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Lagom – der Wohntrend mit der richtigen Balance

Das Haus-Logo Das Haus 26.03.2019 Sabrina Deckert
Nicht zu kahl, aber auch nicht überladen – Lagom bedeutet: genau das richtige Maß. © Bereitgestellt von Burda Senator Verlag GmbH Nicht zu kahl, aber auch nicht überladen – Lagom bedeutet: genau das richtige Maß.

Lagom – das ist Rotwein und Fleisch nur am Sonntag. Das sind zwei Kissen auf dem Sofa statt fünf. Lagom, das ist das Nötige für ein gutes Leben – ohne das Unnötige, was es überfrachtet. Auf dem schwedischen Weg zum Glück wandeln immer mehr Menschen, auch südlich von Malmö. Einer der ersten Schritte für die erfolgreiche Wanderung ist, die Wohnung Lagom zu gestalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dem Wohntrend Balance in Ihre vier Wände und in Ihr Leben bringen können.

Lagom: Vom Lebensstil zum Wohntrend

Lagom (schwedisch ausgesprochen „Logum“) kann ins Deutsche mit „genau im richtigen Maß“, also nicht zu viel und nicht zu wenig, übersetzt werden. Der schwedische Lebensstil geht angeblich auf die Lagerfeuergewohnheiten der Wikinger zurück, die ihr Trinkhorn so voll gemacht haben sollen, dass, als es durch den Kreis der Stammesbrüder und Gäste gereicht wurde, jeder einen genau gleich großen Schluck davon nehmen konnte – also keiner bevorzugt und keiner benachteiligt worden ist.

Aus der Lebenseinstellung, die die Schweden bis heute tief verinnerlicht haben und die auf alle Bereiche von der Finanzplanung über die Arbeitswelt bis zur Kindererziehung angewendet wird, wurde ein geradliniges, unaufgeregtes und harmonisches Wohnkonzept abgeleitet, das auch alle Nicht-Schweden dazu ermutigt, Ordnung, Klarheit und Ruhe in die eigene Wohnung, respektive das eigene Leben zu bringen. Lagom ist das Gegenteil von Hektik, Wegwerfgesellschaft, Stress und Überfluss – es ist ein nachhaltiger, ressourcenschonender und bewusster Lebenstil, der denjenigen, der Lagom lebt, in Balance bringen und im Gleichgewicht halten soll. Auch seinen Geldbeutel. Denn duch das lagome Leben lässt sich durchaus Geld für Energie, Kleidung, Lebensmittel und auch Pflegeprodukte sparen.

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Auch Ihre Wohnung kann Lagom

Lagom – Die Basis:

Alles, was zu viel, aber auch alles, was zu wenig ist, passt nicht ins Lagom-Konzept – die goldene Mitte soll für Zufriedenheit und Ausgeglichenheit sorgen. Für die Einrichtung der Wohnung heißt das: Erdnahe, neutrale Farben, helle Wände, warme und natürliche Materialien, Blumen, schnörkellose, filigrane Dekoration und sorgfältig ausgewählte, praktische Möbel – bevorzugt upgecycelt oder als Second-Hand-Stücke. Hauptsache langlebig und funktional. Achten Sie darauf, dass die Möbel, Accessoires, Wand-, Decken- und Bodenfarben zusammen harmonieren – am besten sind sie aus derselben Farbfamilie. Grelle Farben, großflächige, bunte Muster oder gar Setzkästen voller Nippes stören den Lagom-Effekt.

Wichtiger Faktor des Lagom-Wohnstils ist das Licht. Da es im Winter in Schweden davon wenig gibt, sollte eine nach Lagom eingerichtete Wohnung viele, gerne große Fenster und viele Lampen haben, um sie so hell und freundlich wie möglich zu gestalten. Auch dabei gilt: energie- und ressourcensparend etwa durch den Einsatz von LED-Leuchten oder Solar-Strahlern. Bei all den modernen Elementen des Lagom-Wohntrends darf dennoch ein Klassiker der Inneneinrichtung nicht fehlen: die Zimmerpflanze. Ein Stück Natur in der Wohnung sorgt sowohl für die Verbundenheit der Bewohner mit dem Planeten Erde als auch gleichzeitig für kleine Farbtupfer in der Dekoration.

