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Lebensmittelmotten erfolgreich bekämpfen

Das Haus-Logo Das Haus 02.09.2018 haus.de Redaktion

Vorratsbehälter aus Glas oder Plastik sind die beste Möglichkeit, um Lebensmittelmotten vorzubeugen. © living4media / Wauman, Luc/living4media / Wauman, Luc Vorratsbehälter aus Glas oder Plastik sind die beste Möglichkeit, um Lebensmittelmotten vorzubeugen.

Lebensmittelmotten zu bekämpfen ist spätestens dann notwendig, wenn bereits flatternde Tierchen zu beobachten sind. Zwar nehmen die erwachsenen Falter selber keine Nahrung mehr auf, doch sie pflanzen sich unglaublich schnell fort. Ein Weibchen legt in der Regel bis zu 500 Eier, aus denen nach kurzer Zeit weitere Motten hervorgehen und Lebensmittel befallen.

Lebensmittelmotten gehören zur Gruppe der Zünsler (Pyralidae) und sind eigentlich kleine Schmetterlinge. Dabei unterscheidet man hauptsächlich drei Arten: Die braun-weiße Dörrobstmotte (Plodia interpunctella), die silbrig-graue Mehlmotte (Ephestia kuehniella) und der braun-gelbe Mehlzünsler (Pyralis farinalis). Allen gemein, ist ihr breites Nahrungsspektrum. Getreideprodukte wie Nudeln und Mehl, aber auch Nüsse und sogar Schokolade sind vor einem Befall nicht sicher.

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Befall von Lebensmittelmotten erkennen

Bevor Sie mit der Bekämpfung loslegen, müssen Sie sich sicher sein, dass ein entsprechender Befall vorliegt. Wenn Sie schwarz/graue Striche an Ihrer Wand entdecken und gelegentlich etwas in kurzen Sprüngen hüpfend oder auch krabbelnd beobachten, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Lebensmittelmotten. Kommen dann noch verklebte Körner oder weiße und fadenartige Gespinste in ihrem Vorrat vor, können Sie sich ziemlich sicher sein und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Effektiv sind zum Beispiel sogenannte Pheromonfallen. Hierbei handelt es sich um einen Pappstreifen mit Klebefilm. Dieser lockt männliche Motten mit einem Sexuallockstoff an und verhindert, dass diese wieder wegfliegen können.

Wie bereits erwähnt, kann man Lebensmittelmotten in nahezu allen Lebensmitteln finden. Kontrollieren Sie also nicht nur Ihren Mehl- und Getreidevorrat, sondern werfen Sie auch einen Blick auf Soßenbinder, Cornflakes und Süßigkeiten. Selbst Trockendekorationen wie Blumen oder Kränze müssen sofort untersucht und notfalls entsorgt werden. Beachten Sie, dass Lebensmittelmotten auch in noch nicht geöffnete Verpackungen eindringen können. Lediglich Vorratsbehälter aus Glas oder Plastik schützen vor den unbeliebten Gästen.

Lebensmittelmotten entdeckt – Was tun?

Handelt es sich um einen größeren Befall von Lebensmittelmotten, können bereits Erstmaßnahmen Abhilfe schaffen. Entsorgen Sie also sämtliche befallenen Lebensmittelvorräte unverzüglich (nach draußen!) und saugen Sie alle Schränke gründlich aus. Vergessen Sie nicht, den Staubsaugerbeutel wegzuwerfen!

Überprüfen Sie anschließend noch nicht geöffnete Lebensmittel. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Lebensmittelmotten auch hier Eier gelegt haben, sollten Sie mit der Entsorgung auf keinen Fall zögern.

Alles, was nicht verunreinigt ist, muss luftdicht verpackt werden. Hierfür eignen sich Vorratsbehälter aus Glas oder Plastik, die wiederum an einem für Lebensmittelmotten nur schwer erreichbaren Ort gelagert werden sollten. Um noch verbliebene Motten aus Ritzen und Löchern zu entfernen, nehmen Sie am besten einen Föhn zur Hand, stellen diesen auf die heißeste Stufe und pusten die Tierchen heraus – hohe Temperaturen überleben sie nämlich nicht. Zum Schluss sollten Sie Ihre Schränke noch mit Essigreiniger gründlich säubern. Wer gerade keinen Reiniger aus dem Handel zu Hause hat, kann auch Wasser und Essig im Verhältnis 1:2 mischen.

