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Diese Angewohnheiten sind Gift für Ihre Fitness

GQ-Logo GQ 10.08.2017


Schnell noch einen Kaffee gegen die Müdigkeit hinunterstürzen und ein paar Nüsse knabbern, während man an der Präsentation feilt? Besser nicht: Viele ganz alltägliche Verhaltensweisen im Büro sind Gift für den Körper – und schaden der Fitness.

Puh, so ein Tag im Büro kann ganz schön anstrengend sein: Viele Menschen greifen dann zu Kaffee und Softdrinks oder belohnen sich mit Süßigkeiten für die harte Arbeit. Dabei schleichen sich schnell ungünstige Verhaltensweisen ein – die auf den ersten Blick sogar gesund wirken können:

© Bereitgestellt von GQ

1. Sport gleicht langes Sitzen nicht aus

Wer lange sitzt, schadet seinem Körper. Der Sportwissenschaftler und Professor Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln sagt, dass in Europa jährlich rund 1,2 Millionen Menschen an Bewegungsmangel sterben. Zum Vergleich: Rauchen tötet rund 700.000 Menschen. „Die meisten Menschen sitzen viele Stunden am Tag an ihrem Arbeitsplatz – und sitzen dann in ihrer Freizeit ebenfalls, während sie Medien konsumieren“, sagt Dr. Froböse. Der Irrglaube: Mit Sport versucht man dann, die Folgen von langem Sitzen auszugleichen. Das funktioniert aber nicht.

„Früher glaubte man, dass es ausreicht, zwei- bis viermal pro Woche laufen zu gehen, wenn man bei der Arbeit viel sitzt“, sagt der Sportwissenschaftler. Inzwischen weiß man aber, dass das nicht stimmt, auch wenn Sport natürlich günstig auf den Körper wirkt. Langes Sitzen an sich ist bereits ein Risikofaktor: „Der Stoffwechsel wird dabei stark heruntergefahren“, begründet der Experte: „Die rund 60 Billionen Körperzellen werden bei langem Sitzen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.“

Der Müdigkeit, die dadurch entsteht, begegnen viele Menschen dann noch mit Kaffee oder Süßigkeiten, anstatt sich einfach einmal zu bewegen. „Man sollte sein Sitzen stündlich unterbrechen“, rät Froböse. Er empfiehlt, dafür mindestens aufzustehen und ein Stückchen zu gehen. Noch besser sei es, Treppe zu steigen. Um gar nicht erst so lange am Stück zu sitzen, kann man zum Beispiel Telefonate oder Konferenzen im Stehen führen. Auch den Weg zur Arbeit sollte man bereits als Training nutzen und zum Beispiel eine Haltestelle früher aussteigen oder sich einen Parkplatz suchen, der ein Stück vom Arbeitsplatz entfernt ist.

2. Auch gesunde Nahrung ist nicht immer gut

Wer lange sitzt, beginnt oft irgendwann zu naschen. „Das liegt daran, dass durch den Sauerstoffmangel im Gehirn ein erhöhter Energiebedarf entsteht“, erklärt der Sportwissenschaftler. Auch bei Stress benötigt der Körper mehr Energie – und verlangt nach Zucker. Viele Arbeitnehmer horten in ihren Schreibtischen einen Vorrat an Süßigkeiten und greifen immer wieder zu. „Der erhöhte Zuckerkonsum führt zu Übergewicht und zu Diabetes“, warnt Froböse. Dauerhaft wach macht der Zucker auch nicht, sondern er verschafft nur einen kurzen Aufschwung, nach dem man sich noch müder fühlt als vorher – und dann wieder zu den Süßigkeiten greift.

Manche versuchen diese Zuckertiefs zu vermeiden, indem sie gleich zu gesunden Lebensmitteln greifen und zum Beispiel Nüsse knabbern oder Obst naschen. Auch das ist aber am Schreibtisch nicht günstig: „Wer ständig isst, überfordert seine Bauchspeicheldrüse“, sagt der Experte. Der Körper schüttet dauerhaft Insulin aus. „Auch dadurch kann sich Diabetes entwickeln.“ Außerdem ist der Körper ständig damit beschäftigt, Nahrung zu verarbeiten – was ebenfalls müde machen kann. Besser ist es, jeweils vier bis sechs Stunden verstreichen zu lassen, in denen man gar nichts isst – und auch nicht nascht. „Der Körper hält diesen Zeitraum ohne Probleme durch, wenn man ihn entsprechend trainiert hat“, sagt Froböse.

