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Blitzeis: Mehr als doppelt so viele Knochenbrüche

NetDoktor.de-Logo NetDoktor.de 14.01.2017 Jens Richter

Häufige Temperaturwechsel und Niederschläge um den Gefrierpunkt – da steigt die Gefahr durch sogenanntes Blitzeis. Die dünne, oft glasklare Eisschicht legt sich fast unsichtbar auf den gefrorenen Boden und ist nicht nur für motorisierte Verkehrsteilnehmer gefährlich. Auch für Fußgänger steigt das Risiko unvermittelter Stürze – mit zum Teil erheblichen Verletzungsfolgen.

So meldete allein die Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vom Samstag auf den Sonntag des vergangenen Wochenendes 45 glatteisbedingte Verletzungsfälle. Besonders häufig mussten die Ärzte Riss- und Quetschwunden (30 Fälle) sowie Knochenbrüche (20) behandeln – mehr als doppelt so viele wie an einem durchschnittlichen Wochenende. Dabei habe es sich überwiegend um Brüche der oberen Extremitäten, des Schlüsselbeins, aber auch um Oberschenkelhalsbrüche oder Frakturen des Sprunggelenks" gehandelt, so Professor Dr. Christian Krettek, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie an der MHH.

Warten, bis die Streudienste aktiv waren

Ganz besonders gefährdet für Sturzverletzungen sind ältere oder gehbehinderte Menschen, deren Beweglichkeit, Reflexe und Körperkraft oftmals nicht ausreichen, einen drohenden Sturz noch abzufangen – oder seine Folgen abzumildern. Aber auch körperlich aktive Menschen wie Jogger oder Radfahrer, die ihren Sport trotz widriger Straßenverhältnisse betreiben, gehören derzeit zu den Patienten der unfallchirurgischen Krankenhausambulanzen.

Der Rat der Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes für solche Wetterlagen ist so wirksam wie schlicht: "Bleiben Sie im Haus!" Zumindest so lange, bis Gebäudemanager und Streudienste für sichere Straßen- und Wegverhältnisse sorgen konnten. Und zwar von der Haustür an, denn viele Stürze ereignen sich bereits auf den Treppenstiegen oder Wegen auf privaten, nicht von den städtischen Streudiensten versorgten Grundstücken.

Verzichten Sie bei glatteisgefährdeten Wegen grundsätzlich auf sportliche Aktivitäten. Oder nutzen Sie Sohlen oder Reifen mit sogenannten Spikes, kleinen Stiften aus Metall, die in die Laufflächen eingearbeitet sind.

© animaflora - Fotolia

Watscheln wie ein Pinguin
Sollten Sie draußen von Glatteis überrascht werden, gibt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) folgenden Rat: Watscheln wie ein Pinguin! Das bedeutet: kleine, langsame Schritte und den Körperschwerpunkt immer über dem vorderen gewichtsbelasteten Fuß halten. Diese Gehweise sorge für mehr Stabilität, auch auf glatten Flächen, so die Fachleute der DGOU.

In der unfallchirurgischen Ambulanz der MHH habe sich die Lage inzwischen entspannt, berichtet die Klinikleitung. Man rechne allerdings nun mit Verlegungen von Patienten mit besonders komplizierten Bruchverletzungen, die in anderen Krankenhäusern primärversorgt wurden.

Pressemeldung der Medizinischen Hochschule Hannover vom 8. Januar 2017
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie vom 4. Januar 2017

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