Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Neurodermitis: Neue Behandlung in Sicht

NetDoktor.de-Logo NetDoktor.de 20.03.2019 Lisa Vogel
© kwanchaichaiudom - Fotolia

Quälender Juckreiz bestimmt ihren Alltag: Etwa 15 Prozent der Kinder und bis zu vier Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter Neurodermitis. Doch jetzt dürfen sie auf eine neue und besonders wirksame Behandlung hoffen: Die Medizinische Hochschule Hannover erprobt derzeit einen neuen Wirkstoff – und hat bereits vielversprechende Resultate erzielt.

Ganz neuer Angriffspunkt

Der von ihnen eingesetzte sogenannte Histamin-4-Rezeptor-Blocker mit dem sperrigen Namen ZPL 3893787 unterbricht den Entzündungsprozess. Denn er verhindert, dass der Botenstoff Histamin an den empfindlichen Hautzellen andocken kann. Histamin ist für die Entzündungssymptome wie Juckreiz und Rötung bei Allergien und Neurodermitis verantwortlich.

„Der neue Wirkstoff hat einen anderen Angriffspunkt als bisherige Präparate“, sagt Prof. Thomas Werfel, stellvertretender Klinikdirektor der Medizinischen Hochschule Hannover und Immundermatologe. Bisher kam in schweren Neurodermitis-Fällen der Wirkstoff Cyclosporin A zum Einsatz. Er unterdrückt sehr wirksam die Immunreaktion und wird sonst unter anderem nach Organtransplantationen angewendet.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wissen zum Wochenende: Kann man Kaugummi bedenkenlos schlucken?

Fitnessexperten verraten: Diese eine Frucht solltet ihr unbedingt vor dem Workout zu euch nehmen!

5 nachhaltige Jeans, in die man jetzt investiert

Nach acht Wochen deutliche Besserung

Zwölf Wochen dauerte die Studie. 65 Teilnehmer erhielten eine Tablette mit dem Histamin-rezeptoren-Blocker, 33 Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe. Sie bekamen ein Placebo. Vor Studienbeginn dokumentierten die Forscher Ausdehnung und Schweregrad der Hautentzündungen.

Bereits nach acht Wochen Tabletteneinnahme gingen bei der Wirkstoffgruppe die Symptome deutlich zurück. Und zwar bei allen Teilnehmern. Im Mittel hatte sich die entzündete Hautfläche auf die Hälfte verringert. „Wir gehen davon aus, dass der Histamin-4-Rezeptor-Blocker unabhängig von der Ursache der Neurodermitis wirkt. Derzeit untersuchen wir, welche Patienten am stärksten von der neuen Therapie profitieren können“, sagt Werfel.

Wunderwaffe ohne Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen traten in der Studiengruppe nicht auf. „Allerdings war die Gruppe mit 98 Patienten zu klein. Der Frage nach möglichen Nebenwirkungen müssen größer angelegte Studien nachgehen“, sagt Studienleiter Werfel. Derzeit läuft an der Hochschule in Hannover eine zweite Studie mit etwa 400 Patienten an.

Wann das neue Mittel in den Apotheken stehen könnte, ist noch unklar. „Auch wenn alles glatt läuft, dauert das sicher noch zwei bis drei Jahre“, sagt Werfel. Bis dahin müssen Neurodermitis-Patienten auf herkömmliche Behandlungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Hautpflege ist bei Neurodermitis wichtig

Um Schüben vorzubeugen, müssen Neurodermitis-Patienten ihre Haut täglich intensiv pflegen. Bei einem leichten Ekzem können Präparate mit Kortison die Symptome lindern. Bei schwereren Formen der Hautkrankheit verschreibt der Arzt Medikamente, die das Immunsystem hemmen.

Mehr auf MSN

NÄCHSTES
NÄCHSTES
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von NetDoktor.de

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon