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Mehr als 500.000 Tote im Jahr: WHO warnt vor einem Lebensmittel, das lange als gesund gegolten hat

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 16.05.2018 Kevin Loria

a close up of food: Mehr als 500.000 Tote im Jahr: WHO warnt vor einem Lebensmittel, das lange als gesund gegolten hat © AP Photo/Kathy Willens Mehr als 500.000 Tote im Jahr: WHO warnt vor einem Lebensmittel, das lange als gesund gegolten hat

Herzkrankheiten sind die Todesursache Nummer eins weltweit. Mehr als 17 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Krankheiten, die das Herzkreislaufsystem betreffen, darunter beispielsweise Herzinfarkte und Schlaganfälle. Die meisten von uns wissen, dass vor allem mangelnde Bewegung und ungesunde Essgewohnheiten diese Erkrankungen begünstigen — und dennoch sind Verhaltensweisen nicht so schnell zu ändern. 

Das Risiko kann allerdings schon durch eine einfache Umstellung in der Ernährung minimiert werden: durch das Vermeiden von Transfetten (oder Transfettsäuren). Mindestens 500.000 Todesfälle, die auf kardiovaskuläre Krankheiten zurückzuführen sind, stehen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Transfetten in Verbindung. Transfette sind in frittierten Lebensmitteln, Backwaren und Snacks zu finden und sorgen dafür, dass der Cholesterinwert in eurem Blut nach oben schießt. Das gilt übrigens auch für Margerine, die lange als gesunder Butterersatz gegolten hat. 

Nun will die Weltgesundheitsorganisation durchgreifen. Am Montag verkündete die WHO einen Plan, der Regierungen dazu aufruft, industriell produzierte Transfette innerhalb von fünf Jahren zu verbieten. „Transfette sind unnötige giftige Chemikalien, die töten und es gibt keinen Grund, weshalb man sie noch weiter zu sich nehmen sollte“, so Tom Frieden, früherer Leiter des US-amerikanischen Center for Disease Control and Prevention (CDC) und jetziger Präsident und Leiter der Organisation „Resolve so save lives“ in einer Presseaussendung der WHO. 

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Der Aufstieg und Fall der Transfette

Künstliche Transfette wurden im frühen 20. Jahrhundert entwickelt, als Nahrungsmittelproduzenten bemerkten, dass sie Butter durch teilweise gehärtete Öle ersetzen können, die ein langes Haltbarkeitsdatum haben. 

Als Menschen in den 1950er-Jahren zunehmend besorgt über die potenziellen gesundheitlichen Risiken von gesättigten Fetten waren, begannen Lebensmittelproduzenten für Produkte wie Margarine zu werben. Diese erhalten ihr Fett durch teilweise gehärtete Öle  Transfette  anstatt von gesättigten Fettsäuren. 

Gesättigte Fette durch teilweise gehärtete Öle zu ersetzen, war jedoch eine schlechte Idee. Transfette erhöhen den Level von schlechtem LDL-Cholesterin (eines der Risiken für kardiovaskulare Krankheiten) und lassen den Level von gutem HDL-Cholesterin sinken. Insgesamt lässt eine Ernährung, die reich an diesen Fetten ist, das Risiko, an einer Herzkrankheit zu erkranken, um 21 Prozent sowie die Sterberate um 28 Prozent ansteigen. Außerdem werden Transfette mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht, an Diabetes Typ 2 zu erkranken

Forscher nahmen an, dass diese Fette gefährlich sein könnten, als sich die Todesfälle in den späten 1950ern häuften. In den 1970ern und 1980ern fanden die ersten Forscher heraus, dass Transfette das Risiko, an verschiedenen Krankheiten zu leiden, erhöhen. Dabei wurde die Forschung oft von der Lebensmittelindustrie unterdrückt, wie Julia Belluz bei „Vox“ berichtete. In den 1990ern zeigten zahlreiche groß angelegte und renommierte Studien, dass diese Lebensmittel mit einem erhöhten Krankheitsrisiko in Verbindung gebracht werden können. 

a close up of a piece of bread on a plate: Margarine on Toast © Flickr / penguincakes Margarine on Toast

Ein sich ausbreitendes Verbot 

Im Jahr 2001 empfahl das Danish Nutrition Council, Transfette in Lebensmitteln einzuschränken, um so die Menschen vor Herzkrankheiten zu bewahren. Im Jahr 2003 wurde ein dänisches Gesetz, das die Mengen dieser Fette in Lebensmitteln limitiert, verabschiedet. Die Sterberate aufgrund von kardiovaskulären Krankheiten ging daraufhin stetig zurück. 

Andere europäische Länder folgten Dänemarks Beispiel. Im Jahr 2006 veranlasste auch New York City ein ähnliches Gesetz, um die Stadt bis zum Sommer 2008 frei von Transfetten zu bekommen. Und auch das funktionierte  einer im „Journal of the American Medical Association Cardiology“ veröffentlichten Studie aus dem Vorjahr zufolge soll so die Anzahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle in der Stadt zurückgegangen sein. Unter der Regierung von Barack Obama wurde das Gesetz ausgeweitet und soll ab nächsten Monat alle US-Bundesstaaten betreffen. 

Transfette sollen bald komplett der Vergangenheit angehören

Transfette werden trotzdem in Ländern in Südasien und Afrika verkauft, wo es nicht so strenge Gesetze und einen stärkeren Druck von Seiten der Lebensmittelproduzenten gibt, die weiterhin teilweise gehärtete Öle verwenden. 

Mit der neuen Strategie der WHO kann man Transfette in diesen Ländern nicht einfach verbieten. Die Hoffnung besteht jedoch, dass entsprechende Richtlinien Regierungen dabei unterstützen, diese Verbote zu erlassen. Multinationale Lebensmittelproduzenten, die nun auf Transfette verzichten, können lokalen Produzenten dabei helfen, gesündere Fette zu verwenden. Es ist gut möglich, dass die gefährliche Substanz, die zu zahlreichen Todesfällen führt, in fünf Jahren gar nicht mehr verwendet wird. 

Übersetzt von Jessica Dawid 

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