Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Folgen von Alkohol: So schaden Sie Ihrem Körper

Men’s Health-Logo Men’s Health 12.01.2019
© Syda Productions / Shutterstock.com

Nicht nur Alkoholiker schaden ihrem Körper. Auch Gelegenheitstrinker müssen mit gesundheitlichen Folgen rechnen. Wir erklären, ab wann Alkohol zum gefährlichen Gesundheitsrisiko wird

Ein oder zwei Bier nach Feierabend – wer gönnt sich das nicht mal ab und zu? Doch das sollte nicht zur Gewohnheit werden, denn regelmäßiges Trinken führt schneller zu gefährlichen Erkrankungen, als Sie ahnen. Betroffen sind nicht nur regelmäßige Partytrinker. Ab wann der Konsum riskant ist und welche Folgen zu viel Alkohol hat, erklärt Prof. Dr. med. Florian Eyer, Leiter der Abteilung für Klinische Toxikologie und Giftnotruf München am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.

Wieviel Alkohol ist schädlich?

Auch beim Alkoholkonsum gilt: Die Dosis das Gift. Daher hat die WHO bestimmte Grenzwerte festgelegt, die Sie nicht überschreiten sollten, um negative Auswirkungen zu vermeiden. Die Grenzwerte für einen tolerablen Konsum liegen bei 24 Gramm reinem Ethanol (bei Frauen 12 Gramm) pro Tag. Überschreiten Sie die Grenze, liegen Sie im riskanten Bereich und setzen Ihre Gesundheit aufs Spiel. Es ist wichtig zu verstehen, dass auch ein geringerer Konsum von Alkohol negative gesundheitliche Auswirkungen haben kann.

Das könnte Sie auch interessieren:
Rezept der Woche : Georgisches Chutney

Wir haben unseren Salzstreuer jahrelang falsch benutzt!

Wer jeden Tag trinkt, wird zudem schnell süchtig nach der täglichen Dosis Alkohol. International wird daher empfohlen, an 2 bis 3 Tagen pro Woche ganz auf Alkohol zu verzichten. Ein Maßnahme, über die Sie nachdenken sollten, angesichts von zirka 74.000 Menschen, die in Deutschland jährlich an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums sterben – Unfalltote und Gewaltverbrechen nicht mit eingerechnet.

© Oleksandra Naumenko / Shutterstock.com

Wie schnell die Grenzwerte erreicht werden, zeigen folgende Beispiele: Ein großes Glas Bier (500ml) mit 5 Prozent Alkoholgehalt enthält 20 Gramm Alkohol. Ein kleines Glas Whiskey (4cl) 13 Gramm, ein kleiner Gin-Tonic (200ml) 10 Gramm und ein Mojito (300ml) knapp 20 Gramm. Genießen Sie jeden Abend zwei kleine Flaschen Feierabendbier à 330ml, haben Sie die Grenzwerte bereits überschritten.

Verringert Alkohol die Potenz?

Whiskey gilt als das Getränk echter Männer und strahlt Männlichkeit, Macht und Sex-Appeal aus. In Wahrheit bewirkt der Alkohol genau das Gegenteil, denn der Konsum von Alkohol kann die Potenz verringern. "Alkohol schränkt die Durchblutung ein und hat einen Einfluss auf die Hormonentwicklung", erklärt Eyer. "Zudem wirkt Alkohol auf den Hoden und beeinträchtigt so die Fruchtbarkeit." Langfristig kann Alkohol zu Leberschädigungen führen. Dadurch verliert Ihre Leber die Fähigkeit, das weibliche Sexualhormon Östrogen effektiv abzubauen. Gleichzeitig nimmt die Testosteron-Konzentration ab. Die Folge: Testosteronmangel und eine verringerte Libido. 

Aber auch das Feierabendbier kann Auswirkungen auf Ihr Stehvermögen haben. Wirkt Alkohol in geringen Mengen enthemmend, so beeinträchtigt er bereits ab einem Blutalkoholspiegel von zirka 0,4 Promille die Erektionsfähigkeit. Sollten Sie heute abend also ein romantisches Tête-à-Tête geplant haben, verzichten Sie lieber auf Alkohol oder trinken Sie nur eine ganz geringe Menge.

>>> Das müssen Männer über Testosteron wissen

© Kaspars Grinvalds / Shutterstock.com

Führt Alkohol zu einem Bierbauch?

Alkohol ist ein echter Dickmacher! Verzichten Sie lieber auf Bier, Wein, Spirituosen und andere Sorten Alkohol, wenn Sie nicht möchten, dass sich Ihre Bauchmuskeln im Speckmantel verstecken. Ihre Gesundheit wird es Ihnen gleich doppelt danken, denn Alkohol selbst führt nicht nur zu gesundheitlichen Schäden, sondern auch das entstandene Übergewicht wiederum begünstigt zahlreiche Krankheiten.

  • Alkoholische Getränke enthalten viele Kalorien: Ein Gramm Alkohol enthält 7 Kalorien, das sind fast so viele Kalorien wie ein Gramm Fett enthält (9 Kalorien). So wundert es nicht, dass ein Bier (500 ml) 215 Kalorien enthält, ein Glas Weiß- oder Rotwein (200 ml) zirka 150 Kalorien und ein Caipi (300 ml) 322 Kalorien. Nach ein paar Getränken haben Sie also schon die Kalorien einer ganzen Mahlzeit vertrunken. Doof nur, dass Alkohol auch noch hungrig macht!
  • Alkohol lässt Sie zur Raupe Nimmersatt werden: Das kommt daher, dass Alkohol im Gehirn bestimmte Areale stimuliert, die an der Entstehung des Hungergefühls beteiligt sind. So werden spezielle Hormone und Neurotransmitter freigesetzt, die hungrig machen. Durch die dehydrierende Wirkung des Alkohols verliert der Körper außerdem wichtige Salze, wodurch ein Appetit auf deftiges und salziges Fast Food entsteht. 

>>> So beugen Sie einem Herzinfarkt vor

Alkohol ist ein echter Dickmacher! © BigLike Images / Shutterstock.com Alkohol ist ein echter Dickmacher!

Ab wann tötet Alkohol Gehirnzellen?

Alkohol gilt, unabhängig vom Alter, als Hauptursache für Demenz. "Menschen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol konsumieren, bauen im Alter kognitiv ab", so unser Experte. "Sie sind nicht mehr so leistungsfähig und können sich schlecht konzentrieren." Dennoch ist es eine Frage der Menge, ob Gehirnzellen absterben. Liegen Sie unterhalb der WHO-Grenze, ist es nicht zu erwarten, dass Gehirnzellen absterben. Konsumieren Sie größere Mengen, entstehen jedoch Schäden am Nervensystem und am Gehirn.

Die gute Nachricht: Ihre kognitiven Fähigkeiten können sich wieder verbessern, wenn Sie dem Alkohol entsagen. Das funktioniert jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Haben Sie bereits Schädigungen, lassen sich diese nicht mehr rückgängig machen.

>>> So verbessern Sie Ihren IQ

Führt Alkohol zu Leberschäden?

Alkohol gilt als Zellgift und wird über die Leber abgebaut. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Leber Schaden nimmt, wenn sie regelmäßig mit Alkohol überschwemmt wird. Die Folgen können dramatisch sein.

