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Überraschendes Studienergebnis: Nicht jede Frau hat Schmerzen bei der Geburt

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 18.09.2020 Bunte.de Redaktion
Symbolbild Geburt © iStock/FatCamera Symbolbild Geburt

Jede Geburt ist einzigartig – und das gilt auch mit Blick auf die Schmerzen. Das Ausmaß und die Intensität der Schmerzen sind individuell ganz verschieden, es gibt leichtere und schwerere Geburten. Und dann gibt es sogar eine kleine Gruppe von Frauen, die angeben, während der Geburt fast oder gar keine Schmerzen gespürt zu haben. Die Ursache dafür war bislang unklar. Aber nun hat eine aktuelle Studie von Medizinern der Universität Cambridge, die auf "cam.ac.uk" veröffentlicht wurde, das Phänomen untersucht – und das Rätsel gelöst.

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Gerade Hebammen haben übrigens wertvolle Tipps parat, um Geburtsschmerzen zu lindern. Im Video stellen wir euch einige vor ...

Auch bei Geburtsschmerzen tickt jede Frau anders!

Die Forscher untersuchten in ihrer Studie Frauen, die während der Geburt ihres ersten Kindes keinerlei schmerzlindernde Mittel oder Maßnahmen verlangt hatten und danach angegeben hatten, kaum oder keine Schmerzen empfunden zu haben. Die Größe der Studiengruppe geht aus der Zusammenfassung der Studie leider nicht hervor. Diese Frauen wurden – zusammen mit einer Kontrollgruppe, die bei der Geburt über mehr oder weniger heftige Schmerzen geklagt hatte – auf ihr allgemeines Schmerzempfinden hin untersucht.

Darauf sollte sich jede Frau bei einer Geburt einstellen.

Die Schmerzunempfindlichkeit tritt nicht nur während der Geburt auf

Auch bei diesen Tests, bei denen das Schmerzempfinden mittels Hitze-, Druck- und Kälte-Stimulation untersucht wurde, zeigte die Studiengruppe eine erheblich höhere Schmerztoleranz, als die Kontrollgruppe der anderen Frauen. Alle Teilnehmerinnen wurden auch psychologisch untersucht, es ließen sich aber keine nennenswerten emotionalen oder kognitiven Unterschiede zwischen den Gruppen feststellen. Die Schmerzunempfindlichkeit musste also eine physische Ursache haben.


Video: 4 Deutliche Anzeichen Für Ein Schwaches Immunsystem (glomex)

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Ursache ist ein Gendefekt

Den Forschern gelang schließlich der Nachweis, dass die schmerzunempfindlichen Frauen an einem Gendefekt leiden: Betroffen ist das Gen KCNG4. Dieses Gen produziert Proteine, die für die Weiterleitung von Schmerzsignalen über die Nervenbahnen an das Gehirn verantwortlich sind. Bei den schmerzunempfindlichen Frauen ist die Produktion dieser Botenstoffe mehr oder weniger stark gestört. Man weiß, dass etwa eine von 100 Frauen von diesem Gendefekt betroffen ist – das Gleiche gilt in etwa auch für Männer.

Vor der Geburt sollte die Mutter Kräfte sammeln. Zum Beispiel mit diesem Ernährungsplan.

Eine sorgfältige Geburtsvorbereitung bleibt das Wichtigste

Laut Studienleiter Doktor Ewan St. John Smith wirke dieser Defekt wie eine "natürliche PDA" – also jener Form der Narkose, die in Form einer Spritze in die Wirbelsäule bei vielen Geburten zur Anwendung kommt. Die Forscher erhoffen sich nun weitere Erkenntnisse und Impulse bei der Entwicklung neuartiger Medikamente zur Schmerzbehandlung.

Für Frauen mit normalem Schmerzempfinden ändert sich mit den Ergebnissen der Studie aktuell aber nichts. Für sie bleibt nach wie vor eine möglichst sorgfältige Geburtsvorbereitung das Wichtigste. Die dabei erlernten Atem-, Kontraktions- und Entspannungs-Techniken können die Schmerzen zwar nur bedingt lindern, aber den Geburtsvorgang deutlich beschleunigen.

Inzwischen werden zunehmend auch alternative, sanfte Methoden zur Linderung der Geburtsschmerzen angeboten. Richtig angewendet, wirke zum Beispiel Akupunktur während der Geburt schmerzlindernd. Auch bestimmte Aroma-, Bachblüten- oder Homöopathie-Therapien sollen sich vor und auch während der Geburt bewährt haben. In allen Fällen gilt aber, sich eng mit dem Arzt und der Hebamme abzustimmen.

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