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Von wegen gesund: Saft zu trinken, erhöht euer Risiko, früher zu sterben

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 21.05.2019 Hilary Brueck
© Bereitgestellt von Business Insider Inc


Fruchtsäfte zu trinken, ist für viele eine willkommene Art, um gesund zu bleiben.

Laut Wissenschaftlern können diese jedoch schaden, wenn sie über ein ganzes Leben lang konsumiert werden.

Fruchtsaft erhöht das Sterberisiko um 24 Prozent

Forscher aus den USA haben nun neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet: Laut einer Studie, die im Fachmagazin „JAMA“ veröffentlicht wurde, sind 100-prozentige Fruchtsäfte genauso schädlich für die Gesundheit wie Limonado und andere Getränke, die Zucker oder Zuckerzusatz enthalten.

Nach jahrelanger Analyse der Krankenakten von mehr als 13.400 Erwachsenen aus den USA stellten die Forscher der Studie fest, dass etwa 350 Milliliter Saft am Tag das Sterberisiko der Personen um 24 Prozent erhöhten.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass Saft gleich zum Tod führt. Natürlich kann es in diesem Zusammenhang auch andere Einflussfaktoren geben, wie zum Beispiel die allgemeine Ernährung oder die Menge an Saft, die täglich getrunken wird. Die Studie hat vor allem den Zweck, daran zu erinnern, dass Fruchtsäfte nicht immer gut für den Körper sind.

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Zuckerhaltige Getränke sättigen nicht

Der Grund, warum Saft schlecht für uns ist, hängt zum Teil damit zusammen, wie unser Körper den Zucker in Fruchtsäften verarbeitet. Der Prozess ist vergleichbar mit der Aufnahme des Zuckers in einer Dose Limo.

„Die biologische Reaktion ist im Wesentlichen dieselbe“, schrieb kürzlich ein Team von Harvard-Forschern im Journal „JAMA“.

Wenn wir Zucker über Getränke wie Saft oder Limonado in unseren Körper aufnehmen, strömt nur Fruktose in die Leber. In ganzen Früchten hingegen sind weitere wichtige Nährstoffe wie Ballaststoffe enthalten, die die Verdauung verlangsamen und dabei helfen, dass wir uns voll und satt fühlen.

„Es gibt einige ziemlich solide Beweise dafür, dass wir, wenn wir flüssige Kalorien wie in zuckerhaltigen Getränken trinken, nicht weniger essen“, so die Ernährungsprofessorin Jean Welsh von der Emory University gegenüber Business Insider. „Es ist im Grunde nur Zucker und Wasser und kein Protein oder Fett, um dem Stoffwechsel entgegenzusteuern.“

Ernährungsexperten sind sich einig, dass Saftkonsum auf lange Zeit gesehen zu Entzündungen, Insulinresistenz, Diabetes und mehr Bauchfett führen kann.

Der Zucker im Saft macht krank und kann zum Tod führen

Vasanti Malik, eine Wissenschaftlerin vom Department of Nutrition der Harvard TH Chan School of Public Health, veröffentlichte Anfang des Jahres eine Studie, die zeigt, dass das Trinken von zuckerhaltigen Getränken durch das Entstehen von Krankheiten wie Krebs und Herzproblemen zu einem höheren Sterberisiko führt. „Sie nehmen nur mehr Kalorien am Tag zu sich und das führt mit der Zeit zu einer Gewichtszunahme“, so die Wissenschaftlerin.

Es gibt auch überzeugende Beweise dafür, dass wir an Gewicht zunehmen, es öfter zu Karies kommt und häufiger Typ-2-Diabetes, Fettleber- und Herzerkrankungen auftreten.

Es ist zwar wahr, dass Fruchtsäfte eine vorteilhafte Dosis an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralien liefern können, die Entzündungen lindern und unsere kognitive Leistung verbessern können. „Die Frage ist jedoch, ob Polyphenole und andere sekundäre Pflanzenstoffe in Fruchtsäften den Auswirkungen von Zucker auf das Gewicht und das Typ-2-Diabetes-Risiko entgegenwirken können“, so die Harvard-Forscher.

Was wir jedoch sicher wissen, ist, dass genau die gleichen wichtigen Nährstoffe, die im Saft enthalten sind, ebenfalls durch den Verzehr von ganzen Früchten gewonnen werden können. Das wiederum kann dann mit Getränken wie einer Tasse Kaffee oder Tee kombiniert werden, die für unser Herz besser sind als Saft.

Fruchtsaft ist nicht so gut für den Körper wie ganze Früchte

Wissenschaftler, die die langfristigen gesundheitlichen Unterschiede zwischen Safttrinkern und Obstessern untersucht haben, haben herausgefunden, dass regelmäßiges Fruchtsafttrinken mit mehr Diabetesfällen verbunden ist. Dabei erhöht jedes weitere tägliche Glas Fruchtsaft die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, um sieben Prozent. Der Verzehr von Obst wirkt sich hingegen nicht derart nachteilig aus.

Ganze Früchte haben mehr sättigende Ballaststoffe, mehr Antioxidantien und etwa 35 Prozent weniger Zucker als 100-prozentiger Fruchtsaft. Mit einer einzigen Banane können circa 20 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Ballaststoffen aufgenommen werden.

Unabhängig davon, welche Flüssigkeiten bevorzugt werden, um hydriert zu bleiben, sollte man versuchen, die Fruchtsaftaufnahme auf etwa 235 Milliliter pro Tag oder weniger zu beschränken. Wenn man Trinkwasser nicht mag, kann man versuchen, das Getränk mit Zitrusfrüchten wie Zitronen und Limetten oder frischem sowie eingefrorenem Obst aufzupeppen.

Dieser Text wurde von Lea Kreppmeier aus dem Englischen übersetzt und angepasst. Die Originalfassung findet Ihr unter diesem Link.

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