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The Happy Lift: Was Sie über das Fadenlifting-Update wissen müssen

Harper's BAZAAR-Logo Harper's BAZAAR 21.09.2020 Sarah Vogelsang
Fadenlifting Update Anti-Aging-Trend Happy Lift Getty Images © Getty Images Fadenlifting Update Anti-Aging-Trend Happy Lift Getty Images

Kurioserweise ist eine der vielversprechendsten Neuerungen im Anti-Aging-Bereich ein alter Bekannter: der Thread Lift. Das Treatment, bei dem Fäden unter die Haut gezogen und gestrafft werden, wurde von Experten lange skeptisch gesehen. Zu schmerzhaft der Eingriff, zu groß die Komplikationen, zu wenig überzeugend die Resultate. In den letzten Jahren hat sich die Behandlung jedoch rasant weiterentwickelt, einen Imagewandel vollzogen. Schonender als Facelifts, die man oft mit maskenhaften Joker-Faces assoziiert, wird die minimalinvasive Methode gar liebevoll „Happy Lift“ genannt. Ja, der Thread Lift kann einen natürlichen Verjüngungseffekt bewirken – ein echter Fortschritt zu den Anfängen der Methode.

Anti-Aging-Trend: Wie sich das Fadenlifting weiterentwickelt hat

Dr. Stefan Duve, Dermatologe am Haut- und Laserzentrum an der Oper in München, erinnert sich noch gut an die ersten Versuche in den Neunzigerjahren: „Damals habe ich gesagt: Nie wieder! Die Fäden verrutschten, die Qualität war nicht zufriedenstellend und die Einlagetechnik kompliziert.“ Inzwischen wurden die einst verwendeten Permanentfäden von resorbierbaren Fäden abgelöst. Dank dieser Materialentwicklung verläuft die Behandlung nahezu komplikationsfrei. „Bleibendes Material birgt das Risiko von Abstoßungsreaktionen und Infektionen. Heute ist alles viel eleganter“, sagt Dr. Susanne Steinkraus, Dermatologin aus Hamburg.

Auch die Technik beim Einlegen der Fäden hat sich verändert. Statt mit spitzen Kanülen, die das Gewebe leicht verletzen, wird nach dem Einstich mit dumpfen, hohlen Kanülen gearbeitet, in denen der Faden liegt: Durch das Einstichloch wird die Nadel unter die Haut ins Gewebe gebracht, wo sich der Faden aufhängt. Durch ein Glattziehen entsteht dann der Lifting-Effekt. Gefragt ist das Treatment vor allem aufgrund seiner vielseitigen Behandlungsmöglichkeiten. Je nach Einsatzgebiet, Anzahl und Art der Fäden soll es Stirn, Wangen und Augenbrauen anheben, das Dekolleté glätten, das Haarwachstum anregen, sogar Knie und Ellenbogen straffen.

Fadenlifting: die Varianten

Einmal im Jahr besuchen über 5000 plastische Chirurgen und Dermatologen die größte internationale Konferenz für ästhetische Medizin, IMCAS, in Paris. Beim letzten International Master Course of Aging Science, bei dem Live-Demonstrationen stattfinden und die Profis Produktneuheiten kennenlernen, war Fadenlifting ein bestimmendes Thema. Dr. Steinkraus: „Der Clou ist, dass die Fäden nicht nur extrem spezifiziert wurden, sondern die unterschiedlichen Varianten jetzt auch miteinander kombinierbar sind. Tendenziell kommen mehr Fäden zum Einsatz, mindestens fünf pro Gesichtshälfte.“ Dr. Duve bestätigt: „Ich arbeite mit mindestens 20 verschiedenen Fäden in meiner Praxis. Je größer die Erfahrungswerte, umso mehr kann man experimentieren, um zum optimalen Ergebnis zu gelangen. Abhängig vom Hautareal, kommen verschiedene Fadenqualitäten zum Einsatz.“ So unterscheiden sie sich in Form (glatt, spiralförmig, mit und ohne Widerhaken), Dicke, Konsistenz und Länge.

Der Clou ist, dass die Fäden spezifiziert wurden und kombinierbar sind

So wirkt ein Fadenlifting in der Haut


Video: Coronavirus: Machen uns Masken immun gegen das Virus? (glomex)

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„Zuerst definiere ich mit meinen Patienten das Ziel: Soll geliftet, konturiert oder die Hautqualität verbessert werden? Danach suche ich das entsprechende Material aus“, sagt Dr. Steinkraus. Dabei wird sowohl das Alter des Patienten als auch die Hautstruktur berücksichtigt. Der glatte Basic-Faden eignet sich für jüngere Haut, sorgt für Spannkraft und verbessert die Elastizität. Ein Poly-L-Milchsäure-Faden mit Widerhaken dient zur Straffung der Gesichtskonturen und des Halses und regt die Kollagenneusynthese an. So wird eingesunkene Haut aufgepolstert und Falten können gemildert werden.

Ebenfalls beliebt: innovative, mit Hyaluronsäure ummantelten Fäden, die neben einer Straffung die Haut besser durchfeuchten. Der OP-Faden Polydioxanon (PDO), der Elastizitätsverlust vorbeugen soll, wurde in Korea für den Thread Lift entdeckt und kommt neben Gesicht- und Halsregion beispielsweise an Brust, Bauch und Po zum Einsatz. Verbesserungspotenzial sehen die Experten hingegen bei großen Arealen, „wenn etwa die Haut am Oberschenkel an Spannkraft verliert. Momentan können die Fäden das einfach noch nicht hoch heben“, so Dr. Duve. Dr. Steinkraus stimmt zu: „Für mich sind hier die Ergebnisse nicht ausreichend. Da muss noch weiterentwickelt werden.“

Fadenlifting: Die Unterschiede der einzelnen Methoden

Der aktuell wohl gefragteste Eingriff ist der Augenbrauenlift. Vorbild: die Cat Eyes von Supermodel Bella Hadid. In den USA wird die 30-minütige Behandlung sogar als „Lunchtime Treatment“ propagiert. „Diesen Begriff muss man ganz vorsichtig verwenden“, warnt Dr. Steinkraus. „Sicher, es gibt Eingriffe, die mit zwei bis drei Fäden auskommen, aber eben auch welche, bei der nahezu das komplette Gesicht lokal anästhesiert wird.“

Gemeint ist der Korean V-Lift, bei dem mindestens zwölf Fäden pro Gesichtsseite gelegt werden. Die Ausfallzeit ist hier deutlich höher. Dr. Duve: „Das Treatment allein dauert schon eine Stunde. Danach heißt es: kein Sport, keine Sauna und für ein paar Tage weiches Essen, denn viele Patienten empfinden in den ersten Tagen eine Art Widerstand oder sogar einen leichten Schmerz beim Kauen.“ Auch blaue Flecken und Schwellungen sind Begleiterscheinungen, man sollte daher bis zu sieben Tage ohne wichtige Termine einplanen.

Und nicht für Jeden ist das Fadenlifting geeignet. „Die anatomischen Foraussetzungen müssen stimmen und die Hautqualität. Bei einigen Patienten ist das Gewebe bereits zu schwer, die Hautalterung zu weit fortgeschritten oder die Haut zu fest. Bei anderen ist sie wiederum zu dünn, ohne jegliches Fettgewebe. Dieses lässt sich jedoch mit Füllsubstanzen wie Hyaluronsäure, oder anderen Verfahren (z. B. Radiofrequenz Needling) vorbereiten umd ergänzen. Erst dann macht die Fadentechnik Sinn“, so Dr. Steinkraus.

Mit dem Fadenlifting erreicht man eine Verbesserung von bis zu 80 Prozent

Anti-Aging mit Fadenlifting: die Dauer

„Nicht jede Frau will sich unters Messer legen. Mit der Fadenstraffung erreichen wir eine deutliche Verbesserung von 70 bis 80 Prozent“, sagt Dr. Duve, der den Thread Lift als echte Alternative zu größeren Einschnitten sieht. Nach der Behandlung löst sich der Faden nach zwölf bis 18 Monaten von selbst auf. In dieser Zeit nutzt das Fasergewebe den Faden jedoch wie eine Weinranke, um neues Kollagen zu bilden. Das strukturgebende Protein lässt die Haut praller erscheinen. Dadurch hält der Verjüngungseffekt, auch nachdem sich der Faden aufgelöst hat, meist noch einmal zusätzliche sechs Monate an.

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