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Das bedeutet es, wenn du ständig kalte Hände hast

DIE WELT-Logo DIE WELT 08.12.2016
Tea and chipped nails. © Getty Images/Moment RF Tea and chipped nails.

Spätestens in der kalten Jahreszeit geht es für viele los: Hände und Füße sind permanent unterkühlt, ganz egal in wie viel Wolle sie eingepackt sind. Dieses Phänomen kommt nicht nur von der Kälte.

Gehörst du auch zu den Leuten, denen man zur Begrüßung beim Händeschütteln immer mitgibt, was sie für kalte Hände haben? Und das eben nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer? Dann könnte es sein, dass du das "Raynaud Phänomen" hast. Es ist nach Maurice Raynaud benannt, einem französischen Arzt, der sich im 19. Jahrhundert mit dem Thema auseinandersetzte.

Wie äußert sich das Phänomen?

Die Durchblutung in den betroffenen Körperstellen wird reduziert, es kann weniger Sauerstoff dorthin transportiert werden. Erst, wenn der Körperteil wieder warm wird, kommt auch der leichte Rotton der Haut zurück, der signalisiert, dass die Durchblutung wieder läuft. Soweit ist das erst einmal eine normale Reaktion des Körpers auf Kälte. Wenn es kalt wird, zieht sich das Blut in die Körpermitte zurück, um Wärmeverlust dort vorzubeugen.

Bei Personen mit Raynauds Phänomen ist diese Reaktion in den Extremitäten allerdings deutlich stärker. Die Blutgefäße, die das Blut dorthin transportieren, überreagieren auf die Kälte und der Blutfluss wird entsprechend reduziert. Die Körperteile fühlen sich kalt und taub an, wird der Körperteil wieder erwärmt, wird das Blut wieder normal transportiert und man verspürt ein kribbelndes Gefühl.

Diese Kältereaktion wird bei Betroffenen allerdings nicht nur durch Kälte ausgelöst, sondern kann auch durch Stress hervorgerufen werden. Fünf bis zwanzig Prozent der Bevölkerung sollen von dem Phänomen betroffen sein.

Das sogenannte "primäre Raynaud Phänomen" wird ohne bekannten Grund ausgelöst. Bei dem "sekundären Raynaud Phänomen" handelt es sich schon um ein schwerwiegenderes Problem, das im Zusammenhang mit Erkrankungen wie z.B. Gelenkrheumatismus auftritt. Mithilfe zweier Bluttests kann ein Arzt herausfinden, um welchen Fall des Phänomens es sich handelt.

Primäres Raynaud Phänomen beginnt schon relativ früh, und zwar zwischen dem 15ten und 30ten Lebensalter. Frauen, da stimmt das Vorurteil, sind häufiger betroffen. Und zwar bis zu viermal häufiger.

Was kann man dagegen tun?

Leider so gut wie gar nichts. Wer an primärem Raynaud Phänomen leidet, hat einfach ein bisschen Pech. Aber was man natürlich tun kann, sind die Effekte des Phänomens angehen. Soll heißen: Sich möglichst warm anziehen. Lange Unterhose, Thermowäsche und extra-wärmende Schuhsohlen im Winter. Bei Handschuhen halten Fäustlinge wärmer als Fingerhandschuhe.

Außerdem gilt für Raynaud-Betroffene im besonderen Maße der Klassiker unter den Gesundheitstipps, nicht rauchen! Denn Nikotin lässt die Hauttemperatur zusätzlich sinken und vergrößert so das Problem. Stattdessen vielleicht einen Gang beim Spazierengehen zulegen, denn je schneller das Herz pumpt, desto mehr Blut wird transportiert und dir wird wärmer.

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