Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Ist Fructose so gefährlich wie Alkohol?

Welt der Wunder-Logo Welt der Wunder 15.02.2019 Welt der Wunder Magazin

Fruchtzucker ist gesünder als Zucker, so das Versprechen der Konzerne. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Welt der Wunder deckt auf.

© iStock-PRImageFactory  
Im Jahr 1984 ändert Coca-Cola die Rezeptur seines beliebten Softdrinks. Seitdem verwendet der Konzern für seine Limonaden statt Haushaltszucker nur noch einen Glucose-Fructose-Sirup. Gewonnen wird dieser Fruchtzucker aus Mais. Der Glucose-Fructose-Sirup enthält zwischen 60 und 90 Prozent Fructose – je höher der Fructoseanteil ist, desto süßer ist auch der Sirup, der zahlreichen Fertigprodukten und Getränken beigefügt wird. 
Viele Konzerne propagieren bis heute, dass Fructose gesünder ist als Zucker. Aber wie belastbar ist dieses Versprechen? Fakt ist: Die industriell hergestellte Fructose ist so konzentriert, dass sie mit der natürlich vorkommenden fast nichts mehr gemein hat. Und das hat Folgen. „Studien haben gezeigt, dass überdurchschnittlicher Fruchtzuckerkonsum in Verbindung mit zunehmender Fettleibigkeit steht“, erklärt Alexandra Shapiro, Wissenschaftlerin an der University of Florida. Besonders in den USA hat sich die Zahl schwer übergewichtiger Kinder seit Mitte der 1970er-Jahre mehr als verdreifacht.

In diesem Zeitraum rückte auch der Maissirup auf den Speiseplan von US-Bürgern. Ein ähnlicher – wenn auch abgeschwächter – Trend ist in Deutschland zu beobachten. Shapiro macht den Maissirup zwar nicht allein für die weltweit steigende Zahl Übergewichtiger verantwortlich, sie sieht darin aber einen wichtigen Faktor. 

Das könnte Sie auch interessieren:
Es übersteht Wechsel zwischen minus 198 Grad und plus 900 Grad Celsius

EU Internetriesen: Was bringen neue Gesetze?

Video wiedergeben

Leberschaden durch Fructose

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weisen Forschungsergebnisse zudem darauf hin, dass es einen engen Zusammenhang zwischen dem gesteigerten Konsum von Fructose und dem Auftreten von Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen gibt. „Die daraus resultierenden Folgeerkrankungen heißen Diabetes, Schlaganfall oder Herzinfarkt“, erklärt Dr. Birgit Hildebrandt, medizinische Leiterin des HELIOS Prevention Centers (HPC). Eine weitere Studie legt zudem nahe, dass ein hoher Fruchtzuckerkonsum der Leber etwa so sehr schadet wie Alkoholmissbrauch. Die Forscher sehen den Schaden von Coca-Cola & Co. als so groß an, dass sie der Studie den Titel „Fructose – Alkohol ohne den Rausch“ gaben. 
Übrigens: Vor 35 Jahren begann der Siegeszug der Fructose in der Lebensmittelindustrie. Der Erfolg des sogenannten Fruchtzuckers hängt auch mit seinem Ruf zusammen, natürlicher Bestandteil von Früchten zu sein – die wiederum als gesund gelten. Mit der Realität hat das jedoch nichts zu tun. Industrie-Fructose wird aus Mais gewonnen, und schon ein Getränk mit 40 Gramm Fructosesirup enthält dieselbe Zuckermenge wie fünf Kilogramm Aprikosen. 
| Anzeige
| Anzeige

MEHR VON WELT DER WUNDER

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon