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Die 10 häufigsten Fragen zu Essig gegen Unkraut

selbst-Logo selbst 15.07.2022 selbst
Essig gegen Unkraut © damiangretka/iStock Essig gegen Unkraut Essig gegen Unkraut wird von vielen Kleingärtnern als "Geheimwaffe" gegen Unkraut im Garten gepriesen.

Ebenso viele Gärtner schütteln nur mitleidig den Kopf, denn Essigsäure taugt nur bedingt als Unkrautvernichter und schädigt auch die umstehenden Pflanzen! Wir haben die häufigsten Fragen zum Thema Essigessenz gegen Unkraut zusammengetragen und erklären, warum Essigsäure im Garten eigentlich fehl am Platz ist.

Essig, Essigessenz, Essigsäure: Was hilft gegen Unkraut?

Weil man Essig auch in der Küche verwendet, gilt Essigsäure als schonende Alternative zu chemischen Unkrautvernichtern. Aber wer das Hausmittel gegen Unkraut einsetzt, muss wissen, dass er sich (mindestens) in einer rechtlichen Grauzone bewegt und keineswegs ein so "harmloses Lebensmittel" zur Unkrautbekämpfung einsetzt, wie er vielleicht glaubt.

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Wie wirkt Essig gegen Unkraut?

Essig ist eine Säure und schädigt die Zellmembranen von Pflanzen – dabei unterscheidet Essigsäure nicht zwischen gut (etwa der Zierpflanze) und böse (dem Unkraut)! Die Säure verätzt die oberirdischen Pflanzenteile und schädigt auch die Wurzeln, sodass die Pflanze verkümmert. Aber auch wenn das Unkraut schon abgetötet ist, verbleibt viel Essigsäure im Erdreich und verändert nachhaltig den pH-Wert des Bodens – für viele Pflanzen wird dieser Bereich auf Jahre hinweg zur "No-Grow-Area"!

Welcher Essig wirkt gegen Unkraut?

Das ist völlig egal: Normaler Tafelessig reicht aus, um Unkraut zu vernichten. Brandweinessig oder Apfelessig eignen sich ebenso im Kampf gegen das Unkraut im Garten.

Wie schnell wirkt Essig gegen Unkraut?

Je höher die Konzentration der ausgebrachten Essigsäure (Tafelessig 5-6%, Essigessenz ca. 25%)), desto schneller verkümmert auch das behandelte Unkraut auf der behandelten Fläche.

Wichtig: Da es mehrere Tage dauert, bis der Essig seine Wirkung voll entfaltet hat, sollte man Essigsäure nur auf trockenes Unkraut (kein Regen, Tau oder Gießwasser) auftragen und auch nur, wenn für die Folgetage kein Regen angesagt ist, damit die Essig-Mischung nicht sofort vom Blattunkraut abgespült wird.

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Wie lange sollte Essig als Unkrautvernichter einwirken?

So lange, bis die Pflanze vertrocknet! Geben Sie dem Mittel viel Zeit. Die vertrockneten Reste des Unkrauts können Sie auch erst Tage nach der Behandlung mit der Essigessenz-Mischung entfernen.

Praxistipp: Erfahrungsgemäß welkt mit Essig behandeltes Unkraut in kurzer Zeit, wenn es viel Sonne abbekommt. Im Schatten dauert es länger, bis der Essig gegen das Unkraut wirkt. Nach ein paar Tagen zeigt sich aber auch hier, dass der Essig zum Welken des Unkraut führt.

Wie kann man Essig auf Unkraut spritzen?

Mit einer Pflanzenspritze oder einem Drucksprüher verteilen Sie die Essiglösung zielgenau. Praxistipp: Umstehende Pflanzen schützen Sie mit Pappe oder Folie vor dem Sprühnebel!

Wieviel Essig gegen Unkraut muss ich ausbringen? So viel, dass alle oberirdischen Pflanzenteile benetzt sind (je feiner der Sprühnebel desto besser), aber sich kein Tropfwasser bildet, das in den Boden sickern kann. Vorgang lieber mehrmals am Tag wiederholen, wenn die Essig-Mischung eingetrocknet ist.

Praxistipp: Bringen Sie lieber mehrmals geringe Mengen räumlich möglichst begrenzt aus als größere Mengen flächig weit verteilt!

Ist Essig gegen Unkraut verboten?

Auf versiegelten Flächen (wie Gehwegen, Einfahrten, gepflasterten Terrassen und Gartenwegen) ist der Einsatz von nicht ausdrücklich zugelassenen Herbiziden verboten. Ob es sich bei dem Lebensmittel Essig um ein selbst gemischtes Unkrautvernichtungsmittel im Sinne des Gesetzes handelt, darüber urteilen Gerichte unterschiedlich.

Laut §3 des Pflanzenschutzgesetzes ist das Ausbringen von Essig auf "Nichtkulturlandflächen" (also allem, was nicht Acker, Beet, Weide oder Rasen ist) rechtswidrig, da dies gegen die "gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz" verstoße. Damit wäre auch Essigessenz in hoher Konzentration gegen Unkraut verboten.

Was Sie niemals zur Unkrautbekämpfung im Garten einsetzen sollten, sind Essigreiniger: Sie enthalten im Essigwasser gelöste Tenside, die im Erdreich absolut nichts zu suchen haben, weil sie schädlich für wichtige Mikroorganismen im Boden sind!

Essig gegen Unkraut: Warum das teuer werden kann

Weil das Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) in § 12 Abs. 2 eindeutig verbietet: „Pflanzenschutzmittel dürfen nicht auf befestigten Freilandflächen [...] angewandt werden.“ Zuwinderhandlungen können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden.

Allerdings hat das Oberlandesgericht Oldenburg 2017 einen Mann freigesprochen, der mit einer Essig-Salz-Mischung die gepflasterte Fläche seiner Hofeinfahrt von Unkraut befreien wollte: Bei dem Gemisch handele es sich „nicht um ein Pflanzenschutzmittel im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes, sondern um ein Lebensmittel“. Ob weitere Geldbußen gerechtfertigt wären (etwa weil das Einbringen von Essig und Salz in das Grundwasser oder die Kanalisation nach anderen Gesetzen strafbar oder ordnungswidrig sein könnte), prüfte das Gericht ausdrücklich nicht.

Ist Essig gegen Unkraut erlaubt?

Auch wenn das Oberlandesgericht Oldenburg im konkreten Fall entschieden hat, dass Essig und Salz keine Pflanzenschutzmittel im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes, sondern ein Lebensmittel seien und sich daher auch kein Verbot nach dem Pflanzenschutzgesetz (§12 Abs. 2) ableiten lasse:  Ob der Einsatz des Hausmittels aber sinnvoll bzw. wirksam ist oder ob sich der Anwender dadurch nach anderen Gesetzen strafbar macht oder ordnungswidrig verhält, darüber haben die niedersächsischen Richter ausdrücklich nicht entschieden! Wer also keine Strafe riskieren will, weiß jetzt, warum man kein Essig gegen Unkraut einsetzen sollte!

Wie mische ich Essig gegen Unkraut?

Welche Konzentration braucht Essig gegen Unkraut? Essig und Wasser miteinander zu mischen ist nicht schwer: Die ideale Mischung von Essig gegen Unkraut zu finden, ist schon kniffeliger. Wer unbedingt mittels Essigsäure das Unkraut im Garten bekämpfen will, sollte lieber zu einem Kaufprodukt auf Essigsäure-Basis greifen. Hier ist das richtige Mischungsverhältnis erprobt und die Verwendung auf versiegelten Flächen auch zugelassen!

Wieviel Prozent Essigsäure braucht man gegen Unkraut?

Speiseessig enthält ca. 5% Essigsäure. Essigessenz besteht zu 25% aus Essigsäure. Die hochkonzentrierte Essigessenz sollte vor der Anwendung im Garten unbedingt verdünnt werden, um nicht unnötigen Schaden anzurichten.

Wie verdünnt man Essigessenz gegen Unkraut?

Welches Mischverhältnis von Essigessenz gegen Unkraut sich bewährt hat, lesen Sie hier:

  • Wer aus 25%iger Essigessenz ein Mittel gegen Unkraut mischen will, sollte 1 Teil Essigessenz mit 15 Teilen Wasser auffüllen.
  • Selbst Haushaltsessig sollte man zum Schutz für andere Pflanzen nicht unverdünnt ausbringen: Hier hat sich ein Mischungsverhältnis von 1:3 bewährt! 250 ml Essig und 750 ml Wasser ergeben 1 Liter Unkrautvernichter auf Basis von Essigsäure.

Welche Konzentration braucht Essigsäure, um Unkraut zu vernichten?

Was ist besser gegen Unkraut: Essig oder Essigessenz? Die Konzentration des Hausmittel-Gemischs ist weniger ausschlaggebend für den Erfolg als andere Faktoren bei der Unkrautbekämpfung mit Essigessenz. Wer die folgenden Punkte befolgt, muss weniger Essig gegen das wuchernde Unkraut einsetzen und schont so die Umwelt:

  • Bekämpfen Sie Unkraut möglichst (früh) in der Wachstumsphase, dann wirkt der Essig besser und langfristiger
  • Wichtig ist, dass möglichst viel Blattoberfläche der Pflanzen mit Essig bedeckt sind (Gemisch fein vernebeln), ein Versickern sollte vermieden werden
  • Nach der Behandlung sollte es nicht regnen
  • Manche Gärtner verspritzen aufgekochten Essig: Die Wärme schädigt die Pflanzenzellen zusätzlich!

Ist Salzwasser eine Alternative zu Essigsäure gegen Unkraut?

Nein, keineswegs! Damit Salz ähnlich wie Essig gegen Unkraut wirkt, brauchen Sie eine sehr hoch konzentrierte Essig-Salz-Lösung. Die flüssige Sole wird ebenfalls auf die Pflanzen gesprüht. Das auskristallisierende Salz stört die Osmose in den Pflanzenzellen und lässt die Blätter und Wurzeln verdorren. Danach reichert sich das Salz im Boden an, was besonders für Moorpflanzen wie Rhododendren oder andere salzempfindliche Pflanzen wie etwa Erdbeeren schnell zur Wachstumsbremse wird!

Nicht jedes alte Hausmittel ist also eine gute Idee, um Unkraut im eigenen Garten zu vernichten. Wer kein Herbizid verwenden will, um die unerwünschten Pflanzen von befestigten Flächen zu entfernen, dann etwa kochendes Wasser nutzen. Heißes Wasser ist vergleichsweise effektiv bei der Unkraut-Bekämpfung und zählt noch zu den besten Tipps bei der Vernichtung verschiedener Arten von Unkraut.

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