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2 Millionen Deutsche betroffen: Darum ist unentdeckte Diabetes so gefährlich

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 23.11.2020 Bunte.de Redaktion
Diabetes © iStockphoto.com/sanjeri Diabetes

Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sind aktuell etwa sieben Millionen Deutsche von Diabetes betroffen. Und die Zahlen steigen: Die DDG rechnet bis zum Jahr 2040 mit zwölf Millionen Erkrankten. Hinzu kommt noch ein weiteres Problem: Von den rund sieben Millionen Betroffenen wissen laut den Angaben der DDG etwa zwei Millionen noch gar nicht, dass sie erkrankt sind. Das kann gerade in der Pandemie-Zeiten kritische Folgen haben. Denn wie DDG-Sprecher Doktor Baptist Gallwitz auf "deutsche-diabetes-gesellschaft.de" ausführt, tragen diese Menschen bei einer Corona-Infektion ein stark erhöhtes Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs.

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Zum Thema: Wie erkennt man Diabetes? Diese Frage beantworten wir im Video!

Diabetes Typ 1 wird praktisch immer erkannt

Bei Diabetes, also einer Erkrankung des Zuckerstoffwechsels, wird zwischen zwei Typen unterschieden: Typ1 und Typ 2. Typ 1 tritt zumeist bereits in jungen Jahren durch die Schädigung oder das Versagen der Bauchspeicheldrüse auf. Die produziert dann zu wenig oder gar kein Insulin mehr, also das Hormon, das den Zuckerstoffwechsel reguliert. Davon sind etwa 350.000 Menschen betroffen. Da Typ1 früh eintritt und schnell ein typisches, schweres Krankheitsbild auslöst, wird er laut Gallwitz praktisch immer erkannt. Die Betroffenen wissen um ihre Erkrankung und können mit Insulin therapiert werden. Anders verhält es sich mit Typ 2.

Vor Diabetes ist niemand gefeit. Auch Schauspielerin Halle Berry (54) leidet darunter.

Diabetes Typ 2 bleibt oft lange unentdeckt

Der Diabetes Typ 2 entwickelt sich meist im Erwachsenenalter. Die Ursachen sind oft eine ungesunde Lebensführung, schlechte Ernährung und Übergewicht. Die Bauchspeicheldrüse arbeitet zwar, aber der Körper entwickelt eine Insulinresistenz und der Zuckerstoffwechsel wird mehr oder weniger stark gestört.

Typische erste Symptome, die dann auftreten können, sind Abgeschlagenheit, vermehrter Durst und erhöhtes Wasserlassen, eine erhöhte Infektionsanfälligkeit, schlechte Wundheilung und trockene und juckende Haut. Das Heimtückische ist aber, dass in vielen Fällen jahrelang überhaupt keine Beschwerden auftreten und so bleibt Typ 2 oft lange unentdeckt – weshalb die DDG auch von dieser hohen Dunkelziffer ausgeht.

Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs und einer Corona-Infektion steigt

Wenn sich nun eine Person, die unter einem noch unentdeckten Diabetes leidet, mit dem Coronavirus infiziert, kann das schlimme Folgen nach sich ziehen. Denn der Diabetes hemmt unter anderem die Heilungsprozesse bei Entzündungen. Darin liegt laut Gallwitz die große Gefahr: "Bei einer Covid-Infektion kommt es zu einer Entzündungsreaktion im ganzen Körper. Dadurch können noch zusätzliche Gefäßschäden entstehen. Auch das Risiko für Gefäßverschlüsse und Gerinnsel-Bildung wird erhöht." Und das Immunsystem der Diabeteskranken ist ebenfalls geschwächt. Das Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs steigt also sprunghaft und auch das Infektionsrisiko selbst ist erhöht.

Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Diabetes und Schlafmustern.

Die Diabetes-Dunkelziffer könnte sich aktuell noch einmal erhöht haben

Ob man bereits an Diabetes leidet, lässt sich problemlos durch eine Kontrolluntersuchung beim Arzt feststellen. Und wenn man als Erwachsener zum Beispiel zur Risikogruppe der Übergewichtigen zählt, dann sollte man diese Vorsorge auch unbedingt regelmäßig vornehmen lassen. Das gilt ebenso für ältere Menschen, spätestens ab dem 60. Lebensjahr.

Laut Gallwitz könnte sich die Dunkelziffer während der Coronakrise noch mehr als unter normalen Umständen erhöht haben. Der Mediziner geht davon aus, dass viele Menschen Kontrolltermine und Vorsorgeuntersuchungen aus Angst vor Ansteckung nicht wahrgenommen haben. Diese Risikogruppe könnte aktuell also so groß wie nie zuvor sein – und in den kommenden Monaten auch noch weiter wachsen.

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