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Grippe & Co.: Erkältungsviren lieben den Winter – und daran liegt's

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 15.10.2020 Bunte.de Redaktion
Frau in der Wintersonne © istock / stockfour Frau in der Wintersonne

Erst fröstelt es uns, dann fühlen wir uns schlapp, schließlich tropft die Nase und der Hals kratzt: Die Erkältung ist da. Schuld an der Misere ist allerdings nicht die Temperatur selbst. Birgit Heck von "WetterOnline" erklärt: "Kurioserweise hält sich ein Irrglaube noch immer hartnäckig: dass Kälte per se krank macht."

Dann fügt sie erklärend hinzu: "Richtig ist, dass Kälte die Durchblutung hemmt und den Körper damit zusätzlich schwächen kann. So haben Viren ein leichteres Spiel. Ein Infekt wird jedoch immer von Krankheitserregern ausgelöst, nie von Kälte allein." Was aber kann man gegen diese verhängnisvolle Verkettung tun?

Raus in die Natur – wenn das Wetter es zulässt

Während wir uns in den Sommermonaten oft im Freien aufhalten und "Sonne tanken", ist im Winter eher die gemütliche Couch angesagt – und wer die Möglichkeit hat, entzündet den Kamin. Aber Herausgehen ist wichtig, denn die Sonnenstrahlen sorgen nicht nur für das persönliche Wohlbefinden, sie haben auch einen entscheidenden Einfluss auf unseren Hormonhaushalt und damit auf die Kraft unseres Immunsystems.

Professor Ingo Froböse erklärt auf der Website "ksta.de": "Die Sonne ist ein simples, aber sehr effektives Mittel zur Verbesserung der körpereigenen Immunabwehr." Nur durch sie sei der Körper überhaupt in der Lage, Vitamin D über die Haut zu produzieren. Eine Unterversorgung mit dem Vitamin, die gerade im Herbst und Winter häufig vorkomme, erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Erkältung jedoch erheblich.

Froböse rät daher, sich auch im Winter mindestens 15 Minuten am Tag im Freien aufzuhalten. Dazu lasse sich zum Beispiel die Mittagspause nutzen. Willkommener Nebeneffekt des kurzen Spaziergangs in der Sonne: Die Laune steigt, da das Glückshormon Serotonin verstärkt ausgeschüttet wird.

Kennst du die Möglichkeiten einer Wärmetherapie?

Für ausreichend Feuchtigkeit sorgen

Birgit Heck bekräftigt, dass "unser Immunsystem auf Sparflamme läuft", wenn wir zu wenig Sonne abbekommen. Dann hätten es die Viren leichter, sich im Körper zu vermehren. Sie nennt aber noch ein weiteres Risiko, der den Erregern das Leben leichter macht: trockene Luft. Sind die Schleimhäute in Nasen und Rachen nicht ordentlich befeuchtet, würden Viren nicht mehr zuverlässig abtransportiert. Die Gefahr des Austrocknens der Schleimhäute ist jedoch gerade im Winter besonders hoch. Im Inneren warte die trockene Heizungsluft und draußen die kalte Winterluft, die nur wenig Feuchtigkeit speichern könne. Eine fatale Kombination – zumal Viren im Gegensatz die Kälte lieben, weil sie hier optimale Bedingungen zum Überleben finden.

Was also tun? Viel Flüssigkeit (z. B. Tee und Wasser) ist die wichtigste Maßnahme, auch wenn der Durst geringer zu sein scheint als im Sommer. Wer mehr tun will, kann regelmäßig inhalieren und so die Abwehr mit heißen Dämpfen oder auch mit ätherischen Ölen unterstützen. Für die Raumluft könne man schon mit einfachen Mitteln und ohne professionellen Luftbefeuchter etwas tun. Zum Beispiel indem man einfach feuchte Handtücher auf den Heizkörpern platziert.    

Wenn du viel trinkst, stärkst du deine Immunabwehr, gerade mit diesen Getränken:

Mit sportlicher Aktivität gegen die drohende Erkältung

Ausreichend Bewegung sorgt für eine bessere Durchblutung und damit auch für ein fitteres Immunsystem. Das haben unter anderem Studien der Appalachian State University in Kannapolis bestätigt, an der mehr als 1.000 Probanden teilgenommen hatten. In der Studie, die im "British Journal of Sports Medicine" veröffentlicht wurde, zeigen die Wissenschaftler auf, dass sich Menschen, die regelmäßig Sport treiben, nur etwa halb so oft erkälten wie Bewegungsmuffel. Als regelmäßig galt dabei eine sportliche Betätigung an fünf oder mehr Tagen pro Woche, die allerdings nur rund 20 Minuten dauern musste. Oft reicht es da schon, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Wer auf dieses sportliche Pensum kam, hatte zudem im Falle einer Infektion deutlich geringere Symptome.

Interessant an den Ergebnissen ist auch, dass die US-Forscher vor Übertreibungen warnen. Wer zu viel Zeit beim Sport verbringe, könne seinen Körper auch überanstrengen und das Immunsystem damit schwächen. Dann gehe die Zahl der Erkältungen wieder nach oben. Der Ratschlag, ein gesundes Mittelmaß zu finden, ist wohl nicht nur beim Sport richtig, sondern gilt beispielsweise auch für den gesunden Schlaf. Da glückliche Menschen nachweislich gesünder leben, sind strikte Verbote jedenfalls kein idealer Weg. Und letztendlich tut vermutlich jeder gut daran, sich auch ohne Grippe-Beschwerden öfter mal etwas Ruhe zu gönnen.  

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