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Corona: Länder-Gesundheitsminister wollen schnell Kinderimpfungen

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 29.11.2021 Marc Röhlig

Die europäische Arzneimittelbehörde hat die Biontech-Vakzine für Kinder ab fünf Jahren zur Zulassung empfohlen, doch Stiko-Chef Mertens bleibt noch verhalten. Nun macht die Politik Druck.

© Paul Vernon / dpa

Das Spiel wiederholte sich seit Beginn der Impfkampagne bereits mehrfach: Die Ständige Impfkommission (Stiko) erbittet sich für ihre Empfehlungen zu den Corona-Vakzinen Zeit, die Politik beginnt zu drängeln. Nun stehen die Kinderimpfungen aus und die Gesundheitsminister der Länder drücken erneut aufs Tempo.

Man begrüße es, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA einen Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige zur Zulassung empfohlen habe, sagte Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) nach einer Schaltkonferenz der Minister von Bund und Ländern in München. Nun werde die EU-Kommission aufgefordert, den Impfstoff schneller zur Verfügung zu stellen als am 20. Dezember. »Wir hoffen, dass das vorgezogen werden kann, damit wir da auch noch schneller mit den Impfungen anfangen können.« Diese Forderung untermauerten die Länder mit einem einstimmigen Beschluss.

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sei sich einig gewesen, dass man überall Kinder- und Familienimpfstraßen auf den Weg bringen wolle, damit man unmittelbar, wenn der Impfstoff zur Verfügung stehe, beginnen könne, sagte Holetschek als derzeitiger GMK-Vorsitzender.


Video: "Kinderimpfung ist sicher": Gesundheitsminister ruft zur Kinderimpfung auf (Puls24)

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»Wir wollen da keinen Druck aufbauen«

Zudem werde die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, »zeitnah« eine Empfehlung abzugeben, »und zwar so schnell sie können«. »Wir wollen da keinen Druck aufbauen«, sagte Holetschek. »Wir wissen aber, dass es wichtig wäre, das wir zeitnah gerade bei diesen sensiblen Impfungen tatsächlich von der Ständigen Impfkommission ein Signal kriegen.«

Die Stiko hatte zuletzt angekündigt, möglichst bis zur Auslieferung des Kinder-Impfstoffs eine Empfehlung auszusprechen. Gleichzeitig bremste der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens die Erwartungen. Er könne nachvollziehen, wenn Eltern einer Impfung ihrer Kinder skeptisch gegenüberstehen. »Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht – nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen ›Restrisiken‹ bei den Kindern in dieser Altersgruppe«, sagte Mertens vergangene Woche.

In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech /Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen. Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen.

In der EU ist man einen Schritt weiter: Die EMA hatte vergangenen Donnerstag grünes Licht für die Zulassung des Präparats von Biontech/Pfizer (Comirnaty) auch für die Gruppe der Fünf- bis Elfjährigen gegeben – aber in niedrigerer Dosierung.

Die zuständigen Expertinnen und Experten hatten gut zwei Monate lang die Daten zu Risiken und Effektivität des Impfstoffs bei Fünf- bis Elfjährigen geprüft.

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