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Geldsorgen belasten das Herz

NetDoktor.de-Logo NetDoktor.de 21.02.2019
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Geldsorgen belasten das Herz

Geldsorgen und eine schlechte Gesundheit gehen häufig oft Hand in Hand. US-Forscher haben nun genau untersucht, wie sich eine gravierende finanzielle Einbuße langfristig speziell auf die Herzgesundheit auswirkt. Dazu haben sie den Werdegang von 4033 Teilnehmern über einen Zeitraum von 25 Jahren begleitet.

Zu Beginn im Jahr 1990 waren die Probanden zwischen 23 und 35 Jahren alt. Die Forscher um Tali Elfassy und Samuel L. Swift von der University of Miami dokumentierten gesundheitlich relevante Faktoren zum Lebensstil und zu ihrer Gesundheit. In den ersten 15 Jahren befragten sie die Teilnehmer regelmäßig zu gravierenden finanziellen Einbußen. In den darauffolgenden zehn Jahren dokumentierten sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Sterblichkeit.

Verdoppeltes Risiko nach Einkommenseinbußen

Zwischen 2005 und 2015 verzeichneten die Forscher 106 Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder stationär behandelte Herzschwäche. Von solchen Malaisen waren Teilnehmer, die in den Jahren zuvor 25 Prozent ihres Einkommens eingebüßt hatten, doppelt so häufig betroffen. Wer beispielsweise plötzlich 20000 Dollar verlor, für den verdreifachte sich das Risiko sogar. Auch wer mehr als eine finanzielle Krise erlebte, war besonders gefährdet: Die Betroffenen erkrankten zweieinhalbmal so oft an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Die Wahrscheinlichkeit, im Untersuchungszeitraum zu den insgesamt 164 verstorbenen Teilnehmer zu zählen, war nach größeren finanziellen Verlusten dreimal so hoch.

„Ein niedriges Einkommen geht oft mit ungesunden Verhaltensweisen einher wie erhöhtem Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen“, schreiben die Forscher. Diese Faktoren hatten sie daher bereits zu Beginn erfasst und bei ihren Berechnungen berücksichtigt.

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Psychischer Stress durch Geldsorgen

Den permanenten psychischen Stress, den Geldnot mit sich bringt, halten die Forscher für des zentralen Faktor des beobachteten Zusammenhangs. Unter Stress steigt der Blutdruck – und zwar nicht nur in einer akuten Stresssituation, sondern auch langfristig. Damit erhöht sich proportional das Herz-Kreislauf-Risiko.

Zudem fand man schon in früheren Untersuchungen bei Menschen, deren Einkommen einbricht, höhere Werte an C-reaktivem Protein – ein Zeichen für verstärkte Entzündungsprozesse im Körper. Diese begünstigen Arteriosklerose, welche die Wurzel der meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Ein weiterer möglicher Aspekt sei, dass Menschen, die plötzlich in finanzielle Not geraten, oft über kein Hilfsnetzwerk verfügten, wie es sich Menschen aufbauen, die dauerhaft wenig Geld zur Verfügung haben, schreiben die Forscher.

Prekäre Arbeitsbedingungen für junge Menschen

„Einkommenseinbußen in der jungen Erwachsenenzeit sind ein wichtiger und unabhängiger Faktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und frühzeitigen Tod“, schreiben die Autoren. Das könnte sich angesichts zunehmend prekärer Arbeitsmarktbedingungen für junge Menschen in der Zukunft noch stärker auswirken. Finanzielle Einbußen trafen vor allem weniger gut Ausgebildete, Arbeitslose, Frauen und Farbige. Auch Raucher und Unverheiratete waren häufiger betroffen, außerdem Personen mit vermehrten depressiven Symptomen.

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