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Freundschaft beenden: Wenn aus "Best Friends Forever" ein "Die schon wieder" wird

Women’s Health-Logo Women’s Health vor 4 Tagen
© DeRepente / Shutterstock.com

Sind Sie noch Freunde oder ist es vorbei? Auch mit einer besten Freundin können Sie Schluss machen. 7 Kündigungsgründe für die Freundschaft

Wenn Sie sich Ihre beste Freundin backen könnten, wie wäre sie dann wohl? Verständnisvoll und super witzig wahrscheinlich. Sie könnten sich rund um die Uhr mit ihr über jeden Quatsch beömmeln und sich gleichzeitig voll und ganz auf sie verlassen, wenn es mal hart auf hart kommt. Sie würde bei jeder Ihrer kleinen und großen Sünden verständnisvoll mit dem Kopf nicken und Sie wie eine Löwin verteidigen, wenn Sie jemand blöd von der Seite anmacht. Und das alles im Idealfall vom Sandkasten bis ins Altersheim, um mit ihr auch noch über den knackigen Po vom Pfleger zu kichern. Tja, nun. Klingt schön, ist aber leider ziemlich unrealistisch.

Kann ich in einer Freundschaft wirklich "Schluss machen"?

Natürlich. Freundschaften haben in den meisten Fällen ein Verfallsdatum; sie können zerbrechen, im Sande verlaufen, lange Jahre dahinsiechen oder ganz bewusst ein Ende finden. Und das passiert im Laufe eines Lebens sogar ziemlich häufig, wie Bettina Hielscher (bettinahielscher.de) weiß. Sie ist Life Coach und Autorin eines Ratgebers zum Thema „Freundschaft beenden“. Ihr Anliegen: Den Menschen bewusst machen, dass die oftmals romantischen und übersteigerten Vorstellungen von der ewigen Freundschaft nicht haltbar sind und dass es ganz natürlich ist, dass Freunde kommen und gehen. „Wir müssen lernen, diese Freundschaften loszulassen, um uns das Herz leichter zu machen und um Platz zu schaffen für neue Beziehungen“, sagt sie.

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Was sind Gründe dafür, eine Freundschaft zu beenden?

Wie aber erkennen Sie, ob eine Freundschaft dem Ende entgegensteuert, uns nicht mehr gut tut oder sich schlichtweg falsch anfühlt? Wann sollten Sie eine Freundschaft überdenken, wann besser gleich beenden und wie gehen Sie mit typischen Konflikten mit Freunden um? Wir haben nachfolgend 7 Situationen herausgepickt, die eine Freundschaft auf die Probe stellen und sie von Bettina Hielscher analysieren lassen.

1. Sie ist immer neidisch auf den neuen Mann in Ihrem Leben

Geht es nach Ihrer Freundin, sind Männer ein netter Zeitvertreib, aber nichts gegen eine wahre Freundschaft zwischen Frauen. Freundinnen sollten ihrer Meinung nach immer an erster Stelle stehen; der Partner kommt erst danach. Tritt demnach ein neuer Mann in Ihr Leben, freut sich diese Freundin nicht für Sie, sondern sie nimmt den neuen Partner erst einmal als Bedrohung wahr. Als ein Zeiträuber, der sich zwischen sie beide drängt. Vorwürfe und harsche Kritik am neuen Partner gesellen sich häufig hinzu.

Schwamm drüber oder Kündigungsgrund?

„Bei einem solchen Verhalten müssen Sie nicht gleich die Freundschaft anzweifeln“, sagt Bettina Hielscher, „Es ist immer interessant zu hinterfragen, warum sich jemand so verhält, wie er es tut. Es könnte auch die Angst dahinterstecken, dass Sie nicht mehr genug Zeit für die Freundin haben, was ja wiederum bedeutet, dass sie ihr sehr wichtig sind. Hier kommt es sehr darauf an, inwieweit die Freundin Zeit mit Ihnen einfordert.“

Keine Frage, wenn Sie sich im Freundeskreis gar nicht mehr blicken lassen, ist die Kritik vielleicht sogar zum Teil gerechtfertigt. In der Regel sollte eine Freundin aber auch verstehen, dass Sie sich als Frischverliebte erst einmal zurückziehen und die Zeit zu zweit genießen wollen.

Etwas anderes ist es, wenn die Freundin aber permanent Ihren Partner schlecht redet. Wenn Sie das Gefühl haben, sie gönnt Ihnen das neue Liebesglück nicht und stänkert deswegen, oder weil sie selbst gerne einen Mann hätte, ist eine Grenze überschritten. Eine wirklich gute Freundin sollte sich in erster Linie für Sie freuen und Ihnen nicht die neue Liebe madig machen. Allerdings gilt auch hier: Zuhören first. „Hören Sie genau hin, was Ihre Freundin an Ihrem neuen Partner kritisiert“, rät Bettina Hielscher, „Oftmals sehen gute Freunde auch Dinge, die wir hinter unserer rosaroten Brille nicht wahrhaben wollen und da kann eine Einschätzung von außen mitunter sehr hilfreich sein.“

Außerdem sagt die Autorin: „Freundschaft heißt nicht, per se alles gut zu finden, was der oder die andere macht. Auch Kritik ist erlaubt, insofern sie respektvoll angebracht wird.“ Am Ende müsse eine Freundschaft aber auch einen vermeintlich blöden, nervigen oder unpassenden Partner an der Seite der besten Freundin aushalten können.

2. Sie nörgelt an einfach allem und jedem herum

Das Lieblingsthema Ihrer Freundin: Dramen. Vorzugsweise die in ihrem eigenen Leben. Alles ist ungerecht, das Leben hat sich gegen sie verschworen und allen anderen geht es wesentlich besser als ihr. Ergo: Sie ist ein echter Energievampir und raubt Ihnen mit ihrem permanenten Genörgel jegliche Kraft. Sei es, indem sie alle mit ihrer negativen Art runterzieht, liebend gern lästert oder Sie als seelischen Mülleimer missbraucht. Es dreht sich permanent um sie; Nachfragen, wie es Ihnen eigentlich geht, gibt’s nicht. Und wenn Sie doch mal mit einem eigenen Problem zu ihr kommen, ist alles halb so wild und nichts im Vergleich zu der Last, die sie auf ihren Schultern trägt.

Schwamm drüber oder Kündigungsgrund?

„Wenn Sie es mit einem solchen Energieräuber zu tun haben, sollten Sie tatsächlich einmal überlegen, ob Sie diese Freundschaft wirklich weiterführen möchten“, sagt die Expertin. In schweren Zeiten ein offenes Ohr und eine starke Schulter zum Ausweinen anzubieten, sei in einer Freundschaft eine Selbstverständlichkeit. Wenn dieser Zustand allerdings über Monate anhalte und sich die Freundin regelrecht in ihrem Leid suhle, anstatt etwas dagegen zu tun – nein, danke!

„Wer ein solch negatives Verhalten anderen Menschen dauerhaft zumutet, verhält sich unverantwortlich“, so Bettina Hielscher, „Das sind häufig Menschen, die am liebsten jegliche Verantwortung abgeben und nicht hören wollen, dass sie ihr Glück selbst in der Hand haben.“ Ergo: Notorische Nörgler wollen keine Lösung für ihre Probleme, sondern jemanden, der ihnen permanent Mitleid schenkt. Und das geht auf Dauer an die eigene Substanz. „Achten Sie in einem solchen Fall auf Ihre eigene Energie“, rät Bettina Hielscher, „Geben Sie anderen gerne Kraft, aber bitte nicht bis zur völligen Selbstaufgabe.“

3. Sie ist extrem missgünstig

Sie erzählen freudestrahlend von Ihrer Gehaltserhöhung, dass Sie 5 Kilo abgenommen haben oder demnächst Urlaub auf den Malediven machen – und alles, was Ihrer Freundin dazu einfällt ist ein bitteres Lächeln? Positive Entwicklungen in Ihrem Leben werden von ihr gerne kritisch kommentiert und unter Umständen sogar schlecht geredet?

Schwamm drüber oder Kündigungsgrund?

„Hier stellt sich nicht nur die Frage, ob diese Freundschaft gut für Sie ist, sondern auch, ob diese Freundschaft Ihrer Freundin gut tut“, sagt die Autorin. Schließlich lebt sie offenbar in einem permanenten Gefühl des Mangels – etwas, das auf Dauer ziemlich ungesund ist.

Der Tipp vom Life Coach: „Wenn Sie häufiger das Gefühl haben, Ihre Freundin hat ein Problem mit Ihrem Erfolg, dann sprechen Sie es dringend an.“ Dabei am besten immer in der Ich-Form formulieren: „Ich habe den Eindruck, dass du dich nicht wirklich für mich freuen kannst. Kann das sein?“. Diese Herangehensweise ist wesentlich besser, als Behauptungen aufzustellen wie „Du gönnst mir nichts!“ oder „Du bist immer so missgünstig!“.

Auch interessant: Es gibt Menschen, die sich grundsätzlich mit schwächeren Personen umgeben, um im Vergleich besser abzuschneiden.Vielleicht sieht sie die Freundschaft zu Ihnen auch als Wettbewerb? Eine Freundin, die besser aussieht, mehr Erfolg im Job oder bei den Männern hat oder anderweitig besser dasteht, ist für solche Menschen Gift. „Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Freundin ist genau so ein Mensch, der sich auf Ihren Schwächen ausruht, um sich selbst besser zu fühlen und ein Gespräch auf Unverständnis stößt, dann seien Sie sich so viel wert und beenden die Angelegenheit.“

4. Sie hat vor allem Angst vor dem Alleinsein

Ihre Freundin möchte in Ihrem Leben die erste (und bestenfalls einzige) Geige spielen. Sie sieht ihrer beider Freundschaft als exklusives Gut an, das sie mit allen Mitteln gegen jegliche Störfaktoren von außen verteidigt. Vielleicht sind Sie ihre einzige Freundin und daher hängt sie wie eine Klette an Ihnen. Fakt ist: Sie fordert Unmengen Ihrer Zeit ein und nimmt es Ihnen übel, wenn Sie sich nicht sofort zurückmelden oder mit anderen Leuten mehr Kontakt haben.

Schwamm drüber oder Kündigungsgrund?

„Wenn die Angst vor dem Alleinsein tatsächlich der einzige Grund für Ihre Freundin ist, sich an Sie zu klammern, hat das definitiv nichts mit echter Freundschaft zu tun“, sagt Bettina Hielscher. Es ist völlig normal, dass Sie für verschiedene Aktivitäten und Interessen unterschiedliche Freundinnen haben – mit der einen ziehen Sie am liebsten um die Häuser, mit der anderen verbringen Sie eher einen ruhigen Abend bei Wein und Gesprächen.

Niemand sollte von Ihnen verlangen, in all diesen Belangen für Sie die erste und vor allem einzige Wahl zu sein. Will heißen: Sie dürfen so viele Freundinnen haben, wie Sie möchten und sind keiner von Ihnen Rechenschaft darüber schuldig, wie viel Zeit Sie mit anderen Menschen verbringen.

Fragen Sie sich, ob Sie nur die Lebenslückenfüllerin für Ihre Freundin sind und beliebig austauschbar oder ob ihr wirklich etwas an Ihnen und ihrer beider Freundschaft liegt.

5. Sie ist extrem egoistisch

Ihre Freundin meldet sich vorzugsweise dann bei Ihnen, wenn sie Sie dringend für etwas benötigt – als Umzugshelferin, für ihre Steuererklärung, weil sie jemanden braucht, der sie vom Flughafen abholt. Ihre Gutmütigkeit wird immer gerne in Anspruch genommen, aber darüber hinaus bekommen Sie sie kaum zu Gesicht. Sie ist eigentlich nie für Sie da, aber wenn, dann will sie, dass Sie nach ihrer Pfeife tanzen.

Schwamm drüber oder Kündigungsgrund?

Ist die Angelegenheit tatsächlich so eindeutig wie oben beschrieben, dürfen Sie hier wohl guten Gewissens die Freundschaft beenden. „Das hat nichts mit Freundschaft zu tun, sondern ist ein ganz klassischer Fall von Ausnutzen“, sagt Bettina Hielscher. Sie müssen für niemanden den Laufburschen oder die Dienstmagd spielen. Das haben Sie schlichtweg nicht nötig.

Und trotzdem – eine Erklärung sollten Sie Ihrer Freundin schon liefern und nicht einfach Ihren Anruf beim nächsten Mal wegdrücken. „Man sollte nicht einfach wortlos verschwinden und den anderen ratlos zurück lassen“, rät der Coach, „Es ist immer besser, klare Worte zu finden als mit Ignoranz zu verletzen und die Wahrheit zu verschweigen.“

6. Motiv: Respektlosigkeit

Es mag Freundschaften unter Frauen geben, in denen ein härterer Ton ganz selbstverständlich ist und humorvoll aufgenommen wird. Wer allerdings zur sensibleren Sorte gehört, den verletzten Kommentare wie „Sorry, aber Deine neue Frisur sieht sowas von bescheuert aus!“ Oder auch: "Bist du wirklich so blöd?" Ihre Freundin verwechselt hier leider oft ehrliche Schnauze mit Respektlosigkeit.

Schwamm drüber oder Kündigungsgrund?

„Einen respektlosen Ton muss sich niemand gefallen lassen“, sagt Bettina Hielscher. Wichtig sei, dass Sie in einer Freundschaft Dinge ansprechen, die Sie ganz offensichtlich verletzen. „Sie erwarten ja auch von einer Freundin, dass sie Sie darauf aufmerksam macht, wenn Sie mit Worten ihre Gefühle verletzen“, so die Expertin. Achtung, auch hier gilt: Lieber in der Ich-Form formulieren statt direkt Vorwürfe zu machen: "Ich fühle mich schlecht, wenn du so mit mir redest."

Im Idealfall sagt die Freundin, dass ihr ihre harsche Art gar nicht bewusst gewesen ist und sie in Zukunft besser auf ihre Worte achtet. Wenn Sie allerdings kein Verständnis zeigt und nicht versteht, dass nicht alle so ein dickes Fell haben und sich einige an ihrer Kodderschnauze stören, sollte sie auch nicht länger Platz in Ihrem Leben haben.

7. Sie beide haben sich einfach auseinandergelebt

Irgendwie passen sie beide nicht mehr so recht zueinander, obwohl sie doch jahrelang so gut befreundet waren. Inzwischen führt jede ein komplett anderes Leben, Ihre Interessen decken sich kaum noch. Irgendwie werden die Treffen mehr und mehr zum leidigen Pflichttermin "um der alten zeiten Willen".

Schwamm drüber oder Kündigungsgrund?

In einer Liebesbeziehung hieße es ganz klassisch: Sie haben sich auseinandergelebt. In Freundschaften kann das auch passieren. Vor allem wenn räumliche Distanz ins Spiel kommt, die Lebensumstände sich ändern (beispielsweise, wenn eine von beiden Kinder bekommt), weil Gemeinsamkeiten wegfallen. Das ist völlig natürlich. „Das Leben ist ein Veränderungsprozess, und wir sollten unsere Beziehungen nicht von ihrer Langlebigkeit abhängig machen, sondern akzeptieren, dass wir verschiedene Lebensabschnitte mit ganz unterschiedlichen Menschen teilen“, so die Expertin.

Ihr Tipp, um herauszufinden, ob wir eine solche Freundschaft loslassen können: Selbstbeobachtung. Freuen Sie sich wirklich auf das Wiedersehen, oder bereitet es Ihnen eher Bauchschmerzen? Wie fühlen Sie sich danach? Aufgewühlt, gelangweilt, ausgelaugt oder zufrieden? Ehrliche Antworten auf diese Fragen helfen Ihnen zu entscheiden, ob Ihnen die Freundschaft noch etwas bedeutet oder nicht.

Was kann ich tun, um eine Freundschaft zu beenden?

Der beste Weg, um herauszufinden, wo Sie mit Ihrer Freundschaft stehen und wie es damit weitergeht, ist das offene und ehrliche Gespräch zu suchen. Ob sich darauch ein echtes Trennungsgespräch entwickelt, wird sich zeigen. Am besten führen Sie es an einem neutralen, ruhigen Ort, zum Beispiel Ihrem alten gemeinsamen Lieblingscafé.

Letztlich sind Respekt und Ehrlichkeit das A und O beim Schlussmachen mit der Freundin. Egal, welche Gründe dazu führen, dass eine Freundschaft zerbricht – sie sollte fair und mit klaren Worten ein Ende finden, damit sich niemand vor den Kopf gestoßen fühlt. "Es ist wichtig nicht mit Ärger, sondern mit Liebe auf die gemeinsame Zeit zurückzublicken", rät Bettina Hielscher, "Jede Freundschaft hat ihren Sinn, genauso wie jedes Ende einer Freundschaft ihren Sinn hat. Es liegt immer ein Geschenk in einer Freundschaft und eine Lektion, wenn sie aufhört. Wer das versteht und erkennt, kann den anderen Menschen leichter loslassen.“ (www.bettinahielscher.de)

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