3. Wer auf das Frühstück verzichtet, der nascht oft früher

Manche Arbeitnehmer haben morgens keinen Hunger und lassen das Frühstück ausfallen, um Kalorien zu sparen. „Das ist ein Irrglaube“, warnt Froböse. „Nach der langen Nacht benötigt der Körper Energie.“ Bekommt er sie nicht, verlangt er schnell nach Zucker. Damit steigt das Risiko, dass man am Schreibtisch zu naschen beginnt – und dann liegen meistens ungesunde Lebensmittel in Reichweite …

Auch mittags sollte man gut überlegen, was man zu sich nimmt. „Auch wenn der Hunger groß ist, sollte man aufpassen, dass man nicht zu schwer isst“, empfiehlt Froböse: „Sonst droht ein Suppenkoma, bei dem man sich erschöpft fühlt und mit viel Kaffee gegensteuert.“ Er rät, mittags nur kleine Portionen zu essen und sich dabei an regionalen, saisonalen und bunten Lebensmitteln zu orientieren. „Günstig ist zum Beispiel ein Salat mit Hähnchenbrust oder eine leichte Gemüsesuppe.“

Laut Froböse verbringen vor allem Männer ihre Mittagspause oft ausschließlich beim Essen. „Dabei wäre das eine gute Gelegenheit, um sich ein paar Minuten zu bewegen und zum Beispiel einmal mit den Kollegen um den Block zu laufen“, rät er. „Danach fühlt man sich gleich viel frischer.“

4. Genügend trinken – aber nicht erst zu spät

Es ist nicht nur wichtig, ausreichend zu trinken, sondern auch, dass man rechtzeitig trinkt – und nicht erst dann, wenn der große Durst kommt. Kopfschmerzen und Müdigkeit können ein Hinweis darauf sein, dass der Körper nach Wasser verlangt. „Diesen Flüssigkeitsbedarf kann man nicht alleine mit Kaffee abdecken“, sagt Froböse. Ideal sei, bereits morgens ein großes Glas Wasser zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust der Nacht auszugleichen. Bis zum Mittag sollte man laut Froböse bereits zwei Drittel des täglichen Flüssigkeitsbedarfs gedeckt haben, um den Körper optimal zu versorgen.

Dieser Flüssigkeitsbedarf lässt sich leicht ausrechnen: Der Körper benötigt rund 30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem 80 Kilogramm schweren Mann sind das also 2400 Milliliter. Ein Drittel davon, also 1800 Milliliter (1,8 Liter), sollte dieser Mann bis mittags getrunken haben.

5. Gut eingestellter Arbeitsplatz – aber starre Sitzhaltung

Es ist nicht immer gut, wenn Stuhl und Schreibtisch im perfekten Winkel für den Körper eingerichtet sind, sagt Froböse: „Der Körper passt sich gut an verschiedene Sitzpositionen an.“ Wichtiger als ein optimal eingerichteter Arbeitsplatz, an dem man seine Position nicht verändert, sei der stetige Wechsel: Man sollte immer wieder die Einstellung des Bildschirms und die Höhe des Stuhls verändern, damit der Körper nicht einseitig belastet wird. Dabei darf man ruhig auch einmal herumlümmeln – oder die Beine auf den Tisch legen, wenn der Chef einmal nicht hinsieht: „Das ist gut, weil das Blut dann zurückfließen kann und sich nicht in den Beinen staut“, sagt der Experte.

Wer dann noch ein paar einfache Muskel- und Dehnübungen einbaut, hat seinem Körper bereits im Büro viel Gutes getan. Dabei hilft es schon, sich zwischendurch einmal ausgiebig zu strecken.

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