Die Basics von Lagom: offene, helle Räume mit großen Fenstern – und mindestens eine Zimmerpflanze. © living4media/Jacobsen, Bjarni B. Die Basics von Lagom: offene, helle Räume mit großen Fenstern – und mindestens eine Zimmerpflanze.

Lagom in der Küche:

Langlebige, stabile Küchenmöbel aus hellem oder weiß gestrichenem Holz bilden die Grundlage. Das muss keine Küchenzeile im herkömmlichen Sinn sein – Lagom-Küchen können auch aus einzelnen Regalen und Schränken bestehen, Hauptsache sie harmonieren optisch. Helle Fliesen oder mitteldunkle bis dunkle Holzböden runden das Bild ab. Dazu kommen energiesparende Elektrogeräte. Im Kühlschrank und den Vorratsschränken lagert regionales und saisonales Essen, das mit Holzkochlöffeln in plastikfreien Töpfen und Pfannen zubereitet wird. Statt mit Alu- oder Frischhaltefolie werden Essensreste mit Bienenwachs-Tüchern abgedeckt. Müll, der sich nicht vermeiden lässt, wird akkurat getrennt und recycelt. Für Farbe sorgen selbst gezogene Kräuter auf den Fenstersimsen oder luftreinigende Kletterpflanzen, die sich zum Beispiel vom Küchenregal aus hinunterranken.

Die Grundlage der Lagom-Küche bilden stabile Küchenmöbel aus hellem oder weiß gestrichenen Holz. © living4media/Björnsdotter, Magdalena Die Grundlage der Lagom-Küche bilden stabile Küchenmöbel aus hellem oder weiß gestrichenen Holz.

Lagom im Esszimmer:

Ein großer Tisch aus upgecyceltem Holz oder gar Treibholz, auf dunklen Metallbeinen stehend, und drumherum moderne Stühle aus Holz, bezogen mit hellem Stoff oder auch einfach naturbelassen – das ist das Lagom-Esszimmer. Auffallendes Dekoelement kann die Lampe über dem Esstisch sein. Tischdecken werden im Lagom-Wohnstil weniger benutzt. Und wenn dann in Weiß oder Beige. Akzente auf dem Tisch werden mit handgetöpfertem und bemaltem Geschirr, Krügen und Schüsseln gesetzt. Statt Papier- werden Leinen- oder Baumwollservietten benutzt. Für festliche Anlässe wird mit Blumen aus dem Garten oder vom Feld dekoriert. Kerzen aus Bienenwachs unterstreichen die Nachhaltigkeit des Wohnstils. Unter dem Tisch kann ein ein- oder zweifarbiger Teppich für warme Füße sorgen. Manche Schweden bevorzugen Rentier- oder Elchfell, das sie einem lokalen Jäger abkaufen.

Typisch für ein Lagom-Esszimmer sind ein großer, dunkler Holztisch und moderne Stühle. © living4media/Möller, Cecilia Typisch für ein Lagom-Esszimmer sind ein großer, dunkler Holztisch und moderne Stühle.

Lagom im Wohnzimmer:

Energiesparen wird im Wohnzimmer großgeschrieben: TV- und Musikanlagen werden komplett ausgeschalten, mit Standby-Modus geben sich Lagom-Fans nicht zufrieden. Eine Leseecke vor dem Kamin, der mit selbstgeschlagenem Holz befeuert wird, und moderne eckige Sofas in allen Grau-Nuancen mit passenden Nierentischen der 1950er-Jahre oder etwas jüngeren Varianten kombiniert, sind bei diesem Wohnstil die Grundausstattung. Auf dem Sofa können Farbtupfer mit bunten Kissen gesetzt werden. Oder mit einer einfarbig-bunten Wolldecke, die vom Schäfer nebenan hergestellt worden ist.

