und Mikrobiologe Enrico Zessin im Onlinemagazin"fitbook.de".

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Sind junge Menschen stärker betroffen als gedacht?

In den vergangenen Tagen hat das Coronavirus auch mehrere Todesopfer bei jungen und sehr jungen Menschen gefordert – also jener Patientengruppe, die eine Infektion normalerweise problemlos übersteht. Aufsehen erregten zum Beispiel die Fälle einer 16-jährigen Französin und eines 17-Jährigen in Los Angeles, die dem Virus erlagen. Auch in Berlin gibt es den Fall eines 22-Jährigen, der bereits seit Wochen stationär behandelt werden muss. Sein Zustand ist zum Glück nicht mehr kritisch, aber zwischenzeitlich war sein Leben in Gefahr. Könnten diese schweren Fälle darauf hindeuten, dass bereits eine aggressivere Mutationdes Coronavirus grassiert?

Alte Menschen in Pflegeheimen sind vom Coronavirus besonders gefährdet.

Junge Infizierte stehen im Fokus der Medien

Auf "fitbook.de" wirft Doktor Zessin einen nüchternen Blick auf die Fakten: "Mit steigender Zahl der Infizierten steigt auch die Anzahl der komplizierten und teilweise tödlich verlaufenden Fälle. Natürlich erhöht sich damit auch Zahl der jungen Betroffenen." Diese Fälle stünden dann auch viel stärker im Zentrum des medialen und öffentlichen Interesses. Diese Entwicklung sei bereits aus Wuhan und Italien bekannt.

Ist das Virus aggressiver geworden?

Laut Doktor Zessin lässt sich aus diesen ungewöhnlichen Krankheitsverläufen also keinesfalls schlussfolgern, dass auf einmal mehr junge Infizierte sterben würden. Alle Daten und Studien sprächen hier bislang eine andere Sprache. Auch gäbe es bislang keine Indizien dafür, das sich das Virus zu einer aggressiveren Form weiterentwickelt hätte: "Die genetische Struktur von Coronaviren ist recht stabil. Es ist also nicht von einer aggressiveren Form auszugehen, die sich jetzt plötzlich entwickelt hat."

Die derzeitigen Sicherheitsmaßnahmen sollten unbedingt eingehalten werden.

Die Bedrohung hat sich nicht verändert

Für Doktor Zessin stellt sich das Gesamtbild nach wie vor unverändert dar: "Alle Altersklassen können sich infizieren, komplizierte Verläufe kommen aber eher bei den Alten und Kranken vor. Dennoch können bei ungünstigen Umständen auch junge Menschen einen schweren Verlauf mit intensivmedizinischer Versorgung haben oder gar versterben." Besagte "ungünstige Umstände" betreffen vor allem den individuellen Gesamtzustand der Betroffenen und hier vor allem der Zustand des kardiopulmonalen Systems – also aller Funktionen, die Herz und Lunge betreffen.

Ein junger Mann der zum Beispiel starker Raucher ist und keinen Sport treibt, kann durchaus gefährdeter sein als ein fitter 60-Jähriger mit vollem Lungenvolumen. Zessin fasst zusammen: "Nach wie vor haben junge, an sich gesunde Menschen in der Regel einen milden Verlauf der Erkrankung". Das habe sich bislang auch in allen Studien bestätigt. Die Gefahr durch die Epidemie sei noch lange nicht bewältigt, aber das Virus selbst habe sich nach den bisherigen Erkenntnissen noch nicht verändert.

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