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Wissen zum Wochenende: Stärkt kaltes Wasser das Immunsystem?

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 12.01.2019 Lisa Schönhaar

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a man riding a wave on a surfboard in the water: Eisbaden © Provided by Business Insider Inc Eisbaden

Ich kann wirklich gut Schmerzen aushalten. Am Ofen verbrannt, in den Finger geschnitten, hingefallen und Bein fast ab? Ach, da zucke ich nicht mal mit der Wimper. Aber wehe, ich muss auch nur den kleinen Zeh in kaltes Wasser halten. Und mit kalt meine ich so gut wie jede Temperatur unter 35 Grad Celsius. Ich bin ein entsetzlicher Warmduscher und stelle mich auch bei 40 Grad Außentemperatur grundsätzlich nur unter eine mindestens lauwarme Dusche.

Ob mir das nicht peinlich ist? Kein Stück. Aber manchmal, gerade im Winter, wenn ich von Schniefnasen umgeben bin, frage ich mich, ob ich mich meinem Immunsystem zuliebe nicht doch zusammenreißen sollte. Zur Abhärtung. Schon beim Klang des Wortes bekomme ich eine Gänsehaut. Nur leider, leider ist die Annahme, kaltes Wasser stärke das Immunsystem, absolut korrekt. In mehreren Studien konnte belegt werden, dass kaltes Wasser, angewendet nach dem Kneipp-Prinzip, die Infektanfälligkeit signifikant reduziert. Tatsächlich wird mit kalten Duschen also ein nachweisbarer Abhärtungseffekt erreicht. 

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Kaltes Wasser hat einen positiven Effekt auf die Gesundheit

Populär wurde die Kaltwassertherapie zur Stärkung des Immunsystems durch den Priester Sebastian Kneipp. Er hatte sich eine Lungenerkrankung eingefangen und diese — nach eigenen Angaben — mit einer Wasserkur selbst geheilt. Was mit vereinzelten Behandlungen in Kneipps Umfeld begann, endete mit mehr als 600 Kneippvereinen, Tausenden von Mitgliedern und Anhängern, Büchern in Millionenauflage und einem Eintrag im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Unesco.

Mittlerweile konnten Wissenschaftler der Uniklinik Jena nachweisen, dass kaltes Wasser einen positiven Effekt auf die Lungenfunktion, die Immunabwehr und sogar auf das Befinden von Menschen mit chronischer Bronchitis hat. Die Probanden der Studie wurden dreimal wöchentlich einem kalten Oberguss unterzogen — das bedeutet, der gesamte Oberkörper wird unter fließendem, kalten Wasser abgespült. Zusätzlich wurde der Oberkörper der Studienteilnehmer zweimal pro Woche kalt abgewaschen. Die lungenkranken Probanden fühlten sich anschließend nicht nur besser, sondern wiesen auch deutlich weniger zusätzliche Atemwegsinfektionen auf. Physiologische Untersuchungen, wie etwa die Kontrolle verschiedener Marker des Immunsystems, konnten den Effekt anschließend bestätigen.

Mindestens dreimal pro Woche kalt duschen

Experten vermuten, dass die Kneipp-Güsse vor allem durch die durchblutungssteigernde Wirkung einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Durch das kalte Wasser ziehen sich die Blutgefäße zunächst zusammen und erweitern sich anschließend stark. Dadurch strömt deutlich mehr Blut durch die Gefäße, was den Kreislauf stabilisiert, den Stoffwechsel aktiviert und das Immunsystem anregt. 

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Damit die kalten Güsse wirken, müssen sie allerdings regelmäßig durchgestanden werden. Mindestens dreimal pro Woche solltet ihr also die Zähne zusammenbeißen, um von den positiven Auswirkungen zu profitieren. Und auch wenn es zur Abhärtung genügt, nur einzelne Körperstellen kalt abzuduschen, fürchte ich, dass damit nicht der kleine Zeh gemeint ist. Zum Herantasten — oder für Memmen wie mich —  sind Wechselduschen ein guter Anfang. Da darf man sich immerhin zuerst mit einer heißen Dusche aufwärmen, bevor es los geht. 

Nicht nötig hingegen ist es Experten zufolge, den gesamten Körper eiskaltem Wasser auszusetzen. Wie beispielsweise beim Eisbaden.

Ha ha! Als ob. 

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