  • Alkoholische Fettleber: Regelmäßiger Alkoholkonsum verändert den Stoffwechsel der Leber und ihre Struktur. Das beim Alkoholabbau entstehende Acetaldehyd schädigt die Leberzellen und führt zu einer Verfettung der Leber. Die Leber ist dann weniger in der Lage, Fett abzubauen, während die Fettsynthese gesteigert wird. Und das ist gar nicht mal so selten: "Chronisch Alkohol-Trinkende, die deutlich oberhalb der Grenzwerte liegen, entwickeln zu 90 Prozent eine Fettleber", so unser Experte. Hinzu kommt, dass eine unbehandelte Fettleber zu einer Leberzirrhose führen kann.
  • Leberzirrhose: Wird weiterhin Alkohol konsumiert, können Entzündungen entstehen und Leberzellen werden durch Bindegewebe ersetzt. Die Leber vernarbt und schrumpft, es entsteht eine Leberzirrhose. Das hat gefährliche Auswirkungen, denn durch die eingeschränkte Funktion der Leber ist auch der Hormonhaushalt und die Blutgerinnung gestört. Zudem können Giftstoffe nicht mehr richtig abgebaut werden und dadurch ins Gehirn gelangen. Langfristig vergiftet der Körper sich selbst.
  • Sorgen Sie vor: Sobald Sie dem Alkohol entsagen, kann sich eine Fettleber regenerieren. Durch eine ausgewogene Ernährung und genügend Sport kann Ihre Leber wieder gesund werden. Besteht jedoch schon eine Leberzirrhose, ist Ihre Leber bereits so stark geschädigt, so dass sie sich, selbst bei Alkoholabstinenz, nicht mehr erholen kann. Lassen Sie es nicht so weit kommen!

>>>  Die besten Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören

Alkohol schädigt die Leber und begünstigt eine Leberzirrhose © Emily frost / Shutterstock.com Alkohol schädigt die Leber und begünstigt eine Leberzirrhose

Führt Alkohol zu Herzkrankheiten?

Beim Genuss von Alkohol werden die Stresshormone Cortisol und Noradrenalin ausgeschüttet. Diese bewirken eine Erhöhung des Blutdrucks. Bluthochdruck begünstigt jedoch zahlreiche Herzerkrankungen. So schädigt Bluthochdruck die Gefäße und führt zur Arteriosklerose, einer Verkalkung der Blutgefäße. Dadurch erhöht sich unter anderem die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall, Herzinfarkt, eine Herzschwäche und eine Niereninsuffizienz zu erleiden.

>>> Das sollten Sie über Bluthochdruck wissen

© Rawpixel.com / shutterstock.com

Erhöht Alkohol das Krebsrisiko?

Nach einem Männerabend oder einer durchfeierten Nacht wachen viele mit einem Kater auf. Ein brummender Schädel, Übelkeit und Schwindel erinnern an die Drinks vom letzten Abend. Schuld daran ist unter anderem das Acetaldehyd, das beim Abbau von Alkohol entsteht. Der Alkohol wird in der Leber durch die Alkohol-Dehydrogenase (ADH) zu Acetaldehyd umgewandelt, bevor es dann zu Acetat verstoffwechselt wird. Das Acetaldehyd führt jedoch zu Schädigungen an der DNA und kann gleichzeitig zu Mutationen führen, der Hauptursache für Krebserkrankungen.

"Insbesondere die hochprozentigen Alkohole sind für die deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit an Karzinomen im Rachen, Kehlkopf und der Speiseröhre verantwortlich", erläutert Prof. Eyer, "Schon niedrigere Mengen Alkohol erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung."

>>> So beugen Sie Prostatakrebs vor

© Zoriana Zaitseva / Shutterstock.com

Wer sich gelegentlich ein alkoholisches Getränk gönnt, muss sich keine Sorgen machen. Übersteigen Sie jedoch die Grenzwerte von 24 Gramm reinem Ethanol pro Tag, riskieren Sie Ihre Gesundheit, denn der Konsum von Alkohol kann unter anderem zu Krebs, Demenz und Potenzproblemen führen. Versuchen Sie, Ihren Alkoholkonsum so gering wie möglich zu halten!

Mehr auf MSN

Als Nächstes anschauen
NÄCHSTES
NÄCHSTES

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Men’s Health

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon