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Isst man im Schlaf wirklich Spinnen? Zwei Experten klären auf

FIT FOR FUN-Logo FIT FOR FUN 12.02.2019 Cornelia Bertram
© iStockphoto Die Legende, dass man im Laufe des Lebens im Schlaf mehrere Spinnen unwissentlich verschluckt, hält sich hartnäckig. Zwei Experten erklären, was wirklich an diesem vermeintlichen Horror-Szenario dran ist.

Für viele ist es die schrecklichste Vorstellung überhaupt: Im Schlaf krabbelt eine Spinne in deinen Mund und du verschluckst sie unwissentlich. 

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Tatsächlich gibt es eine Urban Legend, die genu das behauptet – bis zu acht Spinnen im Jahr soll jeder Mensch 'essen'. Um herauszufinden, ob an dieser gruselige Vorstellung wirklich etwas dran ist, hat das Portal 'SELF' mit zwei Experten gesprochen. 

 

Spinnen im Schlaf zu essen ist nur ein Mythos

Der Insektenidentifikator und Ausbilder in der Abteilung für Insektenerforschung an der Penn State University, Michael Skvarla, kann dir deine Angst nehmen.

"Die Vorstellung, dass Spinnen in den Mund der Menschen krabbeln, während diese schlafen, geschweige denn, dass du eine bestimmte Anzahl von Spinnen pro Jahr schluckst, ist ein Mythos", erklärt er – und erleichtert damit vermutlich viele Menschen, für die die Vorstellung, versehentlich Spinnen zu essen, ein echter Horror ist.

"Die Spinnenarten, die oft in Häusern leben, haben dort in einer Ecke ihr Netz und verlassen dieses ungern", weiß Skvarla. Nur paarungswillige Männchen gehen für kurze Zeit auf Erkundungsreise.

 

Ihr Instinkt hält die Spinne fern

Jedoch gibt es einige Arten, die ihre Beute jagen, statt sie mit dem Netz zu fangen. Doch auch bei diesen kannst du unbesorgt sein, da sie sich am liebsten an ruhigen Orten wie Schränken oder Kellern aufhalten. 

"Ein Bett ist kein ansprechender Ort, da es dort normalerweise keine Insekten gibt, welche Spinnen anlocken", erklärt Skvarla. Für das achtbeinige Krabbeltier gibt es also keinen Grund, dein Bett zu erkunden.

Da Spinnen auf verschiedene Arten die Anwesenheit einer Beute erkennen, hält zudem der eigene Instinkt das Tier von dir fern. Wenn du dich im Schlaf bewegst und atmest, stellt diese Vibration nämlich eine große Ablenkung dar. 

Und selbst wenn eine Spinne sich tatsächlich in der Nacht zu deinem Mund verrirrt, ist es trotzdem überaus unwahrscheinlich, dass du sie verschluckst. 

 

Bildergalerie: 10 Tipps für besseren Schlaf

Deine Anatomie ist ein Hindernis

"Die Anatomie von Mund und Kehle und die Physiologie des Schlafens macht dies nahezu unmöglich", erklärt Erich Voigt, Chefarzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der NYU Langone Health gegenüber 'Self'.

Deine erste Verteidigungslinie ist dein Tastsinn: Wenn etwas über dein Gesicht krabbelt, merkst du das auch im Schlaf und wischst es weg.

Selbst wenn du das Krabbeln in deinem Gesicht nicht bemerkst, wäre dein Mund während des Schlafens geschlossen. Wenn er geöffnet ist, schnarchst du wahrscheinlich. 

Die dadurch erzeugte Vibration schreckt das Tier ab. Sollte jedoch auch das die Spinne nicht vertreiben und sie würde sich weiter bis in deinen Mund hineintasten, käme dein Würgereflex zum Einsatz.

"Diese Kontraktion setzt ein, wenn sich etwas in deinem Hals befindet, ohne dass du schluckst. Selbst wenn eine Spinne diesen Reflex nicht auslöst, würdest du anfangen zu husten und sie so loswerden", weiß Voigt. 

Wenn eine überaus listige Spinne es doch durch deinen Hals geschafft hat, würde deine Speiseröhre sie stoppen. Denn der Schließmuskel am oberen Ende öffnet sich nur beim Kauen und Schlucken.

Wenn nun all diese unwahrscheinlichen Faktoren eintreten und du zudem beim Schlafen Speichel produzierst, den du schlucken musst und eine Spinne genau in diesem Moment in deinem Hals sitzt, dann könntest du sie theoretisch verschlucken. 

Wie diese Aufzählung an Zufällen zeigt, ist das jedoch sehr unwahrscheinlich. Du musst also nicht besorgt sein, eine oder gar mehrere Spinnen im Schlaf zu verschlucken. 

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