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Verliebt in einen anderen: So verhalten Sie sich richtig

Freundin-Logo Freundin 17.05.2017 Markus Breitenberger

"Warum passiert mir so was?" Wer sich trotz fester Beziehung fremdverliebt, befindet sich nicht nur in einem emotionalen, sondern auch in einem moralischen Dilemma. Paartherapeut Markus Breitenberger aus München erklärt, wie Sie die richtige Entscheidung treffen.

So sollten Sie sich verhalten, wenn Sie sich in einen anderen verlieben © istockphoto So sollten Sie sich verhalten, wenn Sie sich in einen anderen verlieben

In einer glücklichen Beziehung sein und sich trotzdem in einen anderen Menschen verlieben – wer das noch nicht selbst erlebt hat, kann es sich oft kaum vorstellen. Tatsächlich könnte es jedoch jedem von uns passieren. Liebe ist kein exklusives Gefühl. In unserer Familie und unserem Freundeskreis machen wir alle die Erfahrung, tiefe Zuneigung für mehrere Personen zu empfinden. Dass sich große Sympathie für eine neue Bekanntschaft manchmal mit Herzklopfen und Sehnsucht mischt, ist deshalb durchaus menschlich. Mit anderen Worten: Für Ihr Gefühlschaos tragen Sie nicht unbedingt die Verantwortung. Aber: dafür, wie Sie mit der Situation umgehen, schon! Mein erster Rat an Sie ist deshalb, jetzt keine übereilten Entscheidungen zu treffen. Handeln Sie mit Bedacht, vor allem, wenn Sie mit Ihrem aktuellen Partner eigentlich bisher glücklich waren. Durch eine rosarote Brille und mit relativer Distanz fällt es immer leicht, die neue Bekanntschaft zu idealisieren. Die Vertrautheit einer langjährigen Beziehung wirkt demgegenüber naturgemäß etwas blass. Überprüfen Sie also zunächst sorgfältig, ob Ihre anfängliche Faszination tatsächlich berechtigt ist. Und ob es sich wirklich lohnt, Ihre bestehende Partnerschaft dafür aufs Spiel zu setzen.

Unser Test verrät es: Lieben Sie ihn oder sind Sie nur verliebt?

Entgegen aller Klischees kommt Fremdverliebtheit in den besten Beziehungen vor. Sie kann, aber sie muss keineswegs ein Indiz dafür sein, dass mit Ihnen und Ihrem aktuellen Partner etwas nicht stimmt. Denn Fakt ist: Kein Mensch kann uns alles geben und uns in jeder Hinsicht glücklich machen. Demzufolge wird es immer wieder vorkommen, dass Sie einem anderen Mann begegnen, der gewisse Dinge mitbringt, die Ihnen bei Ihrem Partner fehlen – und der dafür wiederum andere Schwachpunkte hat. Welche das sind und wie leicht oder schwer sie zu ertragen sind, lässt sich in der ersten Verliebtheitsphase oft noch gar nicht richtig sagen. Als erwachsene, verantwortungsbewusste Person sollten Sie dies jedoch unbedingt im Hinterkopf behalten. Hören Sie auf Ihr Herz, aber lassen Sie den Verstand nicht außer Acht! Gute Gespräche mit der besten Freundin oder anderen Vertrauenspersonen können dabei extrem hilfreich sein. Voraussetzung ist, dass Ihr Gegenüber Sie nicht für Ihre Gefühle verurteilt oder in eine Richtung drängt, sondern Sie dabei unterstützt, herauszufinden, was für Sie das Beste ist. Zögern Sie im Zweifelsfall auch nicht, Kontakt zu einem Paar- oder Psychotherapeuten in Ihrer Nähe aufzunehmen. Er kann Ihnen helfen, Klarheit zu gewinnen, bevor Sie Ihren Partner in die Situation einbeziehen und konkrete Entscheidungen treffen.

Übrigens: Kennen Sie die 9 Phasen jeder Beziehung?

Eine Frage, die Betroffene in meiner Praxis häufig stellen: „Ist es überhaupt richtig und notwendig, dem Partner alles zu beichten, wenn uns jemand anders gerade nicht aus dem Kopf geht?“ Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht. Falls Sie merken, dass Sie Ihre Beziehung tatsächlich nicht weiterführen möchten, sollten Sie natürlich möglichst bald mit Ihrem Partner sprechen. Wenn Sie jedoch eher dazu tendieren, in Ihrer aktuellen Beziehung zu bleiben, kann es bei einer bloßen Schwärmerei manchmal sogar Sinn machen, zu schweigen. Zu bedenken gilt, dass Ihr Partner weder in Ihr Herz noch in Ihren Kopf hineinblicken kann. Er wird trotz Ihrer Ehrlichkeit und aller Beteuerungen womöglich sehr verunsichert sein. Eventuell überschätzt er die tatsächliche Gefahr für Ihre Beziehung oder zieht sich aus Selbstschutzgründen voreilig zurück – eine Situation, die Ihr Miteinander unter Umständen weit mehr gefährdet als eine Verliebtheit, die sich in wenigen Wochen vielleicht schon wieder bedeutungslos anfühlt. Hören Sie in sich hinein: nur Ihr Gewissen zu erleichtern und Entscheidungen Ihrem Partner zuzuschieben, sind gewiss keine guten Motive für ein klärendes Gespräch. Eine stabile Beziehung auf Basis von Ehrlichkeit, inniger Verbundenheit und Vertrauen zu bewahren, aber durchaus. Gemeinsam über die aktuelle Erfahrung zu sprechen, kann Ihren Zusammenhalt im besten Fall sogar stärken und Ihnen helfen, für zukünftige Krisen besser gewappnet zu sein. Welchen Weg auch immer Sie wählen: Ein Paarberater Ihres Vertrauens kann Ihnen in diesem Prozess eine wichtige Stütze sein.

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