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Wetter in Deutschland: Meteorologe zu Schnee-Prognose für Weihnachten: "Chancen stehen schlecht"

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 23.11.2020 Jan Schenk (The Weather Channel)
Schnee im Dezember © iStockphoto.com Schnee im Dezember

Dieser November könnte der wärmste der Messgeschichte werden. Es ist überdurchschnittlich warm und es bleibt auch so. Der kurze Wintereinbruch um den 20. November herum ändert nichts an dem allgemeinen Trend. Doch die Frage ist, ob es auch so weitergeht im Dezember. Falls ja, dann können wir weiße Weihnachten jetzt schon abhaken. Es gibt aber ein paar neue Erkenntnisse, um den Dezember besser einschätzen zu können als bislang.

NÄCHSTES
NÄCHSTES

Wenn man sich einfach nur die vielen verschiedenen Klimamodelle für Dezember anschaut, dann ahnt man schon, dass es keine weiße Weihnacht geben wird. Denn kein Klimamodell deutet einen kalten Dezember an – und nur 3 aus 9 Klimamodellen lassen die Temperatur im Dezember ungefähr bei Normalwerten, der Rest sagt einen deutlich zu warmen Dezember voraus.

Chancen auf weiße Weihnacht stehen schlecht 

Selbst bei den relativ neutralen Klimamodellen muss man in Bezug auf Weihnachten sehr vorsichtig sein. In den vergangenen Jahren kam es zwar oft zu einem Wintereinbruch im Dezember, aber meist erst nach Weihnachten. Nimmt man also allein die Klimamodelle als Grundlage für eine Vorhersage, dann stehen die Chancen auf Schnee zu Weihnachten bei rund 10 Prozent.

Doch nur auf die Klimamodelle zu vertrauen, ist oft kein guter Rat, denn viele Prozesse sind noch nicht erforscht. Und wenn das Wetter immer noch überraschen kann, dann das Klima erst recht. Schauen wir also auf Faktoren, die das Ganze noch kippen könnten.

Übrigens: Auch im Winter kannst du dich optimal fit halten – mit den Tipps im folgenden Video!

Azorenhoch müsste Gas geben 

Entscheidend für einen Winter in Europa ist eine sogenannte blockierende Wetterlage. Dann dehnt sich das Azorenhoch nach Norden aus und blockt damit den Polarjet ab. Die Westwinde erreichen Europa dann nicht mehr. Im Gegenzug können uns arktische Luftmassen aus dem Norden oder Osten Europas erreichen und damit den Winter auslösen. Und das kann auch während eines La-Niña-Ereignis passieren.

Also macht es Sinn, sich die bekannten Einflussgrößen auf das Azorenhoch einmal genauer anzuschauen. Zum einen gibt es den NAO-Index, der letztlich die Lage des Azorenhochs beschreibt. Ist der Wert positiv, dann ist das Azorenhoch weiter südlich und der Jet kann ungehindert nach Europa kommen.

Im Moment ist das so – weshalb es auch mild ist. Doch wenn man sich die letzten Jahre genauer ansieht, dann erkennt man, dass es in der letzten Novemberwoche beziehungsweise der ersten Dezemberwoche offenbar zu einer Entscheidung kommt. Bleibt der Jet Ende November und Anfang Dezember stark, dann bleibt das meistens so. Im Umkehrschluss heißt das: Wenn das Azorenhoch stark werden sollte gegen Ende November, dann kann es doch noch einen kalten Dezember geben.

Doch sowohl die Wettermodelle, als auch die mittelfristigen Modelle, deuten darauf hin, dass es bis Anfang Dezember beim milden Wetter bleibt. Die Zeichen stehen weiter auf Wärme. Es gibt zwar in den aktuellen Mittelfristprognosen einen Hinweis auf kaltes Wetter ab der zweiten Dezemberwoche. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich kalt wird, liegt nur bei 20 bis 25 Prozent. Andersherum bedeutet das, dass es zu 75 bis 80 Prozent warm bleibt. Und dass würde auch bis Weihnachten halten.

Wie gut stehen die Chancen auf ein verschneites Fest?

Polarwirbel – der große Unbekannte 

Es bleibt nicht mehr viel übrig, wenn man nach dem Winter im Dezember sucht. Einen großen Unsicherheitsfaktor gibt es allerdings noch: den Polarwirbel. Das ist ein Tiefdruckgebiet in der Stratosphäre über der Arktis, das sich idealerweise kreisend über dem Nordpol dreht.

Der Polarwirbel interagiert mit dem Jet und klinkt sich mit zunehmender Polarnacht sozusagen ein. Kommt keine Sonnenstrahlung mehr in der Atmosphäre an, dann kann sich die Ozonschicht nicht mehr regenerieren und der Temperaturunterschied zwischen Tropopause Stratosphäre nimmt ab. Sie wird im Prinzip durchlässiger, und der Polarwirbel kann dann auch Auswirkungen auf unser Wetter haben.

Jetzt kann es passieren, dass der Polarwirbel gestört oder deplatziert wird. In seltenen Fällen zerbricht er auch in mehrere Wirbel. Auf jeden Fall führen Störungen des Polarwirbels in der Regel dazu, dass arktische Luft ausbricht und es irgendwo ziemlich schnell ziemlich kalt wird. In den USA sind das dann oft Blizzards mit nachfolgenden Temperaturen von -20 Grad. Ganz so heftig sind die Ausbrüche in Europa in den letzten Jahren nicht. Aber das wäre auf jeden Fall eine Möglichkeit, dass sich der Winter im Dezember doch noch durchkämpfen könnte.

Es gibt einen Frühindikator 

Leider lassen sich solche Ausbrüche nur sehr schwer vorhersagen. Es gibt aber einen Frühindikator: Immer wenn es im November über dem Nordpol am Boden bereits ein stabiles Hochdruckgebiet gibt, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Instabilität des Polarwirbels im Winter sehr hoch.

Tatsächlich ist aber das Gegenteil zu beobachten. Es sind sehr viele Tiefdruckgebiete zum Nordpol gezogen. Das bedeutet, dass wir dieses Jahr nicht mit einem Kälteausbruch von der Arktis rechnen dürfen.

Weder die Klimamodelle, noch das Azorenhoch, oder der Polarwirbel scheinen also dieses Jahr Lust auf Winter in Europa zu haben. Damit muss man leider sagen, dass es wohl nichts wird mit Schnee im Dezember. Eine weiße Weihnacht rückt damit wieder einmal in weite Ferne ...

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