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Haare mit Roggenmehl waschen – 5 Tipps für jeden Haartyp

STYLEBOOK-Logo STYLEBOOK 23.01.2020 Julia Froolyks
Frau, die Mehl in den Händen hält © Getty Images Frau, die Mehl in den Händen hält

Immer mehr Menschen wollen auf die zweifelhaften Inhaltsstoffe in Shampoos verzichten. Silikone, Parabene oder Mikroplastik können auf Dauer für Körper und Umwelt schädlich sein. Shampoo aus Roggenmehl stellt hier eine Alternative zur täglichen Chemie-Keule unter der Dusche dar. Doch bei der Anwendung gilt es einiges zu beachten, damit Haar und Kopfhaut von der reinigenden und pflegenden Wirkung profitieren können. STYLEBOOK machte den Test.

Wer zum ersten Mal von Roggenmehl-Shampoo hört, wird sich fragen, wie die klebrige Masse ihre reinigende Wirkung entfalten soll. Doch anders als etwa Weizenmehl beinhaltet Roggenmehl kaum Gluten und verklebt daher nicht zu einer zähen Masse. Beim Gang in den Supermarkt sollte man trotzdem zur richtigen Mehlsorte greifen, zwei kommen potenziell in Frage: Roggenvollkornmehl oder Roggenmehl Typ 1150.

Die richtige Mehlsorte wählen

Während Roggenvollkornmehl eine gröbere Struktur aufweist, gilt Roggenmehl Typ 1150 als sehr fein und eignet sich daher besonders gut bei feinem, dünnen Haar. Es löst sich entsprechend besser beim Mischen auf und ist innerhalb weniger Minuten für die Haarwäsche angerührt. Roggenvollkornmehl hingegen muss länger angerührt werden, damit sich die sogenannten Spelze gut lösen können. Es eignet sich ideal für dickes, krauses Haar.

So wählen Sie die richtige Sorte für Ihr Haar:

  • Feines Haar: Roggenmehl Typ 1150
  • Dickes Haar: Roggenvollkornmehl
  • Glattes Haar: Roggenmehl Typ 1150
  • Lockiges Haar: Roggenvollkornmehl

Dosierung und Standzeit

Das Verhältnis von Roggenmehl und Wasser ist je nach Haarlänge, Dichte und Haarstruktur sehr variabel. Folgende Mengenangaben gelten für Roggenvollkornmehl wie auch für Roggenmehl Typ 1150:

  • Sehr kurzes Haar (Pixie oder Bob): 2 Esslöffel Roggenmehl + 120 bis 130 ml lauwarmes Wasser
  • Schulterlanges Haar: 4 EL Roggenmehl + 240 ml Wasser
  • Langes Haar: 6 EL Roggenmehl + 340 bis 370 ml Wasser

Für die Herstellung gilt: Mehl und Wasser unter permanentem Rühren langsam miteinander vermischen, bis eine cremige, nicht zu feste und klumpenfreie Masse entsteht. Roggenvollkornmehl muss etwas länger verrührt werden, damit sich alle Klümpchen vollständig auflösen. Nun kommt es auf die korrekte Standzeit an, denn Roggenmehl und Roggenvollkornmehl eignen sich dementsprechend für unterschiedliche Zwecke der Haarwäsche: Eine kurze Standzeit fördert die reinigende Wirkung des natürlichen Shampoos, da durch die im Mehl enthaltene Stärke mehr Fette und Schmutzpartikel auf Kopfhaut und Haar gebunden werden können.

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Bei längerer Standzeit sinkt der Stärkeanteil im Mehl, dafür entfalten sich die pflegenden Wirkstoffe im Mehl. Für die erste Haarwäsche mit Roggenmehl eignet sich daher eine kurze Standzeit von zehn Minuten, um Kopfhaut und Haar ordentlich zu säubern. Danach kann die Standzeit der Mehlmischung auf bis zu 24 Stunden erhöht werden.

Roggenmehl-Shampoo korrekt auftragen

Anders als bei konventionellen Shampoos aus der Drogerie schäumt Roggenmehlshampoo bei der Haarwäsche nicht. Das kann irritieren – dennoch entfaltet das Mehl auf Haar und Kopfhaut eine reinigende Wirkung. Bei kurzem Haar ist die Haarwäsche mit Roggenmehl-Shampoo denkbar einfach: Die angerührte Mischung in den Händen verteilen und sanft einmassieren. Dann der Duschroutine widmen und nach fünf bis zehn Minuten die Haare gründlich ausspülen, bis das Wasser klar ist.

