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Dieses Schnarchen ist besonders gefährlich

NetDoktor.de-LogoNetDoktor.de 22.03.2019 Christiane Fux
© 9nong - FOtolia  

Mit einem speziellen Index klassifizieren Schlafmediziner den Schweregrad einer Schlafapnoe. Dazu ermittelt man die Anzahl der Atemaussetzer, die im Verlauf einer Stunde auftreten. Dass auch die Länge der Atemaussetzer die Gefährlichkeit des Syndroms beeinflusst, haben jetzt Forscher um Matthew Butler von der Oregon Health and Science University in einer Studie mit 5712 Patienten mit Schlafapnoe herausgefunden.

Kurze Aussetzer, hohes Risiko

Die Patienten in der Gruppe mit den kürzesten Atemaussetzer starben in den nachfolgenden elf Jahren mit um 31 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit als Patienten mit langen Atempausen. Besonders stark war der Effekt in der Gruppe der Teilnehmer mit kurzen Atemaussetzern bei mittelschwerer Schlafapnoe. Bei ihnen steig das Sterberisiko sogar um 59 Prozent. Diesen Zusammenhang fanden die Forscher bei den weiblichen Teilnehmern genauso wie bei den männlichen. “Diese Resultate scheinen zunächst widersinnig. Man könnte erwarten, dass längere Atempausen problematischer sind“, sagt Butlers. Doch das täuscht.

Schlafstörungen, Herzbeschleunigung, Bluthochdruck

Kürzere Atemaussetzer gehen mit einer niedrigen Erregungsschwelle der Atmung einher: Der Patient erwacht bei einem Atemaussetzer kurz, woraufhin die Atmung wieder einsetzt.

Das scheint erst einmal eine gute Sache. Doch sind die häufigen Schlafunterbrechungen langfristig gesundheitlich problematisch. Auch steht eine niedrige Atemerregungsschwelle mit einem höheren Erregungszustand des vegetativen Nervensystems in Zusammenhang. Der Körper befindet sich im Flucht- oder Kampfmodus - mit schnellerem Herzschlag und höherem Blutdruck.

„Die Studie zeigt, dass auch eine mäßige Schlafapnoe möglichst konsequent behandelt werden sollte“, schreiben die Wissenschaftler.

Druckluft befreit die Atemwege

Die Therapie ist simpel, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig: Ein Gerät leitet über eine spezielle Atemmaske Luft mit höherem Druck in die Atemwege des Schläfers und macht so die Atemwege frei. Die „Continuous Positive Airway Pressure”, kurz CPAP, genannt ist zwar effektiv, wird aber von vielen Patienten als störend empfunden. Besonders Patienten, die unter weniger ausgeprägter Schlafapnoe leiden, lassen die Maske dann schnell weg.

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Die Studienergebnisse könnten betroffene Frauen und Männer mit kürzeren Atemaussetzen ermutigen, die CPAP trotzdem zu nutzen – auch wenn ihre Schlafapnoe nur gering oder mäßig ausgeprägt ist.

Rund zwei bis vier Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter einer Schlafapnoe. Wenn die Muskeln des weichen Gaumens im Schlaf erschlaffen, fällt die Zunge nach hinten und verschließt die Atemwege. Der Schlafende bekommt zu wenig oder gar keine Luft mehr. Dann klettert der Blutdruck in die Höhe und die Sauerstoffkonzentration im Blut sinkt rapide ab. Die Atemstillstände können zehn Sekunden bis zwei Minuten dauern und bis zu 100-mal pro Nacht auftreten.

Müdigkeit, Leistungseinbußen, Unfallgefahr

Die Betroffenen sind tagsüber müde, erschöpft und unkonzentriert, obwohl sie ausreichend lange geschlafen haben. Die Leistungsfähigkeit leidet erheblich, und die Unfallgefahr steigt. Zudem erhöht die Schlafapnoe das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen.

Langfristig drohen auch Herz-Kreislauf-Probleme wie Bluthochdruck, Herzschwäche, Koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und schließlich Infarkte. Die Patienten entwickeln außerdem häufiger einen Diabetes und eine Niereninsuffizienz. Das alles lässt das Risiko für einen vorzeitigen Tod auf das Drei- bis Vierfache klettern.

Schnarchen und Schlafapnoe nehmen zudem mit dem Alter zu. Vor allem Übergewichtige sind betroffen: Rund 80 Prozent der Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom sind zu dick. Gelingt es ihnen, abzunehmen, bessern sich meist auch die Atemaussetzer.

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