Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Forscher machen Hoffnungen: Kann Gluten bald unschädlich gemacht werden?

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN vor 6 Tagen Judith Kerstgens
© iStockphoto Österreichische Forscher machen allen, die unter einer Glutenunverträglichkeit leiden, große Hoffnungen: Sie haben offenbar eine Nahrungsergänzung entwickelt, die das Klebereiweiß im Körper unschädlich machen kann.

Etwa 800.000 Deutsche leiden an Zöliakie, besser bekannt als Glutenunverträglichkeit. Für die Betroffenen wird die Nahrungsaufnahme durch die Krankheit extrem verkompliziert, denn der Körper reagiert schon auf kleinste Glutenmengen im Essen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Studie belegt: Junkfood erhöht das Krebsrisiko

Das Schlimme: In fast allen heimischen Getreidesorten ist Gluten („Klebereiweiß") enthaten. 

Wenn es nach österreichischen Forschern geht, hat die umständliche Suche nach glutenfreien Lebensmitteln bald ein Ende.

Sie haben ein Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, das zusammen mit der Nahrung aufgenommen wird und Gluten im Körper unschädlich machen soll.

Methode noch nicht am Menschen getestet

Dem mögliche Ausweg aus der Glutenunverträglichkeit liegen bislang allerdings nur die theoretische Berechnungen einer Labor-Studie zu Grunde. Ob das Ergänzungsmittel wirklich hilft, wurde noch nicht am Menschen getestet.

Theoretisch könnte das Mittel jedoch helfen, ohne in das Immunsystem einzugreifen: „Wenn man nun ein neuartiges Antikörpern-Fragment findet und herstellt, das an das eindringende Gluten-Molekül andockt und es blockiert, ohne aber das Immunsystem anzuregen, dann kann man die Symptome der Zöliakie unterdrücken", erklärt Prof. Oliver Spadiut, Leiter der Forschungsgruppe Integrierte Bioprozessentwicklung an der TU Wien gegenüber 'heute.at'

 

Experten reagieren mit Vorsicht

Die neuen Möglichkeiten, die das Nahrungsergänzungsmittel bieten soll, klingen erst einmal vielversprechend.

Trotzdem fällt die Reaktion seitens der Deutschen Zöliakie Gesellschaft eher verhalten aus: „Es wird ein neuer Ansatz präsentiert, um das Gluten schon vor dem Kontakt mit der Schleimhaut, dem Immunsystem unschädlich machen zu können und das ist ja ein guter Gedanke“, so die Zöliakie-Expertin Dr. Stephanie Baas gegenüber 'wir essen gesund'. 

Was die Experten davon abhält, zu viel Hoffnung in das Produkt zu setzen: Die Einnahme wird nicht unbedingt dazu führen, dass Betroffene wieder herkömmliches Brot oder Kuchen essen können. Denn das Mittel ist eher dafür gedacht, nur kleinste Mengen an Gluten zu neutralisieren. 

„Ob die Symptome dadurch ganz zum Verschwinden gebracht werden oder nur abgeschwächt werden, muss sich erst zeigen – das ist wohl auch von Person zu Person unterschiedlich", erklärt Spadiut.

 

Gluten-Hemmer soll schon bald in den Apotheken stehen

Selbst wenn das neue Mittel die Symptome der Glutenunverträglichkeit, zu denen Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, und Appetitlosigkeit gehören, lediglich mindert und nicht komplett verhindert, wäre es für Erkrankte schon eine große Erleichterung. 

Bis das Produkt zu kaufen ist, soll es sogar gar nicht mehr so lange dauern: „Wir rechnen fest damit, dass das Produkt bereits im Jahr 2021 in gewöhnlichen Apotheken zu haben sein wird", so der Forschungsgruppen-Leiter.  

Mehr auf MSN

NÄCHSTES
NÄCHSTES

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von FIT FOR FUN

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon