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Corona in Deutschland: RKI meldet minimalen Anstieg bei Infektionen – aber Sprung bei Inzidenz

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 22.09.2022 Johannes Korge

Binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland 106 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Eine neue Studie zeigt eine mögliche Folgeerscheinung einer Ansteckung auf.

© Sebastian Kahnert / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 56.978 Neuinfektionen, knapp über dem Wert vom Vortag (56.715). Die Gesamtzahl der bekannten Infektionen ist damit auf über 32,85 Millionen gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 281,4 von 264,6 am Vortag.

Das RKI registrierte 106 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Am Mittwoch waren es noch 90 Todesfälle gewesen, die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 149.275.

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Auch nach einer vermeintlich überstandenen Infektion können laut einer aktuellen Studie längerfristige Folgen auftreten. Demnach leiden nach einer Coronainfektion deutlich mehr Menschen an einem chronischen Erschöpfungssyndrom als Menschen, die nicht mit dem Virus in Kontakt waren. Von dem Erschöpfungssyndrom sind zudem überwiegend junge Frauen betroffen, wie die Berliner Charité und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gemeinsam mitteilten. Das Forschungsteam wertete Daten von rund tausend Patientinnen und Patienten aus, deren Coronainfektion mindestens sechs Monate zurücklag.

Eine Vergleichsgruppe wurde aus rund tausend Menschen ohne vorangegangene Infektion gebildet. Rund 19 Prozent der zuvor Coronainfizierten wiesen demnach relevante Symptome für ein chronisches Erschöpfungssyndrom auf. In der Vergleichsgruppe waren es im Gegensatz nur acht Prozent. Chronische Erschöpfung kommt den Forschenden zufolge damit auch Monate nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehr als doppelt so häufig vor wie in der gesunden Allgemeinbevölkerung. Insbesondere trifft sie jüngere Frauen zwischen 18 und 24 Jahren.

Erkrankung mit persönlichem Leidensdruck verbunden

»Wir hatten im direkten Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung keine so hohen Zahlen und keinen so deutlichen Unterschied erwartet«, erklärte einer der Mitautoren der Studie, der Charité-Neurologe Carsten Finke. Das postinfektiöse chronische Erschöpfungssyndrom, auch bekannt als Fatiguesyndrom, zeigt sich den Angaben zufolge durch eine langfristige und stark ausgeprägte körperliche Schwäche.

Die Erkrankung ist laut Finke mit großem persönlichen Leidensdruck verbunden, führt zudem zu Ausfällen am Arbeitsplatz und stellt eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar. Geeignete Therapieoptionen fehlen demnach. Zudem gab es bislang keine zuverlässigen Zahlen für die Häufigkeit von Spät- und Langzeitfolgen wie dieser nach einer Coronainfektion.

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