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Alles, was Sie über Aknenarben und deren Behandlung wissen sollten

GQ-Logo GQ vor 6 Tagen Nadja Unterberger
beauty-aknenarben-aufm.jpg © Getty Images beauty-aknenarben-aufm.jpg

Hier lesen Sie alles rund um das Thema Aknenarben – von der Entstehung, über die Prävention, bis zur Behandlung.

Narben erzählen eine Geschichte, doch Akne ist nicht gerade die Art von Geschichte, die man Jahre später stolz reflektiert. Anfänglich war es nur ein kleiner roter Punkt, die Vorstufe einer eitrigen Explosion, der uns nach ausgiebiger Inspektion vor dem Spiegel dazu verleitet hat, schon vorbeugend Druck auszuüben. Druck – und das wörtlich. Es ist der Beginn einer minutenlangen Elimination, die Spuren hinterlässt. Nicht nur, dass wir unmittelbar nach dem Massaker wie ein Streuselkuchen aussehen, nein, es kann sich schlimmstenfalls zu Akne entwickeln – und diese kann zu Narben führen, die es zu vermeiden gilt. (Lesen Sie auch: Wie Sie Pickelmale entfernen, lesen Sie hier)

Mit dem Münchner Dermatologen, Allergologen und Ernährungsmediziner Dr. med. Christian Merkel – der im Haut- und Laserzentrum an der Oper seine Praxis hat und neben klassischer oder operativer Dermatologie auch auf ästhetische Behandlungen spezialisiert ist – haben wir über das Thema Aknenarben, deren Entstehung, Prävention und Behandlung gesprochen.

Was ist Akne?

Pickel, Pustel, Mitesser und fettige Haut – die gewöhnliche Akne (Acne vulgaris) bezeichnet eine entzündliche Veränderung der Talgdrüsen und Haarfollikel, meist an Stellen, die besonders viele Talgdrüsen enthalten. Das heißt: Gesicht, Nacken, Dekolleté, Oberarme und Rücken. Ihre Entstehung kann mehrere Ursachen haben:

Gleich vorweg ein Befreiungsschlag für alle Schokoladen-Liebhaber. Entgegen der sich hartnäckig haltenden Meinung, fördert unsere liebste Nascherei keine Akne. Akne hat weder etwas mit Schokolade, noch etwas mit mangelnder Hygiene oder verseuchter Luft zu tun. (Lesen Sie auch: Bye, bye Masken-Akne! 4 Tipps, die wirklich gegen Hautirritationen durch Mundschutz helfen)

Hautkrankheit Akne – vor allem in der Pubertät

Laut unseres Experten Dr. Merkel ist Akne, vor allem in der Pubertät die am häufigsten auftretende Hautkrankheit. Sie kann jeden Hauttypen treffen – egal ob hell oder dunkel, weiblich oder männlich. „In der Dermatologie beobachtet man eine genetische Häufung der Akne-Ursachen. So haben Männer häufiger als die Frauen eine schwere Form der Akne. Das liegt am erhöhten Testosteron-Wert. Die Talgdrüsen reagieren auf das männliche Geschlechtshormon mit vermehrter Fett- und Hornzellenproduktion, was die Ausführgänge der Drüsen verstopft". In der Folge entstehen Pickel, Pappeln und Pustel. ( Pickel am Rücken: Mit diesen Tipps werden Sie Rückenakne ein für alle Mal los)

„Es sind aber auch äußerliche Einflüsse, die zur Entstehung der Hautkrankheit führen können“, erklärt Merkel und zielt dabei nicht nur auf Faktoren wie Stress, Unverträglichkeiten und Medikamenten-Einnahme ab. „Gerade bei Männern nach der Pubertät, die sehr exzessiven Sport treiben, Proteinshakes oder gar andere Substanzen zum Muskelaufbau zu sich nehmen, beobachten wir häufig eine Spät- bzw. Erwachsenenakne (Acne tarda) im Gesicht und den Schultern.“

Wie entstehen Aknenarben?

Die normale Akne, in der Pubertät oder auch danach, besteht aus Mitessern, Pappeln und Pusteln, die primär keine Vernarbungen verursachen. Wichtig ist an dieser Stelle anzumerken, dass das Ausdrücken keine Lösung ist, viel eher einer der Auslöser. In den ballonartig aufgeblähten Drüsen haben sich reichlich Bakterien angesammelt. Sollten Sie an dieser Stelle schon energisch vor dem Spiegel stehen, bereit die juckenden Beulen bis aufs Letzte auszuquetschen, geben Sie damit metaphorisch dem ersten Dominostein den irreversiblen Schubs. (9 Gründe warum Sie immer wieder Pickel bekommen)

Das Sekret verteilt die Bakterien auf benachbarte Hautpartien, während die entleerte Pore schnell wieder belagert wird. Mehr und mehr kleine Entzündungen entstehen, die früher oder später das Bindegewebe zerstören, welches durch unspezifisches Gewebe ersetzt wird. Dieses Gewebe ist weniger gut durchblutet und kann sich sowohl verhärtend ausstülpen, als auch nach innen ziehen. 

Suchen Sie stattdessen bei flächendeckenden Pickeln und Pusteln einen Spezialisten auf und lassen Sie eine Haut-Analyse durchführen. Dermatologen verschreiben Ihnen entsprechende Medikamente und begleiten den Heilungsprozess, so kann Narbenbildung schnell erkannt und vorgebeugt werden: „Entwickeln sich aus anfänglich oberflächlichen Pickeln tiefe Pustel, Knoten oder Fisteln, sieht man als Dermatologe schon recht schnell, dass es sich um eine vernarbende Akne handelt“. (Auch interessant: Hitzepickel: Vier einfache Tipps, wie Sie den Ausschlag schnell wieder loswerden)

Welche Formen der Aknenarben gibt es?

Atrophibische Aknenarben: Diese Narben sind die Folge langfristig bestehender Entzündungen und Eiterungen. Sie sehen aus, als wären die betroffenen Hautstellen nach innen gezogen worden. Diese eingesunkenen Narben entstehen, wenn während des Heilungsprozesses nicht genug neues Bindegewebe gebildet wurde.

Hypertrophe Aknenarben: Das genaue Gegenteil der eingesunkenen Aknenarben sind hypertrophe Narben, die sich sichtbar verdickt von der normalen Haut abheben. Hier wurde zur Reparatur der Wunde zu viel neues Gewebe gebildet. Es ist die schmerzliche, juckende Form der Aknenarben, die sich hauptsächlich aufgrund genetischer Veranlagung auf den Schultern und dem Halsbereich und Oberkörper der Betroffenen bilden.

Helfen Hausmittel gegen Aknenarben?

Bei kleinen Narben können schon Hausmittel helfen. Mit ein paar wenigen Zutaten aus dem Drogeriemarkt und der Küche können Sie sich selbst ein abrasives Peeling herstellen, das die Unebenheiten mildern kann:

Etwas Heilerde (2 EL) aus der Drogerie oder sortierten Bio-Märkten als Basis für Ihr Home-Peeling, wirkt gegen Entzündungen und lindert den Juckreiz. Ergänzend wirkt Kaffeesatz (1 EL) durch die Fettsäuren im Kaffee antioxidativ – somit wird die Gewebeproduktion unterstützt. Mit etwas Honig (1 TL) wird die antibakterielle Wirkung der Heilerde ergänzt und etwas warmer Kräutertee wie etwa Kamille, Salbei und Rosmarin beruhigt die ohnehin gereizte Haut. Alles gut vermischt, kann das selbstgemachte Peeling ein bis zweimal die Woche kreisend auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen werden.

Von Fruchtsäure bis chemische Behandlung – so kann der Arzt bei Aknenarben helfen

Reicht die heimische DIY-Selbstbehandlung nicht aus, sollten Sie einen Hautspezialisten aufsuchen. Dieser erkennt sofort, um welche Form der Akne es sich handelt und ob diese gut oder eher schlecht zu behandeln ist. „Es gibt verschiedene Methoden zum Entfernen der Narben von soft bis hart, von mechanisch bis chemisch.“ Dr. Christian Merkel empfiehlt dabei für die leichte Akne Fruchtsäure, welche man in geringer Dosierung sogar von Zuhause anwenden kann, wie etwa das AHA PEELING von Jungglück (100ml, um 38 Euro). Übrigens: „Eine hochdosierte chemischen Behandlung mit Fruchtsäure kann in wöchentlichen bis zweiwöchentlichen Abständen von einer Kosmetikerin durchgeführt werden.“ 

Wem die Zeit für eine ausgiebige Grooming-Routine fehlt und abrasive Peelings bevorzugt, dem legen wir außerdem die praktischen Peeling-Pads “Glowskin Anti-Impurity Pads” von Doctor Duve (60 Pads, um 47,50 Euro, über doctor-duve.com) nahe. Die enthaltene Milchsäure (AHA) entfernt abgestorbene Hautschüppchen und Salicylsäure minimiert und verfeinert die Poren.