Langfristige Maßnahmen gegen Lebensmittelmotten

Auch wenn Sie mit den genannten Maßnahmen bereits einen Großteil der Lebensmittelmotten entfernt haben, kann es durchaus sein, dass Mottenlarven und Motteneier nicht vernichtet wurden. Zwar besteht die Möglichkeit, die Tiere mit chemischen Mitteln in Form eines Sprays zu vernichten. Doch angesichts der Tatsache, dass die darin enthaltenen Stoffe auch für den Menschen nicht ungefährlich sind, sollte man sich nach Alternativen umsehen.

  • Mottenpapier

Mottenpapier schreckt Lebensmittelmotten nicht nur ab, sondern tötet sie und ihre Larven. Grund dafür ist der über einen längeren Zeitraum frei gegebene Wirkstoff (meist Chlorpyrifos), der für Motten giftig ist, für uns Menschen dagegen ungefährlich. Legen Sie das Mottenpapier in geschlossene Schränke, nur so kann sich das Gift am besten entfalten und eine ausreichend hohe Konzentration erreichen.

  • Kieselgur/Diatomeenerde

Auch Kieselgur ist ein gesundheitlich unbedenkliches Mittel gegen Motten und andere Insekten. Das extrem feine Pulver, welches aus fossilen Kieselalgenschalen gewonnen wird, eignet sich besonders für Ecken und Ritzen. Durch die sehr feinen Schalenbruchstücke entstehen Schäden im Inneren der Insekten, die sie abtöten.

  • Schlupfwespen

Diese Methode erfordert beim einen oder anderen etwas Überwindung. Doch die Effektivität ist Grund genug, Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten einzusetzen. Die kleine Wespe ist nämlich ein natürlicher Feind der Motten und legt ihre eigenen Eier in die der Motten ab. So wird der Lebenszyklus der Motte unterbrochen und es können keine neuen Raupen aus den Eiern entstehen. Im Handel erhält man Kärtchen mit einigen Hundert Schlupfwespen und 1000 bis 3000 Schlupfwespeneiern. Legen Sie die Kärtchen einfach an die betroffene Stelle (pro Schrank eine Karte). Nach spätestens drei Tagen sollten sich die Insekten auf den Weg zu den noch verbliebenen Motteneiern machen. Dadurch, dass die Schlupfwespen ihre eigenen Eier in die der Motten legen, entstehen immer mehr kleine Wespen, die wiederum neue Lebensmittelmotteneier entdecken. Sind alle Eier zerstört, verschwinden auch die Schlupfwespen wieder von alleine. Ihre durchschnittliche Lebensdauer beträgt nämlich nur einige Tage.

Für eine erfolgreiche Bekämpfung sollten Sie die Schlupfwespen im Abstand von drei Wochen dreimal einsetzen. Auch wenn die Tiere als „Wespen bezeichnet werden, haben sie kaum etwas mit den vom Menschen gefürchteten Insekten gemein. Sie können weder fliegen, noch stechen sie. Außerdem sind sie mit einer Größe von 0,3 bis 0,4 Millimetern kaum zu erkennen.

Vorbeugung eines Befalls

Verteilen Sie Lavendelsäckchen im Haus, den Geruch mögen Motten nämlich nicht.

Verteilen Sie Lavendelsäckchen im Haus, den Geruch mögen Motten nämlich nicht.
© LianeM/Fotolia /LianeM/Fotolia

Um einem Befall mit Lebensmittelmotten vorzubeugen, kann man einige Tipps befolgen.

Da man die kleinen Tierchen oft durch eingekaufte Waren nach Hause bringt, sollte man alle Lebensmittel direkt in Behälter aus Glas, Plastik oder Metall umfüllen. Handelsübliche Verpackungen bieten nämlich keinen Schutz und sind ein leicht überwindbares Hindernis für die Schädlinge. Weiterhin ist es wichtig, die Vorräte regelmäßig zu kontrollieren und Krümel oder ähnliches zu entfernen. Vermeiden Sie allerdings, zu oft feucht zu wischen, das begünstigt nämlich die Entwicklung der Larven.

Auch die Anwendung von Duftstoffen wie zum Beispiel getrocknetem Lavendel oder Sandelholz kann Lebensmittelmotten fernhalten. Weitere unbeliebte Gerüche sind Nelken, frische Kaffeebohnen, Holunder und das natürliche Insektizid Azadirachtin, das im Niemöl enthalten ist.

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