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So machen Sie sich einen schlechten Job erträglich

GQ-Logo GQ 12.04.2019
© Getty Images  

Nicht jeder geht gerne zur Arbeit. Manche Menschen hassen ihren Job sogar regelrecht. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein und von einem unfähigen Chef über ungeliebte Aufgaben, einem zu niedrigen Gehalt bis hin zu allgemein schlechter Stimmung in der Abteilung oder einer falschen Berufswahl reichen.

Ein ungeliebter Job muss aber kein Schicksal sein: Mit einigen Strategien können Sie sich einen schlechten Job erträglicher machen. Wenn alles nichts hilft oder der Job sogar krank macht, dann ist es allerdings womöglich an der Zeit für einen Jobwechsel.

1. Suchen Sie sich Verbündete

Ein blöder Job ist oft nur noch halb so schlimm, wenn Sie das Gefühl haben, nicht alleine zu sein. Schauen Sie deshalb, ob Sie unter Ihren Kollegen Verbündete finden. Wer wirkt nett? Mit wem würden Sie auch außerhalb der Arbeit einmal ein Bier trinken gehen?

Das muss nicht bedeuten, dass Sie gleich zu besten Freunden mit Ihren Kollegen werden – wenn dies passieren sollte, umso besser. Es geht schlicht darum, dass Sie Menschen um sich haben, von denen Sie sich verstanden fühlen. Dort können Sie an einem miesen Tag Dampf ablassen, ohne gleich Angst haben zu müssen, dass Ihre Worte weitergetragen werden. Außerdem können solche Kollegen blöde Situationen oft schon mit einem lockeren Spruch erträglicher machen.

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Falls Sie tatsächlich keinen Kollegen auftun, die Sie nett finden, dann suchen Sie außerhalb der Arbeit: Können Sie zum Beispiel die Mittagspause mit einem Freund verbringen, der Sie versteht? Auf diese Weise haben Sie nach der ersten Tageshälfte ein kleines Highlight vor sich, bei dem Sie entspannen können. ( Erfahren Sie hier welche acht Bürotypen es gibt)

2. Fokussieren Sie sich auf positive Aspekte

Oft erscheint der ganze Arbeitstag furchtbar gewesen zu sein, wenn man sich genervt in den Feierabend verabschiedet. Wenn Sie wirklich ehrlich zu sich sind, dann sind die meisten Tage nicht vom Morgen bis zum Abend schlecht, sondern haben zumindest zwischendurch auch einmal ihre schönen Momente gehabt. Konzentrieren Sie sich auf diese!

Haben Sie eine hervorragende Präsentation gehalten? Konnten Sie ein Projekt erfolgreich abschließen oder hat ein schwieriger Kunde ein Lob ausgesprochen? Auch kleine Momente zählen, zum Beispiel der Kaffee, den Ihr Kollege Ihnen mitgebracht hat. Versuchen Sie, nach Feierabend jeweils drei solcher positiven Situationen zu finden und schreiben Sie diese auf.

Womöglich kommt Ihnen das am Anfang merkwürdig vor. Es geht dabei gar nicht darum, die Augen vor einem schlechten Job zu verschließen, sondern darum, den Tag ausgewogen wahrzunehmen – und sei es nur, um durchzuhalten, bis Sie einen besseren Job gefunden haben.

3. Übernehmen Sie neue Aufgaben

Wenn Ihr Job Ihnen keine Freude macht, dann brauchen Sie dringend neue Perspektiven. Dazu bietet es sich an, dass Sie sich neue Aufgaben suchen. Melden Sie sich freiwillig dafür, ein Projekt zu übernehmen oder informieren Sie sich über Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen, die Sie erwerben könnten. Dadurch erhöhen Sie auch Ihre Chancen, wenn Sie einen neuen Job suchen.

Vorsicht: Übernehmen Sie nicht beliebig neue Aufgaben, sondern achten Sie darauf, dass Ihre Arbeitsbelastung im Rahmen bleibt. Für jede neue Aufgabe sollten Sie einen Teil Ihrer bisherigen Arbeit abgeben oder zumindest einschränken dürfen – oder andernfalls zumindest ein höheres Gehalt fordern. ( Wie viel Geld Sie verlangen sollten, können Sie hier lesen).

4. Konzentrieren Sie sich auf die guten Tage

Nicht jeder Arbeitstag läuft gleich schlecht – manche Tage sind besser als andere. Konzentrieren Sie sich auf diese guten Tagen und fragen Sie sich, was dabei anders gelaufen ist als sonst und wie Sie dies wiederholen können.

Faktoren dafür können sowohl in der Arbeit an sich wie auch in Ihnen selbst liegen. Sind dies Tage, an denen Sie besondere Aufgaben übernommen haben oder mehr Gestaltungsspielraum als sonst hatten? Oder haben Sie selbst etwas anders gemacht und beispielsweise vor der Arbeit noch eine Sporteinheit eingelegt? Wenn Sie dies herausgefunden haben, dann machen Sie mehr davon.

5. Erziehen Sie Ihren Chef

Es kann den Arbeitsalltag erheblich verbessern, wenn es Ihnen gelingt, Ihren Chef ein wenig zurechtzubiegen. Wenn Mitarbeiter Vorgesetze erziehen, wird dies auch als Cheffing bezeichnet. Die Kunst dabei ist, so subtil vorzugehen, dass Ihr Chef nichts davon bemerkt. Gut lässt sich dies vor allem in Unternehmen umsetzen, die ohnehin eine flache Hierarchie pflegen und in denen es erwünscht ist, dass die Mitarbeiter sich einbringen und auch einmal die Initiative ergreifen.

Sehr gut funktioniert in den meisten Fällen eine positive Verstärkung: Wenn Ihr Chef sich auf eine Weise verhält, die günstig für Sie ist, dann sprechen Sie ruhig einmal Ihre Anerkennung aus. Das erhöht die Chance, dass er dieses Verhalten wiederholt.

Methoden für das Cheffing gibt es viele. Einen chaotischen Chef können Sie zum Beispiel führen, indem Sie ihn regelmäßig und betont beiläufig an Termine und Absprachen erinnern. Wichtig dabei: Ihr Chef muss stets das Gefühl haben, dass er die Entscheidungen trifft und das Ruder in der Hand hält. (Mehr zum Thema Chef-Erziehung können Sie hier lesen).

6. Suchen Sie sich einen Ausgleich

Es mag banal klingen, aber: Arbeit ist nicht alles. Wenn Ihr Job Ihnen keine Freunde macht, dann hilft es häufig schon, sich stärker auf andere Bereiche in Ihrem Leben zu konzentrieren. Was macht Sie zufrieden? Woraus schöpfen Sie Kraft? Verbringen Sie zum Beispiel mehr Zeit mit Freunden oder mit der Familie, widmen Sie sich einem Hobby oder einem Ehrenamt. Im besten Fall wird der Job dann zu einer Tätigkeit, die Ihnen Geld bringt und die es Ihnen ermöglicht, sich privat auszuleben.

7. Wenn gar nicht hilft: Kündigen Sie.

Wenn Sie in Ihrem Job schon länger unglücklich sind oder er Sie gar krank macht, ist Ihre aktuelle Arbeitsstelle womöglich einfach nichts für Sie. Bevor Sie überstürzt kündigen, sollten Sie einige Dinge für sich klären: Was genau macht Sie unzufrieden? Ist es die Situationen im Unternehmen, sind es Ihre Aufgaben – oder sind Sie womöglich unglücklich mit Ihrer Berufswahl und wollen sich insgesamt umorientieren? ( Lesen Sie hier, woran Sie erkennen können, dass es Zeit für einen Jobwechsel ist)

Optimal ist es, wenn Sie sich aus Ihrer aktuellen Beschäftigung heraus bewerben – denn oft ist es gar nicht so einfach, aus einer Arbeitslosigkeit heraus einen neuen Job zu ergattern. Wenn Sie dennoch überlegen, dass Sie kündigen wollen, bevor Sie eine neue Stelle haben, dann sollten Sie zuvor Ihre finanzielle Situation genau durchkalkulieren.

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