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Studie aus Frankreich: Schadet zu viel Training dem Gehirn?

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN 06.10.2019 Cornelia Bertram
© iStockphoto

Zu viel Sport wirkt nicht nur ermüdend auf Muskeln und Gelenke: Auch das Gehirn spürt die Auswirkungen von Übertraining. Wie die Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, ist impulsives, kurzsichtiges Handeln die Folge.

Nach einer anstrengenden Workout-Einheit kann es schon mal vorkommen, dass man sich wie gerädert fühlt. Das scheint logisch, schließlich hat man dem eigenen Körper wirklich alles abverlangt. Wie eine aktuelle Studie aus Frankreich zeigt, ist es jedoch möglich, dass sich diese Anstrengung zusätzlich auch auf die Leistung des Gehirns auswirken kann, wodurch die grauen Zellen ermüden.

Physische und mentale Ermüdung durch zu viel Sport

Zu diesem Ergebnis kam das französische Forscherteam und Dr. Bastien Blain, nachdem es die Leistungen 37 männlicher Triathleten verglich. 19 der Probanden mussten dazu drei Wochen lang einen besonders anstregenden Trainingsplan verfolgen: Ihr Sportpensum wurde dabei um rund 40 Prozent angehoben.

Die 18 Teilnehmer aus der Vergleichsgruppe sollten hingegen ihr gewohntes Trainingsvolumen beibehalten. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Sportler, die zu viel trainierten, litten neben einer übermäßigen physischen Erschöpfung auch an mentalen Ermüdungserscheinungen. 

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Messungen zufolge war nach dem anstrengenden Training der Gehirnbereich, der für das Treffen von Entscheidungen verantwortlich ist, eingeschränkt. Diese sogenannte kognitive Kontrolle kommt immer dann zum Einsatz, wenn bewusste Handlungen eingeschätzt, abgebrochen oder geändert werden müssen. 

Zu viel Training führt zu impulsiveren Handlungen

Bei den Sportlern drücke sich dies deutlich in ihrem Verhalten aus: Ihre Handlungen wurden impulsiver. Diese impulsgesteuerten Entscheidungen zeigten sich in einem einfachen Test sehr deutlich. Bei diesem konnten die Probanden wählen, ob sie lieber sofort 80 Euro oder ob sie lieber zwei Wochen warten, dafür aber 100 Euro bekommen wollten. 

Die Sportler mit dem übermäßig gesteigerten Trainingspensum wählten vermehrt die direkte Belohnung, statt zwei Wochen auf die größere Entlohnung zu warten. 

Warnsignale des Körpers werden ignoriert

Die Forscher zogen aus dieser Beobachtung eine Verbindung zum Übertraining. Bei diesem trainiert ein Sportler weiter, selbst wenn sein Körper Warnsignale sendet – beispielsweise durch schmerzende Muskeln.

Das erhöhte Leistungsempfinden steht in dem Moment an erster Stelle – mögliche gesundheitliche Konsequenzen werden dabei verdrängt. Dabei ignoriert der Sportler auch, dass das Übertraining kontraproduktiv wirken und langfristig die Leistung mindern kann. 

Übertraining lässt das Gehirn ermüden

"Die Region des präfrontalen Kortex, die auf das übermäßige Sporttraining reagierte, war genau die gleiche, die in vorhergehenden Studien auf extreme mentale Belastung reagierte", erklärt Studienautor Mathias Pessiglione gegenüber 'Science Daily'.

"Dieser Bereich des Gehirns scheint also der Schwachpunkt zu sein, der verantwortlich für die Fähigkeit ist, rationale Entscheidungen zu treffen." Bei körperlicher Ermüdung macht demnach auch das Gehirn schlapp, wodurch nicht mehr die gleichen Entscheidungen getroffen werden können wie im fitten Zustand. 

Langfristige Ziele weniger beachtet

Vor allem beim intensiven Ausdauertraining bedeutet dies, dass man sich bewusst fürs Aufhören entscheiden muss. Denn obwohl Ausdauersport förderlich für die Gesundheit ist, kann sich Übertraining durchaus negativ auf den Körper auswirken – sowohl auf die Muskeln als auch auf das Gehirn. 

Um sich kontinuierlich im Training zu steigern und weiterhin Erfolge zu erzielen, ist es wichtig, auf ausreichend Ruhetage zu achten, in denen sich der Körper regenerieren kann. Nur so kann die eigene Leistung auf gesunde Weise gesteigert werden, ohne dass Muskeln oder Gehirn darunter leiden. 

Quellen

Blain, B. et al. (2019): Neuro-computational Impact of Physical Training Overload on Economic Decision-Making, abgerufen am 02.10.2019, https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(19)31104-2?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0960982219311042%3Fshowall%3Dtrue

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