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Rauchstopp: Kein Alkohol, leichterer Entzug?

NetDoktor.de-Logo NetDoktor.de 22.01.2019 Lisa Vogel

Rauchstopp durch Alkoholabstinenz? Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte auch den Alkohol weglassen – das steigert die Erfolgschancen.

© nenetus - Fotolia

Für etwa ein Drittel der Erwachsenen gehört die Zigarette immer noch fest zum Alltag. Gerade zum Jahreswechsel ist der Rauchstopp deshalb einer der beliebtesten Vorsätze für das neue Jahr. Dazu haben Forscher von der Oregon State University einen Tipp: Wer seinen Alkoholkonsum reduziert, hat bessere Chancen den Rauch-Stopp dauerhaft zu meistern.

Leber auf Hochtouren

Der Schlüssel dazu liegt beim Nikotin-Abbau: Beim Rauchen gelangt das Nikotin über die Lunge in den Organismus und wird schließlich in der Leber abgebaut. Wie schnell der Organismus den Schadstoff verstoffwechselt, ist individuell unterschiedlich. Ist die Leber auf Trab und baut das Nikotin schnell ab, verlangt der Organismus eher nach Nachschub. Es entstehen stärkere Entzugserscheinungen und der Rauchstopp ist schwerer. Verläuft der Abbau dagegen langsam, bleibt das Nikotin länger im Körper und die Entzugserscheinungen sind leichter zu verkraften.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass man diese Nikotin-Abbaurate beeinflussen kann. Bei 22 Rauchern, die zusätzlich viel Alkohol tranken, untersuchten die Forscher ebendiese Abbaurate vor und nach einem dreiwöchigem Zigaretten-Entzug. Dazu ermittelten die Wissenschaftler den Gehalt des Nikotin-Abbauprodukts Cotinin in Speichel- und Urinproben und errechneten mit diesen Daten die Abbaurate ihrer Probanden.

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Nikotinabbau wird langsamer

Neben dem Nikotinverzicht reduzierten die Testpersonen im Entzugszeitraum ihren Alkoholkonsum von durchschnittlich 29 auf maximal sieben alkoholische Getränke pro Woche. Als Resultat konnten die Wissenschaftler eine Verlangsamung des Nikotin-Abbaus beobachten. „Man ging bislang davon aus, dass diese Rate eine Konstante ist“, sagt Hauptautorin Dr. Sarah Dermody, „doch sie ist nicht so konstant wie gedacht“, sondern wird offensichtlich vom Alkoholkonsum mit beeinflusst.

Weniger Alkohol, weniger Entzugserscheinungen

Die Verlangsamung hat positive Folgen: Es ist mit weniger Entzugserscheinungen zu rechnen und der Ausstieg aus der Sucht gelingt leichter. Welche Wechselwirkung zwischen Alkoholkonsum und Nikotin-Abbau besteht, will Dermody mit ihrem Team in weiteren Studien klären.

Bei Frauen keine Auswirkungen?

In der kleinen Studie konnte bei den teilnehmenden Frauen keine Verlangsamung der Abbau-Rate beobachtet werden. Hauptautorin Dermody vermutet, das liege an dem geringen Alkoholkonsum der Teilnehmerinnen zu Beginn der Untersuchung. „In einer größeren Studie sieht man vermutlich keinen Geschlechterunterschied.“

Ein weiterer Faktor, warum Abstinenz beim Rauchstopp helfen kann: Alkohol wirkt enthemmend – nach ein paar Bier oder einem Glas Wein greift man schon einmal eher wieder zur Kippe. Wer zum neuen Jahr beide Laster angeht, hat bessere Chancen auf Erfolg.

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