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Studie zeigt Unglaubliches: Warum wir die Schmerzen unserer Töchter weniger ernst nehmen als die unserer Söhne ...

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 22.03.2019 BUNTE.de Redaktion
© iStock/rollover  

„Jetzt stell dich mal nicht so an“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „Das tut doch gar nicht weh...“: Wenn Kinder hinfallen oder über Bauchschmerzen klagen, haben wir Erwachsene oft kluge Ratschläge und Sprüche parat. Dass die meisten dieser Sprüche aber gar nicht helfen, sondern die Schmerzen der Kinder eher noch verschlimmern können, vergessen wir dabei oft.

Aufstehen, Krone richten, weitergehen – was wir von uns selbst erwarten, erwarten wir (leider) auch von unseren Kindern. Und glaubt man den Ergebnissen einer amerikanischen Studie, gilt das insbesondere für unsere Töchter ...

Psychologen der Yale Universität in New Haven starteten 2018 eine groß angelegte Testreihe, um mehr über das Schmerzempfinden unserer Kinder und auch die Reaktion der Eltern darauf herauszufinden. Sie zeigten 264 Erwachsenen Videos von Kindern, die sich am Finger verletzt hatten und nun weinten oder schrien. Die Kinder waren so jung, dass die Probanden nicht erkennen konnten, ob es sich bei den weinenden Kindern um Jungs oder Mädchen handelte. Auch die Kleidung fiel entsprechend neutral aus. Der einen Hälfte der Probanden wurde gesagt, das Kind im Video heiße Samuel. Die anderen Erwachsenen glaubten, das Kind heiße Samantha. Danach sollten die Befragten anhand einer Skala das Schmerzempfinden der Kinder einschätzen.

So schätzen wir das Schmerzempfinden unserer Kinder ein ...

Das überraschende Ergebnis? Die Studie, die im „Journal of Pediatric Psychology“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Erwachsenen die Schmerzen der Jungen höher und intensiver einschätzten als die der Mädchen. Offenbar ist also das Klischee, ein Mädchen würde sich „anstellen“ noch fest in uns verankert. Dem entgegen steht somit die Annahme des „starken“ Geschlechts, das nur bei wirklich schlimmen Schmerzen reagiert. „Explizite Geschlechterstereotypen (Jungen sind stoischer und Mädchen emotionaler), können die Einschätzung der Schmerzen von Kindern durch Erwachsene beeinflussen“, fassen die Verantwortlichen zusammen.

Klar: Schmerzen werden immer individuell wahrgenommen, das mag uns Eltern bewusst sein. Dass wir die Schmerzen unserer Kinder häufig nicht geschlechtsneutral beziehungsweise individuell betrachten und unbewusst althergebrachte Klischees verwenden, wirft indes noch weitere Fragen auf. Sind wir wirklich so voreingenommen? Und diskriminieren wir damit gar unsere eigenen Kinder?

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Eine weitere Studie, die in der Fachzeitschrift „Disease of Childhood“ veröffentlicht wurde, bejaht all diese Fragen. Bei dieser US-amerikanischen Studie wurde der Prozentsatz der Vorsorgeuntersuchungen bei Mädchen und Jungen ermittelt. Es kam heraus, dass Mädchen deutlich weniger oft zu Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen oder auch zum Haus- und Kinderarzt gebracht werden als Jungen. Selbst bei der medizinischen Versorgung und Vorsorge werden somit Unterschiede gemacht. Doch was macht das mit unseren Töchtern und unserer Gesellschaft?

Lebenslange Konsequenzen – auf Kosten von Frauen?

Wer selbst die Schmerzen oder das Schmerzempfinden der Kinder und vor allem der Mädchen nicht richtig ernst nimmt, gelangt in einen nie enden wollenden Teufelskreis. Denn so wie wir unsere Kinder betrachten, sehen sie später auch sich selbst. Das Konsequenzen – vor allem beim Thema Selbstbewusstsein, Jobsuche oder Gehalt. So ermittelten Wissenschaftler der University of Chicago, dass Frauen, die in besonders traditionellen und konservativen Bundesstaaten aufwuchsen, niedrigere Löhne erhalten, wie auf „cnbc.com“ nachzulesen ist.

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