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Nachhaltigkeit: No-Shopping-Bewegung: Warum Menschen keine neue Kleidung mehr kaufen

NEON-Logo NEON 20.02.2019 Eugen Epp
In Deutschland wird fast jedes zweite Kleidungsstück schon nach weniger als einem Jahr aussortiert © Getty Images/Chaay_Tee In Deutschland wird fast jedes zweite Kleidungsstück schon nach weniger als einem Jahr aussortiert

Viele Kleidungsstücke werden gekauft und dann kaum getragen – das belastet die Umwelt. Vor allem in Großbritannien verzichten immer mehr Menschen darauf, sich neue Kleidung zuzulegen. Sie tauschen lieber.

Man kennt das: Der Kleiderschrank ist voll und trotzdem hat man nichts zum Anziehen. Also wird eingekauft, online oder in den Shoppingcentern der Städte. Und so sammeln viele Menschen immer mehr Kleidung an, die sie zum größten Teil gar nicht brauchen – weil Shopping Spaß macht oder als Belohnung herhalten muss. Laut einer Greenpeace-Umfrage vor drei Jahren werden 18 Prozent der Kleidungsstücke nur zweimal getragen. Insgesamt besitzen die Deutschen demzufolge 5,2 Milliarden Kleidungsstücke, im Schnitt 95 pro Person. Unterwäsche und Socken sind da noch gar nicht mitgerechnet.

Dafür hat sich der Begriff "Fast Fashion" etabliert – Wegwerfmode. Doch je mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz ins Bewusstsein rücken, desto mehr Widerstand formiert sich gegen diesen Umgang mit Kleidung. Eine steigende Zahl von Menschen setzt sich mit ihrem Konsumverhalten bewusst auseinander und entscheidet sich dafür, weniger neue Kleidung zu kaufen. Oder sogar gar keine mehr.

Der Trend geht zum Kleidertausch

In Großbritannien hat sich dieser Vorsatz sogar zu einer Art Trend entwickelt. Vor allem junge Frauen ordern nicht mehr wahllos Pakete aus dem Internet, sondern setzen auf Kleidertausch. Das berichtet die britische Zeitung "Guardian", die einige dieser Frauen porträtiert hat. Dafür gibt es spezielle Tauschläden: "Leute nehmen ein Kleidungsstück, tragen es und bringen es wieder zurück", erklärt Lauren Cowdery, die einen solchen Laden betreibt, das Prinzip. Für jedes Teil, das man mitnimmt, lässt man eines da. So bekommen vor allem solche Kleidungsstücke, die nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz kommen, eine weitere Chance, zum Beispiel Hochzeits- oder Ballkleider. Daneben gibt es klassische Second-Hand-Shops, in denen man gebrauchte, aber noch gut erhaltene Kleidung kaufen kann.

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Das ist nicht nur günstiger, sondern auch deutlich umweltschonender. Schon bei der Herstellung von Kleidung werden viele giftige Chemikalien verwendet, auch die Produktionsbedingungen sind bei vielen Marken zweifelhaft. Werden die Stücke dann auch schnell wieder entsorgt, vergrößert das den ökologischen Fußabdruck noch einmal beträchtlich. Laut Greenpeace-Umfrage sortiert fast jeder Zweite Schuhe, Oberteile und Hosen nach weniger als einem Jahr aus. In Großbritannien sieht es ähnlich aus. "Wir haben nicht mehr genügend Ressourcen, um dieses Monster weiter zu füttern", warnt Maria Chenoweth, Leiterin der Organisation Traid, die sich für die Wiederverwendung von Kleidung einsetzt, im "Guardian".

Durch den Konsumverzicht bleiben die bereits produzierten Teile in einem Kreislauf. Und ein wenig ist die No-Shopping-Bewegung auch von sentimentalen Motiven getrieben, erzählt Lauren Cowdery: "Jedes Kleidungsstück hat eine Geschichte. Wenn man etwas nur einmal trägt und es dann wegwirft, hat es keine Geschichte gehabt. Mir ist wichtig, dass in den Kleidern, die ich trage, Leben steckt."

Quellen: Greenpeace, "Guardian"

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