Die mechanische Behandlung erfolgt über eine Mikrodermabrasion, dabei werden laut Experten die oberen Hautzellen abgetragen. „Auch das sogenannte Microneedling, bei der ein Facharzt die Oberhaut durch mikroskopisch kleine Verletzungen dazu bringt, die gesamte Hautoberfläche zu erneuern, kann bei leichter bis mittelschwerer Akne die Narben minimieren“, erklärt der Experte. (Lesen Sie außerdem: Pickel über Nacht los werden: 6 Tricks, die wirklich funktionieren!)

Bei besonders schweren Fällen der Akne müssen härtere Geschütze aufgefahren werden: Laut Dermatologen ist der sogenannte fraktionierte CO2-Laser die stärkste Behandlungsmethode: „In lokaler Betäubung werden die oberflächlichen Hautschichten entfernt. Dies geschieht in drei bis vier Sitzungen, die in etwa vier Wochen Abstand auseinanderliegen. Diese radikale Behandlung wird nur im Winter durchgeführt, da die Haut einmal komplett erneuert wird.“ Speziell bei atrophibischen Narben, kann Hyaloronsäure am Ende das gesenkte Gewebe unterfüttern.

Wie kann man Aknenarben vorbeugen?

„Prävention ist das A und O“, denn schon bei leichter Akne können sogenannte Pickelmale entstehen. Diese rötlich bis bräunlichen Farbveränderungen der Haut oder auch Pigmentflecken stellen für die die Betroffenen oft eine große Belastung dar, können aber ganz gut selbst behandelt werden. (Lesen Sie dazu die fünf Tipps für ein ebenmäßigeres Hautbild)

Collage_Aknenarben.jpg © PR Collage_Aknenarben.jpg

Spezielle antibakterielle Cremes – wie die “Control Pickel Creme” von Keracnyl (30 ml, um 13 Euro, über shop.apotheke.com), verhindern gezielt die Verteilung der Pickel- und Mitesser-fördernden Bakterien und reinigen zugleich sanft verstopfte Poren. Auch talgreduzierende Emulsionen, wie die “Mattierende Emulsion” von Avène (40ml, um 13 Euro, über Sanicare.de) verhindern die Entstehung von schwerer Akne.

Heutzutage kann man laut Dr. Merkel eine Vernarbung der Akne gut umgehen. Dafür gibt es bestimmte Prozeduren und Medikamente, die dazu führen, dass keine Vernarbungen entsteht. „Als erstes behandelt man mit einem äußerlichen Antibiotikum zusammen mit Benzoylperoxid – einem Akne-Mittel das antibakteriell und keratolytisch wirkt – oder auch mit Vitamin A-Säure oder Azelainsäure, welche den meist gestörten Verhornungsprozess der Haut normalisiert und antibakteriell wirkt.“ Unterstützt werden diese Behandlungen von einer Kosmetikerin, die in regelmäßigen Abständen von vier Wochen eine professionelle Ausreinigung der Haut durchführt – dabei werden alle Mitesser gründlich und steril entfernt, so dass keine weitere Entzündungen entstehen. (Lesen Sie auch: Das sind die fünf größten Hautpflege-Fehler bei Männern)

Medikamente gegen die Bildung von Aknenarben

„Wenn diese erste Behandlung nicht ausreicht, und nach zwei bis drei Wochen noch keine Besserung in Sicht ist, dann sollte man auf ein innerliches Medikament, also Tabletten setzen.“ Dabei empfiehlt der Experte eine tägliche Einnahme über sechs bis zwölf Monate des sogenannten Isotretinoin. „Dieses Medikament wirkt gegen alle Entstehungsursachen von Akne, es hemmt die Talgproduktion, führt zu eine Abtragung der oberflächlichen Hautschichten und ist antibakteriell wirksam – es ist das potenteste Mittel gegen Akne“. Dieses Arzneimittel wird in der Regel gut vertragen, doch es ist nicht ganz nebenwirkungsfrei, „man muss regelmäßig Blutkontrollen durchführen“.

Akne muss also heutzutage keine Narben mehr hinterlassen. Schon präventiv kann gegen Vernarbungen gehandelt werden und die Behandlungsmethoden, selbst bei starker Vernarbung, sind vielseitig und recht schnell wirksam. Die Hilfe eines Dermatologen ist dabei meist unerlässlich.


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