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Brennnesseltee: Gesunder Genuss selbst gemacht

Mein schöner Garten 17.05.2018 Eva Monning
Brennnesseltee ist würzig und gesund © Fotolia/Hetizia Brennnesseltee ist würzig und gesund

Die Brennnessel ist besser als ihr Ruf: Mit vielen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen präsentiert sich das Garten(un)kraut als vielseitig einsetzbare Heil- und Genusspflanze. Mit wenig Aufwand lässt sich zum Beispiel ein köstlicher Brennnesseltee selber machen.

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Die im Garten so verpönte Brennnessel (Urtica) trägt große Heilwirkung in sich. Bereits seit Jahrhunderten wird die Pflanze als Lebensmittel, Tee, Saft oder Extrakt für allerlei Kuren und gegen verschiedenste Leiden eingesetzt. Besonders beliebt ist der einfach zubereitete Brennnesseltee, den man leicht selber machen kann, bei der Behandlung von Gicht, Harnwegs- und Prostata-Beschwerden sowie Atemwegserkrankungen und Heuschnupfen. Und nicht nur in der Küche findet die Brennnessel Verwendung – auch in der Naturheilkunde und der Kosmetik gibt es zahlreiche Brennnessel-Präparate.

Für die Herstellung von Heilpräparaten aus Brennnessel kommen verschiedene Brennnesselarten zum Einsatz. Werden die Blätter der Brennnessel getrocknet, gewalkt, gekocht oder gewässert, verlieren sie ihre Brennkraft und können bedenkenlos verzehrt werden. Die medizinische Wirkung der Brennnessel ist bereits in mehreren klinischen Studien untersucht worden.

Brennnesseltee selber machen

Um frischen Brennnesseltee selber zu machen, benötigen Sie eine Handvoll frisches, junges Brennnessel-Kraut (vor der Blüte!) oder zwei bis drei Esslöffel getrocknetes. Dieses übergießen Sie mit einem halben Liter kochendem Wasser. Den Brennnesseltee dann drei bis fünf Minuten abgedeckt ziehen lassen und anschließend die Blätter abseihen. Mit Zucker oder Honig verfeinert, kann der Tee heiß oder kalt getrunken werden. Für eine Frühjahrskur mit Brennnesseltee schneiden Sie am besten jeden Tag frische Brennnesselblätter. Handschuhe nicht vergessen!

Im Herbst, wenn die Brennnesseln nach dem Sommerschnitt noch mal frisch durchtreiben, können Sie die Kur wiederholen. Achten Sie bei Brennnesseltee-Kuren darauf, dass Sie zunächst mit einer Tasse pro Tag beginnen und die Menge dann langsam erhöhen. Die maximale Tagesdosis sind 12 Gramm Brennnesselblätter – und länger als sechs Wochen sollte eine Tee-Kur nicht dauern. Wird Brennnesseltee nicht als Genussmittel, sondern als Entgiftungs- oder Harnwegs-Kur mit bis zu drei Tassen pro Tag getrunken, sollten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Wasserzufuhr in Form von Mineralwasser achten!

Wirkung von Brennnesseltee

Die Inhaltsstoffe der Brennnessel, vor allem die Flavonoide, wirken entwässernd (adstringierend) und bakterienhemmend. Deshalb wird Brennnesseltee in erster Linie zur Abfuhr von eingelagertem Wasser aus den Körperzellen (zum Beispiel nach längeren Cortisonkuren oder bei Cellulite) angewendet. Die entwässernde Wirkung wird in der Schönheitsindustrie auch zum "entschlacken" und "entgiften" angepriesen. Die erhöhte Harnproduktion durch Anregung der Nieren hilft dabei, Giftstoffe (zum Beispiel nach längerer Medikamenteneinnahme) schneller loszuwerden. Durchspülungstherapien mit Brennnesseltee reinigen und stärken die Harnwege durch das enthaltene Kalium. Auch eine mildernde Wirkung auf die Beschwerden bei vergrößerter Prostata (benigne Prostatahyperplasie) durch Brennnesselextrakte ist bereits durch eine Studie belegt.

Eine Brennnesseltee-Kur kann außerdem durch die enthaltenen Histamine desensibilisierend bei Heuschnupfen wirken und Jucken und Niesreiz reduzieren. Die in der Brennnessel enthaltenen Vitamine (vor allem A und C) und Spurenelemente stärken Gesundheit und Abwehrkräfte. Die immunstärkende Wirkung der Brennnessel ist sogar deutlich höher, als die der bekannten Echinacea. Auflagen mit in abgekühlten Brennnesseltee getauchten Tüchern lindern Akne und Hautreizungen. Und nicht zuletzt ist Brennnesseltee abseits aller medizinischen Wirkungen ein würziges, frisches Lebensmittel, das ganz einfach im eigenen Garten geerntet und mit wenigen Handgriffen weiterverarbeitet werden kann.

Nebenwirkungen von Brennnesseltee

Bei empfindlichen Personen kann das Trinken von Brennnesseltee zu Magenbeschwerden führen. Allergiker reagieren mit Hautausschlag und Juckreiz und sollten den Tee meiden. Und auch bei reduzierter Herz- oder Nierenfunktion sollten Sie auf den Brennnesseltee verzichten. Bei übermäßigem Genuss droht Austrocknung.

Brennnesseltee in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sind viele Frauen auf der Suche nach natürlichen Produkten, um Wassereinlagerungen im Gewebe loszuwerden. Der Konsum von Brennnesseltee ist in der Schwangerschaft aber umstritten. Sowohl die möglichen Nebenwirkungen wie Unruhe und Muskelschmerzen als auch die starke Entwässerung können sich negativ auf die Schwangerschaftsentwicklung auswirken. Von Brennnesseltee in der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit wird daher von den meisten Ärzten abgeraten.

Brennnesselblätter für Tee geerntet

Brennnesselblätter für Tee geerntet
© Fotolia/mete021
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