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Die häufigsten Rasenkrankheiten erkennen und bekämpfen

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Rasen mit hellbraunen Flecken © Singjai20/iStock Rasen mit hellbraunen Flecken Es muss nicht gleich ein perfekter Englischer Rasen sein, doch gesund sollte das Gras schon aussehen. Will der Rasen trotz sämtlicher Pflegemaßnahmen nicht wachsen, könnten diese Rasenkrankheiten dahinterstecken.

Verfärbte Grashalme, braune Flecken oder weißer Schimmel – es gibt Dinge, die möchte man definitiv nicht auf seinem Rasen vorfinden. Eine gute Rasenpflege kann vielen Rasenkrankheiten bereits vorbeugen.

Manchmal wird der Fehler jedoch bereits mit dem Rasen zusammen geliefert. Denn selbst bei einfachen Grashalmen gilt: Qualität hat ihren Preis! Billiges Saatgut kann einem auf Dauer teuer zu stehen kommen, denn aus schlechten Samen wächst ein geschwächter Rasen heran, der für viele Krankheiten anfälliger ist. 

Auch ein gesunder Rasen kann jedoch unter schlechten Witterungsbedingungen und falscher bzw. mangelnder Pflege krank werden. Wir stellen Ihnen daher die zehn bedeutendsten Rasenkrankheiten vor, erklären, wie Sie diese erkennen und geben Tipps für eine erfolgreiche Behandlung.

Wie erkenne ich Rasenkrankheiten?

Schimmelt der Rasen ist dies natürlich auffällig und selbst von Laien leicht zu erkennen, aber braune Flecken oder verfärbte Grashalme? So sehen doch die meisten Rasenflächen spätestens im Hochsommer bei langanhaltender Trockenheit oder im Winter nach dem Frost aus.

Natürlich sind nicht alle Rasenflächen krank, nur weil sie sich einmal verfärben und nicht sattgrün aussehen. Bestimmte Witterungsbedingungen oder ein Nährstoffmangel können dem Gras ähnliche Symptome zufügen. Der große Unterschied: Mit etwas Pflege erholt sich der Rasen wieder. Ist das nicht der Fall, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Rasenkrankheit und Sie sollten Ihren Rasen einmal ganz genau unter die Lupe nehmen, um die Symptome zuordnen zu können.

Welche Rasenkrankheiten gibt es?

Die meisten Rasenkrankheiten werden von Pilzen verursacht, die im Boden schlummern und nur darauf warten, dass Sie die Rasenpflege vernachlässigen. Dann breiten sie sich in Windeseile aus und können ganze Gärten so weit zerstören, dass der Rasen zumindest teils ersetzt bzw. nachgesät werden muss. Die folgenden zehn Krankheitserreger nisten sich bevorzugt auf Rasenflächen ein.

1. Blattflecken

Bei Blattflecken handelt es sich um eine Krankheit, die jede Rasensorte zu jeder Jahreszeit befallen kann. Besonders gefährdet sind jedoch alte Rasenflächen, die sich im Laufe der Zeit stark verdichtet haben. Er breitet sich durch seine Sporen schnell auf umliegende Rasenflächen aus.

  • Schadbild: Blattflecken zeigen sich durch braun-rote, schwarze und sogar violette Flecken auf den Grashalmen.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Blattflecken lassen sich nicht direkt bekämpfen, daher sollten Sie versuchen gut vorzubeugen. Vertikutieren Sie Ihren Rasen immer gründlich und entfernen Sie umgehend jeden Rasenschnitt. Die Schnitthöhe sollte außerdem nicht zu tief eingestellt sein.

2. Dollarflecken

Die Dollarflecken-Krankheit bildet sich bei warmen Temperaturen im Sommer, wenn am Morgen Tau auf dem Rasen liegt. Nährstoffmangel begünstigt die Bildung der Flecken zudem.

  • Schadbild: Bei Dollarflecken handelt es sich um kleine weiße Flecken von maximal fünf Zentimetern Durchmesser. In den frühen Morgenstunden bei Tauwetter ist auch ein Pilzgeflecht auf dem Rasen erkennbar.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Dollarflecken lassen sich durch Vertikutieren und eine zeitweise Anhebung der Schnitthöhe bekämpfen. Außerdem sollten Sie den Rasen selten, aber dafür ausgiebig gießen. Als Vorbeugung hilft eine gute Nährstoffversorgung mit Stickstoff- und Kaliumdünger. Trockene Stellen sollten außerdem vermieden werden. Dollarflecken können durch Gartenwerkzeug übertragen werden, sodass dieses immer gut gereinigt werden müssen, wenn der Boden einer befallenen Stelle behandelt wurde.

3. Hexenringe

Hexenringe werden durch Pilze verursacht, die sich kreisförmig im Rasen ausbreiten. Sie entstehen durch einen Nährstoffmangel.

  • Schadbild: Hexenringe verursachen eine kreisrunde Verfärbung, aus der gegebenenfalls Pilze hervorsprießen. Am Randbereich der Verfärbung wächst der Rasen sehr stark, weil die Pilze dort Stickstoff freisetzen.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Die Pilze lassen sich nur schwer entfernen und sollten nie zerstört werden, damit sich keine Sporen ausbreiten. Sie können in Wasser ertränkt oder mit Sand zugeschüttet werden. Wenn das nicht hilft, muss der Boden großflächig ausgestochen und der gesamte Pilz entfernt werden. Als Vorbeugung sollten Sie eine Bodenanalyse durchführen, damit Sie genau erfahren, welche Nährstoffe im Rasen fehlen. So ist eine zielgerichtete Düngung möglich. Durch regelmäßiges Aerifizieren ist sichergestellt, dass der Rasen die Nährstoffe auch komplett aufnimmt.

4. Rasenrost


Video: Darum können uns Nahrungsergänzungsmittel schaden (glomex)

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Rasenrost ist eine Krankheit, die häufig Rasenflächen befällt, aber selten starke Probleme verursacht. Er entsteht durch Wassermangel bei Temperaturen über 20 Grad Celsius.

  • Schadbild: Rasenrost erkennen Sie an gelb-braun verfärbten Halmen. Außerdem entwickeln sich kleine Pusteln auf den Blättern.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Rost entsteht durch Wassermangel, vermehrt sich aber besonders stark bei Feuchtigkeit an den Halmen. Wässern Sie daher durchdringend, aber nur in den Morgenstunden, sodass überschüssige Feuchtigkeit schnell verdunstet. Halten Sie die Halme außerdem kurz, damit sie besser trocknen.

5. Rotspitzigkeit

Rotspitzigkeit ist eine der schlimmsten Rasenkrankheiten. In besonders schweren Fällen stirbt der Rasen komplett ab. Sie entsteht durch eine hohe Feuchtigkeit und einem Mangel an Stickstoff.

  • Schadbild: Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als hätten sich die Halme rot-weiß verfärbt, tatsächlich handelt es sich um ein Pilzgeflecht, welches sich über die Halme legt.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Eine sofortige Düngung mit einem stickstoff- und kaliumhaltigen Dünger hilft meist schnell. Die befallenen Gräser sterben dann nicht ab, sondern treiben einfach neu aus.

6. Schleimpilze

Schleimpilze treten bevorzugt im Sommer bei feucht-warmer Witterung auf und befallen in erster Linie verfilzten Rasen. Sie werden auch als „Engelsschnäuze“ und „Hexengespei“ bezeichnet.

  • Schadbild: Schleimpilze erkennen Sie an dem sehr unansehnlichen Schleim, der sich an den Blättern festsetzt.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Die beste Vorbeugung ist der Verfilzung des Rasens durch Vertikutieren und Aerifizieren vorzubeugen. Gegen den Pilz an sich müssen Sie sich nicht vorgehen. Er sieht lediglich unansehnlich aus, richtet aber keinen Schaden an und verschwindet von selbst wieder.

7. Schneeschimmel

Schneeschimmel, auch Grauer Schneeschimmel und Typhula-Fäule gennant, ist eine Krankheit, die vor allem im Frühjahr und Herbst bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad Celsius auftritt. Wenn eine Schneedecke den Boden bedeckt, fühlt sich der Pilz besonders wohl.

  • Schadbild: Der Schneeschimmel bildet kreisrunde, dunkelbraune Flecken mit bis zu 20 cm Durchmesser. Das Gras ist nass und faulig und mit einem weißen Schleimfilm überzogen.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Zur Vorbeugung hilft eine Herbstdüngung mit Kalium und Magnesium, um den Rasen für den Winter zu stärken. Auch regelmäßiges Vertikutieren ist hilfreich. Bekämpfen müssen Sie Schneeschimmel nicht. Er stirbt bei hohen Temperaturen von über 20 Grad Celsius von selbst ab.

8. Schwarzbeinigkeit

Diese Rasenkrankheit, die durch einen Pilz verursacht wird, ist sehr selten. Sie entsteht durch eine Kombination aus Staunässe und einem zu hohen pH-Wert.

  • Schadbild: Die Schwarzbeinigkeit verursacht große braune bis gelbe Flecken, die bis zu einem Meter Durchmesser erreichen können. Sie ist von anderen Rasenkrankheiten leicht zu unterscheiden, indem Sie ein paar Grashalme herausreißen. Sind die Wurzeln schwarz, ist die Diagnose eindeutig.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Bekämpfen lässt sich die Schwarzbeinigkeit kaum. Vorbeugen lässt sie sich, indem Sie den pH-Wert des Bodens bestimmen. Dieser sollte unter 7,0 liegen. Um den pH-Wert zu senken, eignet sich Kaffeesatz, Schwefel, Nadelerde oder Rasenkalk.

9. Wurzelhalsfäule

Die Wurzelhalsfäule weist ein ähnliches Schadbild auf wie der Schneeschimmel und bereitet sich ebenfalls bei Temperaturen um die 0 Grad Celsius aus. Der große Unterschied: Die Grashalme sind nicht schleimig, sondern trocken.

  • Schadbild: Wurzelhalsfäule breitet sich in braunen bis rosafarbenen Flecken, die bis zu 50 cm Durchmesser aufweisen, aus. Die Wurzeln werden zerstört, die Halme faulen.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Als Vorbeugung sollten Sie den Rasen regelmäßig belüften und weniger gießen.

10. Wurzelbrand

Wurzelbrand tritt hauptsächlich bei neuem Rasen auf. Er wird meist mit minderwertigem Saatgut eingeschleppt oder entsteht durch eine hohe Belastung eines neuen Rasens.

  • Schadbild: Die Halme hängen herab und sind braun verfärbt.
  • Vorbeugen/Bekämpfen: Die befallenen Stellen müssen herausgerissen und mit qualitativ hochwertigem Saatgut neu gesät werden.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass vorbeugende Maßnahmen immer das beste Mittel der Wahl gegen die meisten Rasenkrankheiten ist. Eine ausgewogene Düngung trägt zur Stärkung des Rasens bei. Regelmäßiges Mähen lässt den Rasen schnell trocknen. Gießen Sie ihren Rasen außerdem nur selten, aber immer durchdringend und vermeiden Sie Staunässe und Verfilzung durch regelmäßiges Aerifizieren und Vertikutieren des Rasens.

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