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Bei langem Haar sollte die Roggenmehl-Mischung ähnlich wie beim Haare färben scheitelweise aufgetragen werden. Zuerst das Deckhaar und den Hinterkopf behandeln, dann eine ordentliche Portion der Mischung in den Längen verteilen. Nach der Einwirkzeit das Shampoo gründlich ausspülen. Hier lohnt es sich ebenfalls, scheitelweise vorzugehen, um alle Mehlreste herauszulösen. Bei Bedarf kann nun eine Spülung aufgetragen werden – idealerweise ohne Silikone und Zusätze, um den reinigenden Effekt des Roggenmehls nicht zu überdecken.

Roggenmehl-Shampoo korrekt ausspülen

Es gibt weitere Tricks, um auch den letzten Rest der Roggenmehl-Mischung aus dem Haar auszuwaschen. So kann man einen harten Wasserstrahl einstellen, der auch gröbere Mehlpartikel aus dem Haar spült. Eine Haarklammer eignet sich zudem ideal, um einzelne Haarpartien hochzustecken und vor allem die Haare am Hinterkopf ordentlich auszuspülen. Außerdem sollte man bereits in der Dusche das Haar vorsichtig durchkämmen, während das Wasser weiter über den Kopf läuft.

Falls auch nach der Haarwäsche noch Mehlreste im Haar verblieben sein sollten, kann man die Mähne wie gewohnt trocknen und dann noch mal über Kopf mit einem groben Kamm oder einer weichen Bürste durchkämmen und die Mehlreste so herauslösen.

Spülen gegen Kalkrückstände

Sollten Sie die Haarwäsche komplett auf Roggenmehl-Shampoo umstellen, empfiehlt sich eine regelmäßige saure Spülung, um das Haar von Kalk zu befreien. In manchen Teilen Deutschlands ist der Kalkgehalt im Leitungswasser höher als in anderen Regionen. Je nach Kalkgehalt sollte man alle vier bis acht Wochen eine Essigspülung vornehmen. Der saure PH-Wert löst Kalk aus dem Haar und macht es aufnahmefähiger für pflegende Inhaltsstoffe bei der Haarwäsche.

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So wird eine Essig-Spülung hergestellt:

  • Kurzes Haar: 500 ml kaltes Wasser + 1 EL Apfelessig
  • Langes Haar: 1 Liter kaltes Wasser + 2 EL Apfelessig

Als Alternative zum Essig kann auch frischer Zitronensaft verwendet werden. Wichtig ist, dass das Wasser kalt ist, denn so versiegelt man die Haarstruktur und das Haar bekommt einen satten, gesunden Glanz.

Fazit: Lohnt sich der Aufwand?

Der Umstieg von herkömmlichen Shampoo auf Roggenmehl-Shampoo ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Während das Shampoo in der Drogerie oder im Supermarkt schnell eingekauft ist, muss das natürliche Shampoo im richtigen Mengenverhältnis angerührt werden und je nach Verwendungszweck erst mal gut durchziehen. Bei der eigentlichen Haarwäsche fehlt zudem das Gefühl von fluffig aufgeschäumten Haar und auch der typische Shampoo-Duft nach der Haarwäsche bleibt aus. Doch der Aufwand lohnt sich finanziell wie langfristig gesehen. Ein Shampoo von Rossmann, Dm und Co. kann bis zu vier Euro kosten und hält etwa drei bis vier Wochen. Mit einem Kilo Roggenmehl oder Roggenvollkornmehl lässt sich hingegen Shampoo für mehrere Monate anrühren. Dabei kostet Bio-Roggenmehl gerade einmal zwischen 1,49 und 2 Euro.

Auch für Gesundheit und Umwelt ist der Umstieg auf natürliches Roggenmehl für die Haarwäsche empfehlenswert. Mikroplastik belastet die Umwelt und findet sich in zahlreichen Shampoos wieder. Parabene, Tenside oder Silikone können die Haut irritieren und die Haarstruktur auf Dauer schädigen. Roggenmehl-Shampoo kommt ganz ohne die künstlichen Zusätze aus und reinigt Kopfhaut wie Haarlängen auf schonende Art. Wer Roggenmehl-Shampoo in seine regelmäßige Dusch-Routine integriert, wird auf Dauer den Dreh raushaben und Haarwäsche wie Auswaschen der Mixtur funktionieren bei jeder Anwendung schneller.

Nicht vergessen: Nach jeder Haarwäsche mit Roggenmehl sollte der Abfluss ordentlich gesäubert werden, damit nichts verstopft und Bakterien oder Pilze keinen Nährboden haben.

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