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Anusara Yoga

mylife-Logo mylife 16.12.2019 Miriam Steinbach
Anusara Yoga © Dmitry Kotov Anusara Yoga

Das perfekte Workout mit Herz: Anusara Yoga bringt mit sanften und kraftvollen Elementen Seele und Körper in Einklang. Bei der aus den USA stammenden Yoga-Form steht eine lebensfrohe Philosophie im Zentrum. Yogis lernen, ihre Selbstzweifel zu überwinden und ihre ideale Körperhaltung zu finden.

Positiv, optimistisch und kultiviert: Anusara Yoga möchte Herzen öffnen und Yogis helfen, einen Zugang zu sich selbst zu finden. Der Amerikaner John Friend hat diese Yoga-Form im Jahr 1997 ins Leben gerufen. Als Basis diente ihm das klassische und kraftvolle Hatha-Yoga, das er um sanfte Elemente erweiterte.

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John Friend war es wichtig, dass seine Schüler die Yoga-Haltungen von innen heraus spüren und die Übungen dadurch exakt ausführen. Er kombinierte dazu die lebensbejahende Tantra-Philosophie mit den neuesten Erkenntnissen der Biomechanik und schuf dadurch ein Zusammenspiel von Kraft, Ruhe und Achtsamkeit.

Das Besondere an Anusara Yoga: Zu Beginn einer Stunde hält der Lehrer einen kurzen Vortrag zu einem philosophischen und herzöffnenden Thema - beispielsweise zu Vertrauen, Liebe oder Freude. Die Übungen, die folgen, hängen damit zusammen. Eine große Rolle spielen bei den Anusara-Yoga-Übungen außerdem die sieben Energiekreisläufe, die sogenannten Loops, die John Friend auf der Basis von biomechanischen Erkenntnissen erstellt hat. Die Idee: Gelenke, Muskeln und Knochen sollen so ausgerichtet sein, dass die Energie im Körper frei fließen kann. Dadurch können Yogis zu ihrer idealen Körperhaltung finden, dem „optimal blueprint“.

Anusara Yoga erlebte zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen großen Boom in den USA. Vor allem gestresste Menschen, die viel Zeit sitzend am Schreibtisch verbringen, probierten diesen modernen Yoga-Stil aus. 2012 brach der Anusara-Boom zunächst ein, da John Friend in mehrere Skandale verwickelt war. Sein System hatte sich aber weltweit schon so weit gefestigt, dass Anusara Yoga weiterhin angeboten wird – jedoch ohne Guru an der Spitze und weitaus bescheidener.

Was ist Anusara Yoga?

Das Wort „Anusara“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt „mit Anmut fließen“ und „mit dem Herzen folgen“. John Friends Ziel: Yogis sollen die Haltungen von innen heraus spüren, die Ausführung der Übungen über das Fühlen finden und dadurch achtsamer werden. Deshalb kombinierte er weiche und sanfte Elemente mit kraftvollen.

Der von ihm geschaffene, moderne Yoga-Stil verbindet Asanas, also Yoga-Haltungen, mit Atemübungen, sogenannten Pranayamas, und Meditation. Sein Konzept kam an, es gab einen regelrechten Boom. In den 2000er-Jahren gehörte Anusara Yoga zu den am schnellsten wachsenden Yoga-Richtungen der Welt. Allein in den USA unterrichteten damals 200.000 Anusara-Lehrer. Nach dem Skandal um John Friend gab es einen kurzen Einbruch, inzwischen sind weltweit etwa 600.000 Schüler aktiv.

Die Philosophie im Anuasara Yoga

Beim Anusara Yoga geht es um die Philosophie des Herzöffnens. Die Übungen werden einzeln und achtsam ausgeführt, ein Flow-Charakter soll entstehen. Ein Lehrer beginnt die Stunde mit einem philosophischen Thema und setzt es in Bezug zum Alltag. Diese Einführungen werden „dharma talks“ genannt und basieren auf den Prinzipien der Tantra. Im Anschluss folgen Übungen, die sich darauf und auf die neusten Erkenntnisse der Biomechanik beziehen.

Die tantrische Philosophie

Herzorientiert und lebensbejahend: Bei der Tantra-Philosophie steht der Mensch als vollkommenes Wesen im Zentrum. Genüge ich? Diese Frage findet eine klare Antwort: ja! Die Tantra-Philosophie ist der Gegenpart zu den ständigen Zweifeln, die viele Menschen in der modernen Zeit plagen. Die innere Haltung steht bei der Ausübung von Anusara Yoga deshalb im Fokus. Wie fühle ich mich in einer Haltung? Wie kann ich ein positives Gefühl verstärken? Das soll jeder Yogi für sich herausfinden.

Biomechanik

Die Anatomie und die Gewohnheiten des modernen Menschen spielten bei der Konzeption der Übungen eine wichtige Rolle. John Friend leitet mithilfe der Biomechanik und -energetik verschiedene Prinzipien ab und stellte Energiekreisläufe, sogenannte Loops, auf. Dadurch sollen Verletzungen vermieden und Haltungsschäden, die der Büroalltag mit sich bringen kann, verringert werden.

Die drei As im Anusara Yoga

Beim Anusara Yoga gibt es keine einheitlichen Abläufe. Die Übungen sind an die Asanas aus dem Hatha Yoga angelehnt. Sie folgen dem Stil der drei As: Attitude (Haltung), Alignment (Ausrichtung) und Action (Handlung). Wie Barbra Noh in ihrem Buch „Yoga – Mit Kraft und Anmut leben“ schreibt, geht es bei diesen drei „A“ darum, dass hinter jeder menschlichen Handlung ein Wunsch, eine Intention oder ein Gefühl steht.

Haltung

Mitgefühl, Großzügigkeit und Vertrauen: Beim Anusara Yoga geht es darum, Eigenschaften in das Leben zu bringen, die vom Herzen herauskommen. Durch Yoga ist es möglich, diese grundlegenden menschlichen Eigenschaften zu wecken und sie in den Alltag zu integrieren. Basis dafür ist, sich gut zu fühlen und mit dieser Haltung dem Leben zu begegnen. Auf die körperliche Yogapraxis bezogen, bedeutet das: Die Yogis gehen auf die Matte, um eine bestimmte Haltung und Vision für das Leben zu kultivieren, schreibt Barbra Noh in ihrem Buch.

Ausrichtung

Das zweite A beantwortet die Frage: „Wie erschaffe ich das, was ich möchte?“, erläutert Barbra Noh. Glück und Erfüllung stehen im Fokus. Sowohl im Leben als auch im Yoga können Menschen Entscheidungen treffen, die entweder mehr Schmerz und Leid erzeugen oder achtsam Schönheit und Harmonie erschaffen.

Handlung

Was habe ich erschaffen? Diese Frage steht beim dritten A im Zentrum – und ist die Antwort auf das erste A. Bei der Handlung ist auch der Bezug zur Gemeinschaft da, denn durch sie erfährt der Einzelne erst, wie seine Praxis auf andere Menschen wirkt. In der Yogapraxis ist laut Barbra Noh die Handlung die Vollendung. Der Yogi erlebt in ihr eine optimale Ausgeglichenheit zwischen Stabilität und Freiheit.

Die fünf Grundprinzipen im Anusara Yoga

Das zweite A, die Ausrichtung, wird beim Anusara Yoga außerdem in weitere fünf Grundprinzipien verfeinert. Das Ziel ist, dass sich dadurch das Wohlbefinden verbessert und der Yogi sich am Ende sowohl seelisch als auch körperlich im Einklang befindet.

Öffnung für die göttliche Ordnung (Open to grace)

Wie Barbra Noh in ihrem Buch schreibt, geht es beim ersten Prinzip um den Weg, den wir wählen, um eine offene und empfängliche Haltung dem Leben gegenüber einzunehmen. Der Yogi soll sich in Einklang mit dem höchsten Bewusstsein bringen. Die Grundvoraussetzung dafür ist, geistig offen und weich im Herzen zu sein. Eine achtsame Verbindung mit dem Atem ist der ultimative Ausdruck dieses Prinzips. Auf der Yogamatte kann das beispielsweise praktiziert werden

  1. durch den Aufbau eines guten Fundaments
  2. durch Atmung und eine Öffnung für noch ungeahnte Möglichkeiten

Muskelenergie

Muskuläre Energie verleiht Yogis laut Barbra Noh Stärke und Stabilität. Sie hilft dem Körper, sich zu bewegen und zu organisieren und eine gute Beziehung zwischen seinen Teilen herstellen zu können. Durch muskuläre Energie verbessert sich das Körperbewusstsein.

