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Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, Krebs- in Fettzellen umzuwandeln

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 21.01.2019 Pembe Bilir

a close up of a flower: Krebszellen © Provided by Business Insider Inc Krebszellen

Wie die deutsche Krebsgesellschaft berichtet, hat sich die Zahl der Brustkrebspatienten seit 1980 verdoppelt und die Krankheit zählt heute mit 30,5 Prozent zu der am häufigsten auftretenden Krebserkrankung bei Frauen in Industrienationen.

Aufgrund der meist erfolgreichen Therapiemethoden ist die Überlebensrate in den vergangenen Jahren trotz ansteigender Erkrankungszahlen angestiegen. Sogenannte Metastasen, die sich ausbreiten und in andere Organe streuen können, sind hingegen nicht heilbar, weshalb Betroffene ein Leben lang auf Medikamente, die deren Ausbreitung kontrollieren, angewiesen sind. 

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Bis heute kennen Forscher die genauen Mechanismen hinter der Entstehung und Ausbreitung der Metastasen nicht. Bekannt ist jedoch, dass die Tumorzellen den zellulären Prozess Epitheliale-Mesenchymale-Transformation (EMT) nutzen, um sich zu mobilisieren.

Forscher der Universität Basel haben sich diesen Vorgang nun genauer angeschaut und eine Therapiemethode entwickelt, um Brustkrebszellen mittels EMT in Fettzellen umzuwandeln. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Cancer Cell“ veröffentlicht. 

Krebszellen können mit Medikamenten in Fettzellen umgewandelt werden

Normalerweise spielt die EMT während der Embryonalentwicklung eine entscheidende Rolle. Bei dem Vorgang entstehen aus den Epithelzellen bewegliche Zellen, die sich in unterschiedliche Typen differenzieren können. Auf diese Weise bilden sich die Organe aus.

Krebszellen nutzen die EMT hingegen, um in andere Gewebe zu wandern und dort Metastasen zu bilden. Da die Krebszellen bei der Metastasierung sehr differenzierfähig sind, haben die Forscher um Gerhard Christofori von der Universität Basel nun untersucht, ob sie so beeinflusst werden können, dass sie sich zu harmlosen Zellen entwickeln. 

Hierfür haben die Forscher Mäusen mit menschlichen Brustkrebstumoren drei Wochen lang täglich zwei Medikamente gegeben — zum einen das Krebstherapeutikum Trametinib und zum anderen das bei Typ-2-Diabetes eingesetzte Mittel Rosiglitazon.

Und sie waren erfolgreich: „Brustkrebszellen, die die EMT durchliefen, entwickelten sich nicht nur zu Fettzellen, sie haben die Metastasierung komplett gestoppt“, so Christofori im Gespräch mit der britischen Website „Technology Networks“.

Methode muss mit konventionellen Krebstherapien verknüpft werden

Doch die Krebszellen lassen sich nicht nur medikamentös zu Fettzellen umprogrammieren, sie bleiben nach der Umwandlung auch Fettzellen. „Sofern wir das aus unseren Zellkulturexperimenten ableiten können, bleiben einmal umgewandelte Krebszellen Fettzellen und wandeln sich nicht wieder in Brustkrebszellen um“, erklärt Christofori weiter.

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Der ursprüngliche Tumor könne nach Angaben der Forscher jedoch nicht vollständig in Fettzellen umgewandelt werden. Da mit dieser Therapiemethode jedoch die Ausbreitung von Metastasen gehemmt wird und ein Großteil der bösartigen Krebszellen ausgeschaltet werden kann, trägt sie zur weitgehenden Schwächung des Tumors bei. „In Zukunft könnte unser Ansatz in Kombination mit konventionellen Methoden wie der Chemotherapie eingesetzt werden, um sowohl die Ausbreitung des Primärtumors als auch die Bildung tödlicher Metastasen zu verhindern.“

Die Forscher werden nun die Verknüpfung ihrer neuen Methode mit der Chemotherapie testen und untersuchen, ob sie auch auf andere Krebsarten übertragen werden kann. 

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