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Virologe steht russischem Corona-Impfstoff skeptisch gegenüber

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN 11.08.2020 Deutsche Presse-Agentur (dpa)
© iStockphoto Nachdem in Russland überraschend ein Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen wurden, wächst international die Skepsis unter Experten. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit bemängelt vor allem fehlende Studienergebnisse.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat sich angesichts der Zulassung eines ersten Impfstoffes gegen das Coronavirus in Russland skeptisch gezeigt.

"Ich sehe die Zulassung sehr, sehr zurückhaltend. Es gibt bislang keine publizierten Daten zu dem Impfstoff – das ist schon mal eine ganz große Schwierigkeit", sagte Schmidt-Chanasit am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Bislang habe noch kein Wissenschaftler den Impfstoff unabhängig beurteilen können.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag die weltweit erste staatliche Zulassung eines Impfstoffs zur breiten Verwendung gegen das Coronavirus bekanntgegeben.

Die Zulassung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien – ein Vorgehen, dass dem international üblichen Ablauf widerspricht. Erst wenige Menschen haben den Impfstoff im Rahmen einer Studie erhalten.

Weltweit geltende Standards für Studien und Testungen von Impfstoffen nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssten unbedingt eingehalten werden, mahnte Schmidt-Chansit.

Etwa werden in der sogenannten Phase III größere Tests zur Wirkung am Menschen mit mehreren Tausend Probanden gemacht. 

"Es ist ganz wichtig, dass man auf jeden Fall einen sicheren Impfstoff einsetzt und auch weiß, wo möglicherweise Nebenwirkungen liegen", sagte der Virologe vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Sollte sich ein Impfstoff als weniger effektiv herausstellen, bestehe die Gefahr, dass es zu "gegenteiligen Effekten" komme – etwa einer Impfmüdigkeit in der Bevölkerung.

Dies sei zuletzt etwa bei einem Impfstoff gegen das Dengue-Fieber auf den Philippinen der Fall gewesen.

"Die Bevölkerung hatte da zu Recht kein Vertrauen mehr in den Impfstoff und sich wie Versuchskaninchen gefühlt", sagte Schmidt-Chanasit.

Durch den Vertrauensverlust seien dann Impfungen insgesamt zurückgegangen – etwa gegen Polio oder Masern.


Video: Corona: Wissenschaftler warnen vor russischem Impfstoff (SAT.1)

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