Innere Spirale

Bei diesem dritten Prinzip geht um eine verbesserte Ausrichtung der Hüften und des unteren Rückens. Das ist vor allem für Menschen wichtig, die täglich viele Stunden auf dem Schreibtischstuhl sitzen. Der untere Rücken ist als Folge oft flach, hat kaum Muskelspannung und dadurch ist viel Druck auf den Wirbeln. Durch die Innere Spirale kann eine gleichmäßige Kurve der Wirbelsäule entstehen, die einen guten Spannungszustand erzeugt. Barabra Noh beschreibt die Wirkung des dritten Prinzips folgendermaßen: Die Innere Spirale setzt vorn an der Innenkante des Fußes an und bewegt sich an den Beinen entlang als sich weitende Energiespirale hinauf bis zum Becken, um dann hoch oben an der Rückseite der Taille zu enden. Konkret passieren durch sie folgende Aktionen:

  1. Sie dreht die Vorderseite des oberen Teils der Oberschenkel nach innen.
  2. Sie bewegt die Köpfe der Oberschenkelknochen nach hinten.
  3. Sie weitet die Oberschenkel voneinander weg.

Äußere Spirale

Die Äußere Spirale verlängert den unteren Teil der Wirbelsäule, festigt den Beckenboden und stabilisiert das Becken. Sie arbeitet ergänzend zur Inneren Spirale, um die Ausrichtung des unteren Rückens und des Beckens zu verbessern. Insgesamt besteht sie laut Barbra Noh aus drei verschiedenen Teilen:

  1. Sie dreht den oberen Teil der Oberschenkel nach außen.
  2. Sie bewegt den oberen Teil der Oberschenkel nach vorn.
  3. Sie zieht die Oberschenkel zur Mittellinie hin fest zueinander.

Eine ausbalancierte Aktivität der Inneren und Äußeren Spirale führt zu einem energetischen Anheben des Beckenzentrums, das die Beckenbodenmuskulatur einbezieht. Der innerste Kern des Körpers bekommt auf diese Weise Unterstützung.

Organische Energie

Für Flexibilität und Freiheit: Bei diesem Prinzip geht die Energie vom Kernpunkt des Körpers weg und dehnt sich zum Rand aus. Dabei weitet sie selbst sanft die Haut von den Knochen weg. Die Organische Energie verlängert, weitet, streckt und dehnt aus.

Energiezentren: die sieben Loops des Anusara Yoga

Nach dem Anusara Prinzip gibt es drei Energiezentren im Körper: im Becken, im Herzen und im Gaumen. Bei einer Haltung wird jeweils das Energiezentrum aktiviert, das in der Nähe des belastenden Körperteils liegt. John Friend hat bei der Konzeption der Übungen sogenannte „Energie-Loops“ miteinbezogen. Hinter diesen Loops stecken kreisförmige energetische Bewegungen in bestimmten Körperteilen. Das Besondere: Die verschiedenen Loops sind nicht autark, sondern überlappen sich mit den benachbarten Energiekreisläufen.

  1. Knöchel-Loop
  2. Schienbein-Loop
  3. Oberschenkel-Loop
  4. Becken-Loop
  5. Nieren-Loop
  6. Schulter-Loop
  7. Schädel-Loop

Die Auswirkungen von Anusara Yoga

Durch die Verbindung von sanften und kraftvollen Elementen, hat Anusara Yoga mehrere positive Auswirkungen auf den Körper:

  • Der Energiefluss im Körper wird verbessert.
  • Rückenschmerzen werden gelindert.
  • Es entsteht eine geistige und körperliche Stärke.
  • Verletzungen kann vorgebeugt werden.
  • Haltungsschäden werden korrigiert.

Für wen ist es geeignet?

Anusara Yoga ist sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene geeignet. Da die Yogis die Übungen exakt ausführen und das Tempo langsam ist, kommt es in der Regel zu keinen Überforderungen. Die Yoga-Form ist deshalb passend für Menschen, die gestresst sind und viel Zeit sitzend am Schreibtisch verbringen.

Wo wird es angeboten?

Das erste Anusara-Yoga-Studio in Deutschland eröffneten Vilas und Lalla Turske 2005 in Berlin. Der Name: City Yoga. Anusara Yoga wird in Deutschland in zahlreichen Yoga-Studios angeboten. Ausgebildete und qualifizierte Lehrer haben ein geschütztes Anusara-Zertifikat, für das eine Ausbildung von mindestens 200 Stunden notwendig ist.

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