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Schlechte Haltungsbedingungen: "Ökotest" prüft Parmesan – nur ein Käse schneidet gut ab

stern-Logo stern 02.09.2019 ikr
Parmesan im "Ökotest"-Check © Getty Images/alexbai Parmesan im "Ökotest"-Check

Würzig, aromatisch, salzig: So kennt man Parmesan. "Ökotest" hat 16 Käse geprüft. Die Probleme: miese Haltungsbedingungen und hohe Mineralölgehalte.

Parmesan hat eine lange Tradition, ist herkunftsgeschützt und darf nur in bestimmten italienischen Regionen gefertigt werden. Doch Tierwohl spielt bei der Herstellung offenbar nur eine untergeordnete Rolle, zeigt der aktuelle "Ökotest"-Check. 16 Käse wurden geprüft, darunter vier Bio-Produkte. "Ökotest" wollte von den Herstellern wissen: Wie leben die Kühe, die Milch für den Käse liefern? Dürfen sie auf die Weide? Wurden sie ohne Betäubung enthornt? Nur wenige Hersteller zeigen sich transparent und geben Auskunft zur Lieferkette. Ein weiteres Problem: Viele Käse fallen mit hohen Mineralölgehalten auf.

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Vor allem um die Weidehaltung steht es schlecht in der Parmigiano-Reggiano-Region: Von rund 70 Milcherzeugern, von denen "Ökotest" die Angaben erhalten hat, lässt nur ein einziger Betrieb seine Kühe auf die Weide. Die meisten Betreiber halten ihre Kühe im Stall. Bio-Tieren geht es etwas besser: Sie dürfen in Laufhöfe und bekommen etwas mehr Bewegung. Alle Tiere im Test wurden enthornt. Bio-Höfe müssen die Tiere vor dem schmerzhaften Eingriff betäuben; bei konventioneller Haltung ist das nicht der Fall.

Nur ein Parmesan im Check schneidet "gut" ab. Testsieger ist der Bio-Käse "Alnatura Parmigiano Reggiano". Der Hersteller punktet bei den Prüfern mit Transparenz und kann die gesamte Lieferkette benennen und belegen. 

Gute Inhaltsstoffe, böse Schadstoffe

Parmesan-Kühe müssen laut Regularien mit viel Heu und Gras gefüttert werden. Der spätere Käse enthält dadurch besonders viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Laboranalysen bestätigen, dass die Tiere vorschriftsgemäß gefüttert wurden. Erlaubt wäre theoretisch noch Soja als Eiweißlieferant. Doch der ist oft gentechnisch verändert. Viele Hersteller streiten auf Nachfrage ab, dass sie gentechnisch verändertes Futter verwenden. Belegen lässt sich das aber nicht. 

Ein weniger schöner Fund: Viele Parmesan-Käse sind mit Mineralöl belastet. In zehn Käsen sind die Werte "stark" bis "sehr stark" erhöht. Betroffen sind vor allem die Käse von Lidl, Rewe, Ferrari und Terre di Montagna. Woher die Belastungen stammen, ist unklar. Denkbar wäre etwa eine Verunreinigung durch Schmieröle in der Herstellung. Auch beim Versiegeln der Verpackung können die kritischen Inhaltsstoffe in den Käse übergehen.

Nicht verwechselt werden darf Parmesan mit einem anderen italienischen Hartkäse: dem Grana Padano. Die Käse unterscheiden sich zwar kaum im Geschmack, doch die Vorschriften bei der Herstellung von Grana Padano sind insgesamt weniger streng, schreibt "Ökotest". So darf bei der Fütterung der Tiere auch Stroh und Maissilage verwendet werden. Grana Padano enthält zudem Lysozym, ein Enzym und Konservierungsmittel, das gegen Mikroorganismen wirkt. Auch in der Reifezeit unterscheiden sich die Käse: Grana Padano ruht mindestens neun Monate - Parmesan dagegen zwölf.

Die vollständigen Testergebnisse gibt es gegen Gebühr hier

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