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Anhand Biomarker: Blutuntersuchung soll Sterberisiko verraten

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN 25.08.2019 Cornelia Bertram

Noch fünf, zehn oder fünfzehn Jahre zu leben – wer weiß das schon so genau? Wie eine Studie zeigt, könnten Ärzte anhand bestimmter Biomarker jedoch tatsächlich bald die Wahrscheinlichkeit zu sterben recht genau vorhersagen.

Eine gesunde, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung sowie viel Bewegung sollen bekanntlich zu einem langen, beschwerdefreien Leben verhelfen.

Es heißt schließlich nicht umsonst: Wer rastet, der rostet.

Wann ein Mensch letztendlich wirklich stirbt, kann anhand seiner Lebensumstände allerdings nicht genau vorhergesagt werden.

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Blut kann die Antwort verraten

Wie sich nun zeigt, könnte die Antwort auf die Frage nach der Lebenszeit jedoch im Blut liegen – dessen ist sich zumindest ein internationales Forscherteam sicher.

Die Studie, die im Fachjournal 'Nature Communications' veröffentlich wurde, beschreibt, dass im Rahmen von Untersuchungen 14 sogenannte Biomarker im Blut ausfindig gemacht wurden, an denen die Mortalitätswahrscheinlichkeit einer Person bestimmt werden kann.

Zu diesem Ergebnis kam das Forscherteam nach der Auswertung von 44.168 Patientendaten.

Die Probanden waren zu Beginn der Studie zwischen 18 und 109 Jahre alt, während des Beobachtungszeitraums verstarb jeder achte von ihnen.

Innerhalb der Studie suchten die Wissenschaftler in den Blutproben der Patienten nach Stoffen, die Rückschlüsse auf das Sterberisiko zulassen.

Insgesamt wurden 14 solcher Biomarker identifiziert. Bei diesen handelt es sich um messbare Werte – überwiegend Aminosäuren, Entzündungsbotenstoffe und Fette – die auf bestimmte Krankheiten hindeuten können.

 

Marker sagen Sterberisiko voraus

So geht eine erhöhte Konzentration von Glukose oder Laktat beispielsweise mit einem erhöhten Sterberisiko einher.

Im Gegensatz dazu deutet eine höhere Konzentration der Aminosäuren Leucin und Histidin auf ein geringeres Sterberisiko hin. Gleiches gilt für das Bluteiweiß Albumin.

Bei allen Teilnehmern war die Vorhersage anhand dieser Marker deutlich zuverlässiger als mithilfe bisher bekannter Biomarker.

 

Sterberisiko anhand von Daten ermitteln

Anhand von vorliegenden klinischen Daten wie Krankheitsbildern und Patientenakten sagt das Vorkommen der Marker eine statistische Wahrscheinlichkeit voraus, ob ein Patient in einem bestimmten Zeitraum stirbt.

Liegt das Ergebnis beispielsweise bei 70 Prozent, bedeutet das, dass 70 Prozent der untersuchten Personen mit gleichen Werten innerhalb von fünf beziehungsweise zehn Jahren verstorben sind.

Dem Forscherteam schwebt nun die Entwicklung eines Bluttests vor, welcher das Sterberisiko von Patienten bestimmen soll.

Die Idee dahinter: Ärzte sollen aufgrund dieser Werte besser entscheiden können, ob ein Mensch einen möglichen Eingriff gut überstehen kann oder ob sein Körper zu schwach ist.

 

Bessere Behandlung älterer Menschen

"Die blutbasierte Messung soll ein erster Schritt zu einer individuelleren Behandlung älterer Menschen sein“, erklärt Studienleiterin Slagboom in einer Pressemitteilung.

"Wir wollen das biologische Alter bestimmen, denn das kalendarische Alter sagt nicht viel über den Gesundheitszustand älterer Menschen aus: Ein 70-Jähriger ist gesund, während ein anderer bereits an drei Krankheiten leiden kann."

Mithilfe der ermittelten Biomarker sollen Ärzte künftig gefährdete ältere Menschen identifizieren und entsprechend handeln können.

Bis diese Tests wirklich angewandt werden, dürfte es allerdings noch einige Jahre und so manche ethische Diskussion dauern.

Quellen

Deelen, J., et. al (2019): A metabolic profile of all-cause mortality risk identified in an observational study of 44,168 individuals, abgerufen am 22.08.2019:, https://www.nature.com/articles/s41467-019-11311-9

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