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Wie sich Stress auf Ihren Appetit auswirken kann

Harper's BAZAAR-Logo Harper's BAZAAR 10.08.2020 Ramona Nickl
Stress Appetit Auswirkungen Gesundheit Getty Images © Getty Images Stress Appetit Auswirkungen Gesundheit Getty Images

Stress hat seit Beginn der Corona-Pandemie eine neue Bedeutung gewonnen. Viele Menschen leiden unter Angst vor dem, was die Zukunft noch bringen wird – und der Frage, wie eine Welt und das Leben nach Corona aussehen kann und soll. Diese Zukunftsängste, die für viele mit Kurzarbeit oder sogar Jobverlust und finanziellen Nöten einhergeht, aber auch andere Formen von Stress, gehen nicht spurlos an unserem Körper vorüber. Wer enormen Stress erfährt, leidet oftmals unter Appetitlosigkeit. Wie Sie dem Szenario vorbeugen und übermäßigen Stress aus Ihrem Alltag verbannen können.

Stress Appetit Auswirkungen Gesundheit © Getty Images Stress Appetit Auswirkungen Gesundheit

Wie Stress und unsere Gesundheit in Verbindung stehen

Ein gesunder Appetit kann durch viele Faktoren aus der Balance geraten – und so kann sich Stress ganz individuell auf unseren Hunger auswirken. Während manche Menschen unter enormem Druck beginnen, scheinbar unkontrolliert und übermäßig große Mengen an Essen – darunter oftmals ungesunde Snacks und Fast Food – zu verzehren, verursacht Stress bei anderen wiederum das genaue Gegenteil. Wenn der Stress überhand nimmt, schwindet der Appetit. Das Essen wird plötzlich zur Last statt Lust oder wird gar ganz vergessen, weil das Hungergefühl immer weiter nachlässt. Tritt bei Ihnen der zweite Fall ein, sollten Sie umgehend die Stressfaktoren ausfindig machen. Hält Ihre Appetitlosigkeit mehrere Tage an, sollten Sie das Signal Ihres Körpers unbedingt ernstnehmen und einen Arzt aufsuchen. Wer zu wenig isst, versorgt seinen Körper nicht mehr ausreichend mit lebensnotwendigen Nährstoffen und dem drohen eine Mangelernährung oder gar langfristigere körperliche Folgen der unzureichenden Ernährung.

Langanhaltender Stress ist übrigens nicht zu unterschätzen, denn er nimmt Einfluss auf unser Nervensystem. Stress bringt das neuronale Netzwerk aus der Balance, wodurch dauerhafte Veränderungen in der Hirnstuktur entstehen können. Die sogenannte Amygdala, die mitunter unsere Emotionen steuert, wächst, während der Hippocampus und der Präfrontale Kortex schrumpfen. Das kann körperliche wie auch psychische Symptome zur Folge haben, wie Gereiztheit, Erschöpfungszustände, Schlafstörungen oder sogar Angststörungen und Depressionen.

Appetitlosigkeit durch Stress: Was Sie dagegen tun können – 5 Tipps

Sich weniger Stress zu machen, ist ein Ratschlag, den enorm gestresste Menschen häufiger von ihren Mitmenschen zu hören bekommen. Doch dies ist bekanntlich je nach individueller Situation nicht immer so leicht umzusetzen. Dennoch gibt es Wege und Maßnahmen, die Ihren Appetit zurückbringen und helfen können, das Ausmaß an Stress und dessen Auswirkungen auf Ihre Gesundheit zumindest zu verringern.

1. Einen Essensplan aufstellen

Struktur und Routine sind wichtige Faktoren, wenn das eigene Essverhalten aus dem Ruder gelaufen ist. Wer an stressbedingter Appetitlosigkeit leidet, sollte sich daher feste Essenszeiten setzen. Wer im Arbeitsalltag das Essen dennoch vergisst, stellt sich einen Reminder im Smartphone oder auf dem Computer. Um Ihre Verdauung nicht gleich wieder mit dem Essen zu überfordern, sollten Sie auf Gerichte und Lebensmittel setzen, die Sie trotz ausbleibendem Hungergefühl ohne Übelkeit tolerieren können. Und: Ausreichend Wasser trinken ist wichtig, damit das Gehirn und der gesamter Organismus auch weiterhin reibungslos funktionieren.

2. Auf leicht verdauliche Lebensmittel setzen

Wenn der Verdauungstrakt aus dem Lot geraten ist, sollte man ihn nicht durch schwere Speisen zusätzlich belasten. Stattdessen sind leicht verdauliche Lebensmittel empfehlenswert, mit denen man sich vorsichtig allmählich wieder an eine „normale“ Ernährung herantasten kann. Als magenschonend und leicht gelten Nahrungsmittel wie Haferflocken und Porridge, säurearme Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Weintrauben, Gemüsesorten wie Kohlrabi, Karotten, Zucchini, grüne Erbsen, Tomaten und Fenchel. Als Beilagen eignen sich Reis, Nudeln und Kartoffeln, dazu fein geschrotete Brotsorten. Milchprodukte sollten auf Käse mit einem maximalen Fettgehalt von 30 Prozent, sowie Joghurt und Milch mit höchstens 1,5 Prozent Fett beschränkt werden.

3. Essen zum Entertainment machen

Wer die Lust am Essen verloren hat, sollte sie durch positive Situationen mit Lebensmitteln zurückgewinnen. In Zeiten von Social Distancing etwa kann es Wunder bewirken, sich mit seinen engsten Freunden zum virtuellen Dinner am Smartphone oder Laptop zu verabreden. So kann man auch ohne Restaurantbesuch mit Freunden Zeit beim gemeinsamen Essen verbringen und Lebensmittel wieder besser wertschätzen.

4. Dankbarkeit praktizieren

Was auf den ersten Blick vielleicht etwas esoterisch wirken mag, kann sich langfristig positiv auf das eigene Leben und den Umgang mit Stress auswirken: Praktizieren Sie die Dankbarkeit als festes Ritual, an dem Sie sich Ruhe gönnen und in diesen zurückgezogenen, in sich gekehrten Momenten darauf besinnen, was Ihnen guttut und für welche Dinge in Ihrem Leben Sie – trotz Stress – dankbar sind. Eine positive mentale Haltung wirkt sich auch auf unseren Körper aus. Für Einsteiger in die Praxis lohnen sich spezielle Apps, Tagebücher wie die populären „Morningpages“ oder Meditation.

5. Professionelle Hilfe suchen

Wenn absehbar ist, dass sich der Stress auf längere Sicht nicht drastisch reduzieren lässt, sollten Sie sich nicht vor professioneller Hilfe scheuen. Mit einem Therapeuten können Sie individuell ergründen, welche Faktoren konkret zur Appetitlosigkeit führen und wie sich diese so anpassen lassen, dass ein normaler Alltag wieder möglich wird. Viel zu oft lassen wir in unsere mentale Gesundheit außer Acht, dabei ist diese genauso wichtig wie die körperliche. Gemeinsam mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten können Sie lernen, mit welchen Methoden Sie Stress reduzieren und wie Sie Ihren Lebensstil zu Ihrem Wohl verbessern können.

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