Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Grippeimpfung: Ist sie sinnvoll?

Men’s Health-Logo Men’s Health 17.10.2018

Das Impfserum gegen Grippe wird jedes Jahr neu zusammengestellt © New Africa / Shutterstock.com Das Impfserum gegen Grippe wird jedes Jahr neu zusammengestellt

Eine Erkältung erwischt fast jeden mindestens einmal im Jahr. Lästig, aber das geht vorbei. Wer jedoch schon einmal von einer echten Grippe niedergestreckt wurde, weiß, was Leiden ist. Und die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Deshalb sollten Sie diese Fakten kennen:

Wer sollte sich gegen eine Grippe impfen lassen?

Mit nur einer Grippe-Impfung kann man sich effektiv vor einer Ansteckung mit Grippe-Viren und den möglichen Folgen schützen. Daher sollte sich im Prinzip jeder impfen lassen, so die Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Vor allem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI eine Grippe-Impfung für Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko, die sogenannte "Risikogruppen". Dazu gehören Personen mit chronischen Erkrankungen wie Immunschwäche, Diabetes, Herzleiden und Asthma, Menschen, die in Krankenhäusern, Altenheimen oder Kindergärten arbeiten, sowie Menschen über 60 Jahren und Schwangere.

>>> So werden Sie eine Erkältung schnell wieder los

Wie funktioniert der Schutz vor Influenza-Erregern?

Die Grippe-Viren verändern sich häufig, daher empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr eine neue Zusammensetzung für die Herstellung aktueller Grippe-Impfstoffe. Auf diese Weise können Grippe-Epidemien verhindert werden, erklärt Susanne Glasmacher vom RKI. Der Gemeinsame Bundesausschuss beschloss im April 2018, dass die Grippeschutzimpfung ab der nächsten Impfsaison mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen soll.

Sollte man sich schon vor der Grippewelle impfen lassen?

Am besten bietet sich die Zeit zwischen September und November für eine Schutzimpfung an. Zu der Zeit ist die Grippewelle im Normalfall noch nicht ausgebrochen, da sie sich erst im Januar entwickelt, so Glasmacher. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt, selbst zu Beginn der Grippewelle ist eine Grippe-Impfung sinnvoll, allerdings muss man bedenken, dass der Impfschutz 10 bis 14 Tage braucht, um vollständig aufgebaut zu sein.

>>> So schützen Sie sich vor Grippe und Erkältung

Wie lange hält der Grippeschutz?

Man sollte sich einmal pro Jahr gegen die Influenza impfen lassen, da in jeder Grippesaison andere Erreger beteiligt sein können, so Glasmacher. Die Impfstoffzusammensetzung wird jedes Jahr neu an die jeweils erwarteten Influenzaviren angepasst. Auch lässt die Schutzwirkung mit der Zeit nach und hält vermutlich nur eine Saison lang an, so die Experten des RKI.

Was kostet eine Grippeimpfung?

Für Menschen, die einer der "Risikogruppen" angehören, ist die Grippeimpfung kostenlos. Für alle weiteren gesetzlich Versicherten gibt es keine bundesweiten Regelungen und keine Verpflichtung der Krankenkassen, die Kosten zu übernehmen. Es ist regional und kassenabhängig, ob die Impfkosten erstattet werden, so Tanja Hinzmann von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Grippe-Symptome sind in der Regel schwerer als bei einer Erkältung © Andrey Popov / Shutterstock.com Grippe-Symptome sind in der Regel schwerer als bei einer Erkältung

Wenn Nebenwirkungen auftreten, wann treten sie in der Regel auf?

Es kann innerhalb der ersten 3 Tage nach der Impfung gelegentlich zu Nebenwirkungen kommen. Leichte Rötungen, Schwellung der Einstichstelle oder Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Fieber und Übelkeit sind mögliche Erscheinungen. Diese Symptome sind aber meist nur von kurzer Dauer, so Glasmacher. Die Befürchtung, durch eine Impfung an einer Grippe zu erkranken, sind unbegründet. Denn der Impfstoff besteht aus Bruchstücken bereits abgetöteter Viren, so dass sich daraus keine Krankheit mehr entwickeln kann. Nur sehr selten trägt man dauerhafte Schäden nach einer Schutzimpfung gegen die Grippe davon.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Wer unter einer fiebrigen Erkältung mit über 38 Grad Fieber oder einer schweren Infektion leidet, sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt impfen lassen. Wer eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffs hat, sollte das vorab mit seinem Arzt besprechen.

>>> Das sind die besten Hausmittel gegen Erkältungs-Symptome

Wann ist eine Impfung während einer Schwangerschaft sinnvoll?

Ihre Liebste ist schwanger? Das rät die Sprecherin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): "Eine Grippeerkrankung (Influenza) in der Schwangerschaft kann die Gesundheit von Mutter und Kind ernsthaft gefährden. Beispielsweise steigt im Laufe der Schwangerschaft das Risiko für schwere Verläufe der Grippe mit Komplikationen wie etwa einer Lungenentzündung. Zudem erhöht eine Grippeinfektion während der Schwangerschaft die Gefahr von Wachstumsverzögerungen sowie von Fehl- oder Frühgeburten. Eine Grippeimpfung für Schwangere kann vor diesen Gefahren schützen."

Da es sich bei den in Deutschland zugelassenen Grippeimpfstoffen für Erwachsene um sogenannte Totimpfstoffe handelt, ist eine Impfung grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft möglich. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die Impfung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. "Frauen, bei denen aufgrund einer chronischen Grundkrankheit eine Empfehlung zur Grippeimpfung besteht, sollten direkt zu Beginn der Impfsaison im Herbst geimpft werden. Bei ihnen wird eine Impfung bereits ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel empfohlen", so die Expertin.

Wann kann man nach einer Grippeimpfung wieder Sport treiben?

"Es spricht nichts gegen eine leichte körperliche Belastung, zum Beispiel Spazierengehen oder moderates Radfahren nach der Impfung", sagt die Impf-Expertin, "Extreme sportliche Aktivitäten, beispielsweise sportliche Wettkämpfe, sollten unmittelbar nach der Impfung vermieden werden."

>>> Sport trotz Erkältung? Das müssen Sie wissen

Fazit: 100 % Sicherheit vor Husten und Schnupfen gibt es nicht

Auch mit einer Grippeimpfung sind Sie nicht völlig vor Husten und Schnupfen sicher. Denn einerseits schützt eine Grippeimpfung nicht vor bakteriell bedingten Erkältungen. Und andererseits können Sie sich Grippeviren einfangen, gegen die das Impfserum nicht immunisiert. Unterm Strich aber lohnt sich der der kleine Impf-Piks gegen die Influenza, denn er reduziert das Risiko, an einer echten Grippe mit ihren schweren Krankheits-Symptomen zu erkranken, enorm.

Gerade beim Sport sollte man seine Schuhe nicht barfuß tragen. Nächste Geschichte

Wieso Sie keine Schuhe ohne Socken tragen sollten

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Men’s Health

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon