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Marie, 22, studiert während sie um die Welt reist

ZEITjUNG-Logo ZEITjUNG 11.02.2019 Veronika Reinhold
© ZEITjUNG

Jeder hat schon mal den Begriff „Fernstudium“ gehört und viele kommen schon bei dem Gedanken daran ins Träumen. Sie stellen sich das ungefähr so vor: keine Vorlesungen, nicht jeden Tag in die Uni quälen, nicht in der Mensa essen müssen. Aber ist das wirklich so geil, wie es auf den ersten Blick scheint? Das haben wir Marie gefragt. Die Studentin arbeitet als Flugbegleiterin und studiert außerdem seit einem Semester Psychologie über ein Fernstudium. Über ihr Leben und Lernen rund um die Welt erzählt sie im Interview mit ZEITjUNG.

 

ZEITjUNG: Wie geil ist es eigentlich, nicht jeden Morgen in die Vorlesung gehen zu müssen?

Marie: Das ist mega gut, aber so darfst du das nicht sehen. Ich muss zwar nirgendwo hingehen, aber für meine Online-Vorlesungen muss ich mir auch Zeit einräumen – zumindest sollte ich das.

Wie läuft dein Studiumsalltag ab?

Ich habe einen normalen Studienplan, wann ich welches Modul belegen sollte. Aber wann ich diese Module bearbeite kann ich mir einteilen, wie es mir in den Kram passt. Online sehe ich dann, welche Module und Inhalte ich noch vor mir habe und welche Literatur ich dafür lesen sollte. Bei mir ist es so, dass es pro Modul je drei Vorlesungen gibt, die im Schnitt rund anderthalb Stunden dauern. Und es gibt natürlich auch noch die Klausuren. Die schreibe ich alle an zwei Tagen, eine richtige Prüfungsphase über mehrere Wochen habe ich nicht. Meine Fernuni hat in jeder größeren Stadt einen Standort und da schreibe ich vor Ort die Klausuren.

Wieso hast du dich überhaupt für ein Fernstudium entschieden?

Schon vor meinem Studium habe ich Vollzeit gearbeitet und ich wollte nicht auf mein Gehalt verzichten. Außerdem bin in den Studiengang Psychologie an der Präsenz-Uni nicht reingekommen oder hätte ewig warten müssen, das wollte ich nicht. An der Fernuniversität, an der ich studiere, gibt es in der Regel keinen Numerus Clausus.

Du warst auch ein paar Semester an einer Präsenz-Uni. Im Vergleich: Wo studierst du lieber?

Ich würde niemals wieder an einer Präsenz-Uni studieren, denn da tritt mir keiner in den Hintern. Wenn ich jetzt mein Online-Portal öffne und sehe, was die anderen machen und wie weit ich im Zeitplan hinten liege, ist das für mich ein großer Druck, aber auch eine große Motivation. Und das obwohl ich die Kommillitonen aus meinem Studiengang gar nicht kenne.

Vermisst du manchmal den normalen Studenten-Alltag?

Nein, aber mein Studium ist auch nicht mehr mein Lebensmittelpunkt. Bei mir dreht sich alles um die Arbeit und mit meinem Vollzeit-Job könnte ich gar nicht mehr an einer normalen Uni studieren. Schließlich kann ich keine Pflichtveranstaltungen wahrnehmen. Aktuell vermisse ich nichts, bin aber froh sowohl Präsenz-Uni als auch Fernstudium zu kennen.

Wie lässt sich dein Studium gut mit deinem Beruf vereinbaren?

Als Flugbegleiterin habe ich relativ viele Ruhezeiten und die nutze ich gerne für das Lernen. Ich brauchte nur einen Laptop und Internetzugang und fertig ist mein Hörsaal. Ich kann von überall aus Uni machen, was ich großartig finde.

Lernst du wirklich immer konsequent? Also auch wenn du gerade in spannenden fremden Ländern bist und lieber auf Entdeckungsreise gehen würdest.

Da muss zugeben, dass ich leider nicht immer ganz mit dem Lernstoff hinterher komme und deshalb ein bisschen in Verzug gekommen bin. Eigentlich habe ich einen Zeitplan zum Abarbeiten, aber den kann ich nicht immer einhalten. Aber ich werde den Stoff wieder aufholen, denn der große Vorteil bei einem Fernstudium ist, dass ich überall lernen kann.

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