Auf dem Lagom-Sofa können mit bunten Kissen Farbtupfer gesetzt werden. © living4media/Great Stock! Auf dem Lagom-Sofa können mit bunten Kissen Farbtupfer gesetzt werden.

Lagom im Schlafzimmer:

Ein großes, helles Holzbett, bezogen mit Bio-Baumwoll- oder Leinenbezügen, und einem Kopfteil aus Stoff, an dem Sie angelehnt abends auf dem E-Book-Reader noch schmökern können – so sieht ein Langom-Schlafzimmer aus. Als Nachttisch dienen oft kleine, einfache Tischchen, ganz nach Lagom ohne viel Schnickschnack. Im Kleiderschrank, oft begehbar oder zumindest mit Vorhängen statt Türen abgetrennt, findet sich nachhaltig und fair produzierte Kleidung, praktisch, bequem und natürlich langlebig. Schweden kaufen weniger Kleidung als die Deutschen, dafür in hochwertigeren, oft bio-zertifizierten Stoffen. Neutrale Basics, die für die Arbeit schlicht untereinander kombiniert werden und wenige dazu passende, etwas schickere Kleidungsstücke, die für feierliche oder offizielle Anlässe zu den Basics getragen werden.

Kleine, einfache Tischchen sind bezeichnend für das Lagom-Schlafzimmer. © living4media/Scoffoni, Anne-Catherine Kleine, einfache Tischchen sind bezeichnend für das Lagom-Schlafzimmer.

Lagom im Bad:

Auch hier sollte, wer Lagom leben möchte, keine Plastik-Utensilien haben. Verpackungsfreie Seifenshampoos und Rosmarin-Haarspülungen statt umweltschädlicher Plastikflaschen, selbstgemachtes Zuckerpeeling statt Chemiepampe mit Mikroplastik. Einrichtungstechnisch kommen im Bad multifunktionale Möbel zum Einsatz: Ein Waschtisch, auf dem das Waschbecken steht und unter dem noch Regale für Stauraum sorgen oder ein Spiegelschrank, hinter dem Sie die Bambus-Zahnbürste verstauen können. Highlights werden mit upgecycelten oder selbsthergestellten Einrichtungsgegenständen gesetzt, wie etwa einem selbstgetöpferten Waschbecken. Farbschema: Weiß, Grau, Holzfarben.

Highlights setzt man im Lagom-Badezimmer mit selbsthergestellten Einrichtungsgegenständen. © living4media/von Einsiedel, Andreas Highlights setzt man im Lagom-Badezimmer mit selbsthergestellten Einrichtungsgegenständen.

Bücher zum Thema Lagom

Foto: Callwey Verlag/btbVerlag/Christian Verlag/Knesebeck Verlag

Wer noch mehr zum Thema Lagom erfahren möchte, kann in Linne Dunnes Werk „Lagom – glücklicher Leben in Balance“ (Callwey Verlag) schmökern. In diesem Buch ist die schwedische Lebensart ausführlich und mit vielen Alltagsbeispielen erklärt.

Eine umfangreiche Anleitung zum Thema Lagom in allen Lebensbereichen bietet auch der schwedische Journalist Göran Everdahl in seinem Buch „Lagom – die schwedische Art der Achtsamkeit“ (btbVerlag).

Nikki Brantmark erklärt in ihrem Buch „Lagom: Der schwedische Weg zum Glück“ (

Christian Verlag), wie Sie Ihr Glück und die innere Balance finden.

Fangen Sie schon beim Kauf mit Lagom an und erstehen Sie Ihre Ausgabe als Second-Hand-Buch. Beispielsweise mit dem mittlerweile zum Klassiker avancierten Buch von Lola Akinmade Åkerström „In der Mitte liegt das Glück. Lagom, der schwedische Weg zum guten Leben“ (Knesebeck Verlag).

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