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Zu Ostern: Warum man die vorgefärbten Eier im Supermarkt besser nicht kauft

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 11.04.2019 berliner-zeitung
Im Supermarkt gibt es gefärbte Ostereier zu kaufen. © picture-alliance/ dpa-tmn Im Supermarkt gibt es gefärbte Ostereier zu kaufen.

Nicht nur ein Frühstücksei – Über die Ostertage werden jede Menge gefärbte Exemplare gefuttert. Lesen Sie hier, warum wir zum Osterfest auch mal mehr davon essen dürfen. Warum es die gefärbten aus dem Supermarkt besser nicht sein sollten und und wie man Öko-Eier erkennt. Wir haben 14 Fakten rund ums Osterei gesammelt, die man zu Ostern kennen sollte.

Woher kommt der Brauch eigentlich?

Das christliche Fastengebot machte das Ei zum Symbol für Ostern. Denn im Mittelalter wurde das Fastengebot viel strenger durchgehalten, Fleisch war komplett tabu. Auch Eier galten damals als Fleisch, weil sie nach dem damaligen Verständnis als flüssiges Fleisch galten. Doch die Hühner legten weiter Eier und um sie nicht verderben zu lassen, wurden sie hartgekocht und für nach der Fastenzeit aufbewahrt.

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Warum bringt gerade der Osterhase die Eier?

Millionen Kinder in Deutschland glauben an das Tierchen, das zu Ostern bunt bemalte Eier versteckt, und machen sich alljährlich auf die Suche. Warum gerade der fortpflanzungsfreudige Feldhase zum beliebtesten Eierlieferanten wurde, ist nicht endgültig geklärt. Volkskundler vermuten, dass der Hase als Symbol des Lebens die zur Osterzeit erwachende Natur versinnbildlichen soll. Dazu passt symbolisch das seit dem 13. Jahrhundert traditionell rot gefärbte Osterei: als Farbe des Lebens, der Freude und als Symbol für das Blut Christi.

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An Ostern darf es auch mal mehr als ein Ei sein

Untersuchungen zeigen, dass Nahrungs-Cholesterin den Blutspiegel bei Gesunden oft kaum beeinflusst. So dürfen auch Menschen mit erhöhtem Cholesterinwert an Ostern ausnahmsweise mehrere Eier an einem Tag essen. Das verzeihe der Körper, wenn sich der Betreffende ansonsten ausgewogen ernährt, beruhigt die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (Lipid-Liga). Hühnereier sind besser als ihr cholesterinbelasteter Ruf. Sie sollten in Maßen sogar Bestandteil einer gesunden Ernährung sein.

Herkunft erkennen

Kennzeichnungscode auf einem Ei © Andrea Warnecke/dpa-tmn Kennzeichnungscode auf einem Ei

Wer wissen will, woher sein Ei kommt, muss den Stempel auf dem rohen Hühnerei studieren. Anhand dieses „Erzeugercodes“ lässt sich jedes Ei bis in den Stall zurückverfolgen, in dem es gelegt wurde. Die erste Zahl steht für die Haltungsart:

0 = ökologische Erzeugung

1 = Freilandhaltung

2 = Bodenhaltung

3 = Käfighaltung

Die Buchstaben bezeichnen das Herkunftsland. Die darauffolgenden Ziffern kennzeichnen Bundesland und Herstellerbetrieb.

Haltung, Inhaltsstoffe: Öko-Test kürt die besten Supermarkt-Eier

Verbraucher sollten außerdem genau hinschauen im Supermarkt: In einer aktuellen Untersuchung hat Öko-Test die Eier von Supermärkten wie Aldi, Lidl und Co. in Hinsicht auf Schadstoffe und Haltungsbedingungen genauer unter die Lupe genommen. Von insgesamt 20 überprüften Produkten kritisieren die Tester eine Sorte besonders wegen ihres hohen Dioxinwerts: die GutBio-Eier von Aldi Nord. Dioxine stehen im Verdacht, krebserzeugend und fortplanzungsschädigend zu sein.

Andere Eier im Test bekommen vor allem wegen schlechter Haltungsbedingungen keine guten Noten. Produkte, bei denen männliche Legehennenküken direkt nach dem Schlupf getötet wurden, bewerteten die Tester von Öko-Test erst ab „befriedigend“.

Empfehlenswerte Eier, die bei der Tierhaltung, bei Transparenz und Inhaltsstoffen im Öko-Test überzeugen sind: Alnatura 6 Bio Eier, Alnatura Origin 4 Bio-Eier, die Huhn& Hahn 6 frische Eier mit Hahnenaufzucht und mit Abstrichen die Haehnlein 6 deutsche Bio-Eier.

Von gefärbten Eiern aus dem Supermarkt die Finger lassen

Bunte Eier, die es im Supermarkt fertig zu kaufen gibt, unterliegen nicht den Kennzeichnungsregeln für rohe Eier. Der Käufer erfährt nicht, aus welcher Haltungsform die Eier stammen. Auf der Verpackung müssen nur ein Mindesthaltbarkeitsdatum und die verwendeten Farbstoffe vermerkt sein. Wer vorgefärbte Eier kauft, weiß also nicht, ob die Tiere, die die Eier gelegt haben, artgerecht gehalten wurden.

gefaerbte_Eier_im_Supermarkt © picture alliance / dpa gefaerbte_Eier_im_Supermarkt

Bei lose verkauften Ostereiern braucht der Händler die Mindesthaltbarkeit nicht angeben. Er muss sie sich allerdings merken und einem Kunden auf Wunsch mitteilen können. Verbraucherschützer raten grundsätzlich, die lose erworbenen Eier so schnell wie möglich aufzuessen.

Ostereier lieber selbst färben

Bei künstlichen Ostereierfarben gehen die Meinungen auseinander, ob diese schädlich sind. Einige der für Lebensmittel zugelassenen Eier-Farbmittel enthalten sogenannte Azo-Farbstoffe, die im Verdacht stehen, die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern zu beeinträchtigen oder Pseudoallergien auszulösen. Ein weiterer Grund, die vorgefärbten Eier nicht zu kaufen.

Die Verbraucherschützer von Ökotest empfehlen daher, Ostereier mit natürlichen Farben selbst zu färben. So sorgen beispielsweise Rotkohl, Heidelbeeren und Rote Bete für rosa bis blaue Eier. Wer Petersilie, Brennnesseln oder Spinat nutzt, bekommt grüne Ostereier. Mit Zweibelschalen, Kurkuma oder Schwanztee lassen sich gelbe bis braune Ostereier färben. Wie das genau funktioniert, lesen Sie hier.

In Bioläden und Reformhäusern kann man Eierfarben aus natürlichen Produkten kaufen. Von diesen darf man allerdings nicht so einen intensiven und gleichmäßigen Farbton erwarten wie von künstlichen Färbemitteln.

So lange ist ein rohes Ei haltbar

Das Mindesthaltbarkeitsdatum roher Eier liegt bei 28 Tagen. Wer diese 28 Tage abzieht, weiß, wann die Eier gelegt wurden und wie alt sie bereits beim Kauf sind. Ist der Karton mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr zur Hand, kann man bei rohen Eiern den Schwimmtest machen. In einem Glas mit Wasser bleiben frische Eier am Boden liegen. Bleibt das Ei oben, ist das ein Zeichen dafür, dass sich schon ein Luftpolster in seinem Inneren gebildet hat. Solche älteren Eier sollten nur gut durcherhitzt gegessen werden

So lagern Sie Ostereier richtig

Eier für das Osternest sollten nicht beschädigt sein. Ist die Schale angeknackst, können Keime eindringen und die Eier verderben schneller. Unbeschädigt halten sich Eier bei Zimmertemperatur gut zwei Wochen. Unbeschädigte hartgekochte Eier aus dem Handel sogar noch länger, da sie mit einem speziellen Schutzlack behandelt wurden.

Ein Osterei steckt in einem Eierbecher © dpa-tmn Ein Osterei steckt in einem Eierbecher

Eier richtig kochen

Ob Frühstücksei oder Osterei - die Eier sollten nicht direkt aus dem Kühlschrank ins kochende Wasser wandern. Denn kalte Eier können platzen, wenn sie in das sprudelnd heiße Kochwasser tauchen. Das passiert seltener, wenn die Eier bereits Zimmertemperatur haben. Auch wird dann beim Kochen das Eiweiß gleichmäßig um das Eigelb verteilt.

Ostereier besser nicht abschrecken

Auch wenn viele drauf schwören: Eier sollten grundsätzlich nicht abgeschreckt werden. Dadurch wird zwar der Garvorgang im Ei gestoppt. Aber durch feine Risse in der Schale könnten mit dem Abschreckwasser Bakterien ins Innere gelangen. Dadurch können selbst harte Eier innerhalb weniger Tage verderben.

Sind braune Eier gesünder – oder eher „bio“ als weiße?

Weiße Eier, braue Eier liegen nebeneinander © imago/CHROMORANGE Weiße Eier, braue Eier liegen nebeneinander

In der Zusammensetzung der Nährstoffe unterscheiden sich die Varianten nicht. Dass es vor allem braune Bio-Eier gibt, hängt vor allem mit der Gewohnheit der Verbraucher zusammen: Sie verbinden weiße Schalen immer noch zumeist mit Käfighaltung. Diese Annahme bedient die Geflügelindustrie, indem meist braune Eier in den Handel kommen, weiße hingegen eher in Bäckereien, Großküchen und Lebensmittelbetriebe. Ganz allgemein gibt es in Deutschland sowieso weniger weiße Exemplare - sieben von zehn Eiern sind nach Angaben des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft braun. Anders sei es etwa in vielen skandinavischen Ländern: Dort bevorzugten die Käufer weiße Eier, so der Verband.

Warum wird der Dotter bei langem Kochen grünlich bis bläulich?

Die Verfärbung ist das Ergebnis einer chemischen Reaktion. Bei länger andauernden hohen Temperaturen löst sich im Eigelb gebundenes Eisen und wandert Richtung Dotter-Rand. Gleichzeitig wird im Eiklar durch das Kochen Schwefel freigesetzt. So entsteht Schwefelwasserstoff. Dieser bewegt sich Richtung Eigelb und reagiert an der Grenze der beiden Ei-Bestandteile mit dem Eisen zu Eisensulfid. Es entsteht ein grün-blauer Eigelb-Rand, der mit der Kochdauer immer weiter ins Eigelb wächst.

Wohin mit übrig gebliebene Eimasse, wenn man Ostereier auspustet?

Wer zum Bemalen vor Ostern Eier auspustet, kann das Eigelb und Eiweiß im Kühlschrank abgedeckt etwa drei Tage lang aufheben. Alternativ kann man die Eimasse aber auch einfrieren. Um zu verhindern, dass sie beim Herunterkühlen geliert, sollte man sie dann vorher mit etwas Zucker und Salz vermengen, rät die Initiative „Zu gut für die Tonne“.

Eimasse_aufbewahren © Guido Kirchner/dpa Eimasse_aufbewahren

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, müssen Eier nicht gleich in den Abfall. Werden sie mit mehr als 70 Grad erhitzt, so dass Eigelb und Eiweiß gerinnen, können sie noch zum Kochen oder Backen verwendet werden, erläutern die Experten. (sar / mit dpa)

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