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Querdenker-Theorien und wie man sie entkräftet

ZEITjUNG-Logo ZEITjUNG 16.09.2021 Malena Enders

Corona-Verschwörungstheorien von Querdenker*innen sind mittlerweile nichts Neues. Trotzdem weiß man in manchen Situationen nicht, wie man diese am besten entkräften soll. Wir haben euch ein paar Argumente zusammengestellt, mit denen ihr die Theorien widerlegen könnt.

Vier Menschen mit selbst gebauten Masken sitzen nebeneinander. © ZEITjUNG Vier Menschen mit selbst gebauten Masken sitzen nebeneinander.

Insbesondere während der Corona-Pandemie werden vermehrt Theorien von sogenannten Querdenker*innen verbreitet, die sich gegen die empfohlenen Verordnungen der Regierung und die Impfung richten. Diskussionen mit Querdenker*innen sind meist anstrengend, weil die Argumente oft so absurd sind, dass man nicht weiß, wie man diese am besten widerlegen soll. Damit ihr in solchen Situationen immer die passende Antwort parat habt, haben wir ein paar der Theorien unter die Lupe genommen und euch die (wissenschaftlichen) Gegenantworten zusammengestellt.

„Das Maskentragen bringt nichts und ich bekomme keine Luft“

Es stimmt, dass das Tragen von Masken keinen hundertprozentigen Schutz bietet und trotzdem verringert es das Risiko einer Infektion. Aerosole sind kleine Tröpfchen, die das Gewebe sehr schnell durchdringen und zu einer hohen Viruslast führen können. Durch die Maske werden Teile der Tröpfchen beim Ausatmen aufgehalten und nicht alle Viren können übertragen werden. Je weniger Viren eingeatmet beziehungsweise übertragen werden, desto geringer ist das Infektionsrisiko, denn einzelne Viren sind meistens nicht schlimm für das Immunsystem.

Ein weiteres Argument gegen die Mund-Nasen-Bedeckung ist die Annahme, dass dadurch Atemnot entsteht. Es mag zwar sein, dass für manche Menschen (insbesondere für Brillenträger*innen) die Maske lästig ist, eine medizinische Bedenklichkeit können Masken jedoch nicht hervorrufen – jedenfalls nicht im Alltag und bei normaler körperlicher Aktivität. Beim Einkaufen, Spazieren oder bei Arbeiten, die keine große körperliche Anstrengung benötigen, ist das Maskentragen absolut unbedenklich. Zahlreiche Studien belegen, dass weder Sauerstoffmangel (Hypoxämie) noch ein Überschuss an Kohlendioxid (Hyperkapnie) durch die Masken verursacht wird. Trotzdem ist die Empfehlung bei Arbeiten mit schwerer Schutzkleidung, hohen Temperaturen oder Luftfeuchte immer wieder Pausen einzulegen, in denen die Maske abgenommen werden soll.

„Das Coronavirus ist nicht schlimmer als eine Grippe“

Klar ist: Das Coronavirus ist schlimmer als eine Grippe und warum, ist ganz einfach erklärt. Die Letalität – also die Wahrscheinlichkeit an einer Krankheit zu sterben – liegt bei einer Grippe bei 0,2 Prozent. Der Virologe Dr. Christian Drosten ist der Meinung, dass Covid-19 eine Letalität von einem Prozent hat. Das bedeutet, die Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu versterben, ist fünfmal höher als bei einer Virusgrippe. Auch die Verläufe der Erkrankungen unterscheiden sich grundlegend. Während bei der Virusgrippe meistens nur die Atemwege betroffen sind, beeinträchtigt Covid-19 auch die Nieren, das Herz sowie Gefäß-, Nerven- und Immunsystem.

„Die Pandemie ist reine Geldmacherei und der Virus künstlich hergestellt“

Anhänger*innen dieser Theorie gehen davon aus, dass das Coronavirus in einem Geheimlabor künstlich hergestellt und extra in der Bevölkerung verbreitet wurde, damit durch patentierte und bereits entwickelte Impfstoffe Geld im neunstelligen Bereich verdient werden kann. Zwar existieren tatsächlich Patente auf bestimmte Coronaviren, jedoch aus dem einfachen Grund, dass es Coronaviren schon sehr lange gibt. Mit der Form Sars-CoV-2, die aktuell existiert, haben diese Patente jedoch nichts zu tun. Darüber hinaus gibt es keine Belege oder Nachweise, dass das Virus aus einem Labor stammen soll. Der Ursprung der Verbreitung ist zwar noch umstritten, die Wahrscheinlichkeit, dass der Virus sich über eine Tierquelle verbreitet hat, jedoch sehr viel höher.

„Die 5G-Strahlung ist schuld an den Todesfällen, nicht das Coronavirus“

Vertreter*innen dieser Theorie gehen davon aus, dass die elektromagnetische Strahlung schuld an den Todesfällen ist, die in Zusammenhang mit dem Coronavirus gebracht werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz verneint diese Theorie und bekräftigt, dass durch die 5G-Strahlung weder Zellabbau noch grippeähnliche Symptome auftreten können. Einzig die Wärme des Körpers kann sich verändern (was übrigens auch bei 2G, 3G und 4G auftreten kann). Die Erwärmung beschränkt sich jedoch lediglich auf die Körperoberfläche, nicht auf die Lunge.

„Ich treffe mich nicht mit Geimpften, weil sie Spike-Proteine des Coronavirus ausstoßen und mich gefährden“

Liebe Impfgegner*innen, leider muss ich euch enttäuschen, diese Annahme ist einfach falsch und wissenschaftlich nicht bewiesen. Im Gegenteil, es kann sogar viel eher wissenschaftlich dagegen argumentiert werden. Die Theorie besagt, dass bereits geimpfte Menschen Ungeimpfte der Gefahr aussetzen, über Hautkontakt oder Husten das Spike-Protein des Coronavirus weiterzugeben. Diese Proteine würden dann Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen. Dieses Phänomen wird von Impfskeptiker*innen „Impfstoff-Shedding“ (Impfstoffabwerfen) genannt. In zahlreichen Telegramgruppen wird vor den Auswirkungen gewarnt und Tipps gegeben, wie man sich gegen Geimpfte schützen kann. Dass diese Theorie auf keiner wissenschaftlichen Grundlage beruht, wird dabei außer Acht gelassen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist für die Erfassung und Bewertung möglicher Nebenwirkungen der Corona-Impfungen zuständig und erklärt gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass die Theorie haltlos ist, da in den zugelassenen Impfstoffen kein SARS-CoV-2-Virus enthalten ist, noch nicht einmal das fertige Spike-Protein, was jedoch benötigt wird, wenn geimpfte Menschen Ungeimpfte anstecken wollten. Darüber hinaus werden Spike-Proteine vom Körper sofort abgebaut und können weder ausgestoßen werden, noch für eine Erkrankung sorgen, diese Eigenschaft ist nur vollständigen Viren vorbehalten.

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Bildquelle: cottonbro von Pexels; CC0-Lizenz


Video: Einmal Querdenkerszene und zurück: Eine Aussteigerin berichtet (ProSieben)

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